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Stachys palustris L.
Sumpf-Ziest, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Sommerblüher, VI–IX, 30–100(–120) cm hoch, mehrjährig, sommergrün

Der Sumpfziest tritt in Mitteleuropa in fast allen Bundesländern verbreitet auf und besiedelt gerne feuchtere Standorte wie die Uferzonen von Gewässern, Mädesüß-Uferfluren, Nasswiesen, sowie entlang von unbefestigten Wegen. Das Verbreitungsgebiet ist zirkumpolar.

Stachys palustris
breitet sich über unterirdische Ausläufer aus. Es sind sommergrüne Pflanzen mit aufrechten, 4-kantigen und behaarten Stängeln, selten kahl. Die Laubblätter sind gegenständig, länglich bis länglich-lanzettlich. Untere Laubblätter haben einen kurzen Stiel, obere Stängelblätter sind sitzend und halb stängelumfassend. Der Blütenstand ist endständig und besitzt dekorative, helle, rotviolette Lippenblüten, die zu mehreren (6–20) in Scheinquirlen stehen. An den Unterlippen finden sich dunkelviolette Linienzeichnungen.



Abb. 1 Stachys palustris in einer Staudenflur am Rande eines Auwaldes im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 436 m, 50° 30' 49 N, 06° 36' 34 O Abb. 2 Die Unterlippen von Stachys palustris weisen dunkelviolette Linienzeichnungen auf. Staudenflur am Rande eines Auwaldes im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 436 m, 50° 30' 49 N, 06° 36' 34 O


Abb. 3 Stachys palustris an der Schnellstraße L74 zwischen Solingen und Wuppertal, feuchte Wiese, 145 m, 51° 12' 43 N, 07° 06' 31 O Abb. 4 Blüten von Stachys palustris an einem Wegesrand am Lusebusch, Grenze von Wuppertal-Beyenburg und Remscheid, 28.06.2017, 315 m, 51° 12' 32 N, 07° 16' 25 O

Abb. 5 Stachys palustris im Kiesbett des Rheinufers bei Düsseldorf-Volmerswerth, 27 m, 51° 11' 06 N, 06° 44' 18 O Abb. 6 Vierkantiger Stängel von Stachys palustris, der besonders an den Kanten behaart ist. Wegesrand am Lusebusch, Grenze von Wuppertal-Beyenburg und Remscheid, 28.06.2017, 315 m, 51° 12' 32 N, 07° 16' 25 O

Abb. 7 Hübscher Bestand der Stachys palustris am Ufer der Maas, nahe der Hoge Burg in Maastricht, Niederlande, 19.06.2017 Abb. 8 Blütenstände und gegenständige Laubblätter von Stachys palustris an einem Wegesrand bei Ennepetal-Paddenöde, 25.06.2017, 350 m, 51° 16' 19 N, 07° 24' 50 O

Abb. 9 Individuenreicher Bestand der Stachys palustris in einer Quellflur am Oberlauf der Wipper bei Marienheide, 01.08.2017, 369 m, 51° 05' 20 N, 07° 33' 29 O


Die Abgrenzung der Stachys palustris von den anderen Arten der eigenen Gattung, sowie der Lamiaceae und Urticaceae ist manchmal sehr schwierig, besonders bei nicht blühenden Exemplaren. Hier hilft der Geruch der Pflanzen und Merkmale wie die Blattform und -stand, Verzweigungsmuster, Stängel und Standortbedingungen. Der sehr ähnliche Wald-Ziest, Stachys sylvatica L., hat dunklere Blüten, einen meist deutlich kleineren Blütenstand und die unterirdischen Ausläufer weisen keine Knoten auf. Ganz schwierig wird es bei Hybriden vom beiden Ziesten, dem Bastard-Ziest, Stachys ×ambigua Sm., der Merkmale beider Eltern aufweisen kann und nicht sicher von den Parentalen zu trennen ist.

Der Gattungsname Stachys L. ist griechischen Ursprungs, gr. "stachys" (= Ähre), was die Ähnlichkeit mit dieser Blütenstandsform beschreibt. Auf den bevorzugten Standort der S. palustris verweist das Epitheton: lat. "paluster" (= Sumpf-, sumpfig).

Für den Garten eignet sich Stachys palustris gut, da sie feuchtere Böden besiedelt und mit der hübschen Blüte eine lange Blühzeit hat. Es ist empfehlenswert, eine Ausbreitungsbarriere zu errichten, entweder per Mauerbegrenzung oder Rhizomsperre, da S. palustris an guten Stellen sich mäßig stark ausbreitet.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Stachys palustris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/stachys-palustris.html am Tg.Mo.Jahr.

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