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Stachys sylvatica L.
Wald-Ziest, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Ende Frühsommerblüher, VI–IX, 30–100 cm hoch, sommergrün, ein- bis zweijährig

Der Wald-Ziest ist in Mitteleuropa verbreitet bis gemein. Er siedelt gerne Laubmischwäldern, krautigen Waldlichtungen, Saumfluren oder entlang von Wegen. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. In Nordamerika und Neuseeland ist eringebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an eher feuchteren Stellen und bilden lange, unterirdische Ausläufer, so dass manche Bestände nur aus einer Pflanze bestehen. Die Stängel sind vierkantig, behaart, verzweigen sich und sind dunkel grün. Zum Verwechseln ähnlich sind die Blätter mit denen der Gewöhnlichen Brennnessel, Urtica dioica L. Die Blüten sind dunkelrote Lippenblüten und stehen in 4–10-blütgen Scheinquirlen (gegenüberliegende Blütenstände bilden scheinbar einen Blütenstand, der wie ein Quirl = Wirtel aussieht). Durch längeres Reiben an den Pflanzen verändert sich der anfangs unangenehme Geruch und wird angenehmer.


Abb. 1 Bestand von Stachys sylvatica am Marscheider Bach, Wuppertal, 251 m, 51° 14' 31 N, 07° 14' 46 O Abb. 2 Blatt und Verzweigung von Stachys sylvatica, wie Abb. 1, am Marscheider Bach, Wuppertal, 251 m, 51° 14' 31 N, 07° 14' 46 O

Abb. 3 Verzweigung von Stachys sylvatica, Marscheider Wald, Wuppertal, 283 m, 51° 14' 18 N, 07° 15' 09 O Abb. 4 Merkwürdiges Schild im Marscheider Wald am Standort wie Abb. 1 und 2, Wuppertal, 251 m, 51° 14' 31 N, 07° 14' 46 O

Abb. 5 Stachys sylvatica Blütenstand im Marscheider Wald, Wuppertal, 268 m, 51° 14' 30 N, 07° 15' 22 O Abb. 6 Blütenstand von Stachys sylvatica an einem Waldweg im Oberfeldbachtal, Remscheid, 10.06.2017, 281 m, 51° 10' 47 N, 07° 18' 02 O


Die Abgrenzung der Stachys sylvatica von den anderen Arten der eigenen Gattung, sowie der Lamiaceae und Urticaceae ist manchmal sehr schwierig, besonders bei nicht blühenden Exemplaren. Hier hilft der Geruch der Pflanzen und Merkmale wie die Blattform und -stand, Verzweigungsmuster, Stängel und Standortbedingungen. Der sehr ähnliche Sumpf-Ziest, Stachys palustris L., hat hellere Blüten, einen meist deutlich größeren Blütenstand und die unterirdischen Ausläufer weisen Knoten auf, die bei S. sylvatica fehlen. Ganz schwierig wird es bei Hybriden beider Zieste, dem Bastard-Ziest, Stachys ×ambigua Sm., der Merkmale beider Eltern aufweisen kann und nicht sicher von den Parentalen zu trennen ist.

Der Gattungsname Stachys ist griechischen Ursprungs, gr. "stachys" (= Ähre), was die Ähnlichkeit mit dieser Blütenstandsform beschreibt. Auf den bevorzugten Standort der S. sylvatica verweist das Epitheton: lat. "sylvaticus" (= Wald-).

Stachys sylvatica werden eher wenig im Garten kultiviert. An schattigen Stellen im naturnahen Garten sind es dennoch dekorative, einheimische Pflanzen. Auch schwierige Stellen mit Wurzeldruck oder reichlich Mull im Garten würden passen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Stachys sylvatica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/stachys-sylvatica.html am Tg.Mo.Jahr.

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