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Erigeron annuus (L.) Pers.
Einjähriger Feinstrahl, Einjähriges Berufkraut, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Ende Frühsommerblüher, VI–IX, 40–100(–150) cm hoch, sommergrün, ein- bis zweijährig

Der Einjährige Feinstrahl ist in Mitteleuropa mäßig häufig und siedelt bevorzugt in Krautfluren, auf Ruderalflächen oder entlang von Wegen. Als eingebürgerter Neophyt stammt er ursprünglich aus Nordamerika, ist aus der Gartenkultur geflohen und hat mancherorts stabile Bestände aufgebaut. Erigeron annuus wächst aufrecht und bildet kräftige, tief eindringende Wurzeln. Die Stängelblätter sind unten meist glattrandig, mit Übergängen zu den oberen, die grob gesägt sind. Die Stängel sind von Haaren bedeckt. Die Blüten stehen in doldenförmigen Rispen. In Mitteleuropa wachsen verschiedene Sippen des E. annuus, die teilweise als eigenständige Unterarten gesehen werden.


Abb. 1 Doldenförmige Blütenstände des Erigeron annuus, Wahner Heide, 96 m, 50° 51' 52 N, 07° 09' 48 O Abb. 2 Blütenköpfchen des Erigeron annuus am Wegesrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 84 m, 50° 58' 16 N, 06° 38' 51 O

Abb. 3 Behaarter Stängel von Erigeron annuus wie Abb. 1, Wahner Heide, 96 m, 50° 51' 52 N, 07° 09' 48 O Abb. 4 Individuenreicher Bestand von Erigeron annuus, Wahner Heide, 97 m, 50° 52' 01 N, 07° 09' 45 O


Blüten und Habitus des Erigeron annuus erinnern stark an die zahlreichen weißblütigen Aster-Arten und -Sippen. Merkmale zur Unterscheidung sind die bei den Astern durchweg glatten Blattränder sowie deren deutlich späterer Blühzeitpunkt im Frühherbst. Die weißen Zungenblüten des E. annuus sind schmaler (feiner -> deutscher Name) als jene der Astern.

Der Gattungsname Erigeron L. (Berufkräuter) leitet sich ab von gr. "eri" (= früh) und gr. "geron" (= Greis) und bezieht sich auf die grauen, haarigen Pappus-Früchte. Pappus ist etymologisch ebenfalls von gr. "pappos" (= Großvater, graue Haare) ableitbar und bezieht sich im botanischen Sinne auf die "Fallschirme" der "Pustefrüchte", also die Anhängsel an Früchten, die hier der Windverbreitung dienen. Ein Motiv welches auf den weißlichen Pappus, der mit dem weißen Kopfhaar alter Männer verglichen wurde, beruht und analog bei der Gattung Senecio L. vorkommt. Der im Deutschen genutzte Begriff Berufkräuter hat seinen Ursprung in der heilkundlichen Anwendung verschiedener Arten und Gattungen, nicht nur des Erigeron. Durch Heilung wurden Krankheiten auf die Pflanze "übertragen" = "berufen", lat. "annuus" (= einjährig).

Abb. 5 Erigeron annuus auf einer Lichtung im Marscheider Wald, Wuppertal, 251 m, 51° 14' 42 N, 07° 15' 31 O Abb. 6 Erigeron annuus  wie Abb. 5, Lichtung im Marscheider Wald, Wuppertal, 251 m, 51° 14' 42 N, 07° 15' 31 O

Abb. 7 Grob gesägte Stängelblätter des Erigeron annuus an der Herbringhauser Talsperre, Wuppertal, 270 m, 51° 13' 55 N, 07° 16' 24 O Abb. 8 Blütenköpfchen des Erigeron annuus, oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 76 m, 43° 09' 26 N, 17° 36' 35 O

Abb. 9 Blütenstände des Erigeron annuus, oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 76 m, 43° 09' 26 N, 17° 36' 35 O Abb. 10 Laubblätter des Erigeron annuus, oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 76 m, 43° 09' 26 N, 17° 36' 35 O

Abb. 11 Großer Bestand des Erigeron annuus am Wegesrand bei Marienheide, 11.11.2015, 380 m, 51° 05' 16 N 07° 33' 27 O Abb. 12 Behaarte Unterseite der Laubblätter von Erigeron annuus, Wegesrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 84 m, 50° 58' 16 N, 06° 38' 51 O


Erigeron annuus sind ursprünglich als Zierpflanzen nach Europa gebracht worden. Heute gibt es einige Kultivare, die sich für den Staudengarten eignen oder sich als wandelnder, immer neu aussäender Bestand im Steingarten halten lassen. Bewuchsverdichtung führt zum Verschwinden der Art am Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Erigeron annuus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/erigeron-annuus.html am Tg.Mo.Jahr.

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