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Stellaria pallida (Dumort.) Crép.
   synonym: Alsine pallida Dumort.
                  Stellaria abortiva Gay
                  Stellaria boraeana Jord.
                  Stellaria media ssp. pallida (Dumort.) Asch. & Graebn.
Bleiche Sternmiere, Caryophyllaceae - Nelkengewächse
Erstfrühlingblüher, III–V, 05–25 cm hoch, vorsommergrün, einjährig

Die Bleiche Sternmiere tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf, gleichwohl die genaue Verbreitung nicht genau bekannt ist. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Art, die vor 1.500 n Chr. in Mitteleuropa eingebürgert wurde (= Archäophyt) und ursprünglich aus dem südlichen europäisch-asiatischen Raum stammt. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. In Nordamerika ist die Art eingebürgert. Bevorzugt besiedelt sie ruderale, mäßig trockene, sandige Standorte wie Rasen, Wegrändern, Schuttflächen und Mauern. Die Pflanzen sind einjährig und verwelken meist schon zum Hochsommer hin. Sie wachsen niederliegend, sind reich verzweigt und vom Gesamtaspekt gelblich-grün. Die Stängel können bis 40 cm Länge erreichen und besitzen 1 Reihe Haare zwischen den Knoten, ansonsten sind sie kahl. Die Laubblätter sind oval, blass grün, bis 1,5 cm lang und 0,7 cm breit. Untere Blätter sind kurz gestielt, obere sitzend. Die Blüten stehen zu 3–6 in terminalen Zymen (Blüte mit Verzweigungen an jedem Hochblatt), haben einen Durchmesser von 2–3 mm und öffnen sich meist nur wenig. Meist sind die Kronblätter fehlend oder rudimentär. Es gibt 4–5 grüne, lanzettliche und bis 3,5 mm lange Kelchblätter. Die Blüten haben 0–3 Staubgefäße mit grau-rötlichen Ankern. Die Früchte sind 3–4 mm lang. Die Samen sind gelblich-braun und bis 0,8 mm im Durchmesser.

Stellaria media (L.) Vill., die Vogelmiere, hat manchmal ebenfalls keine Kronblätter und ist dann schwierig von S. pallida zu unterscheiden. Kronblattlose S.  mediae sind insgesamt größer, grün, haben 4–5 mm lange Kelchblätter und 0,8–1,3 mm große Samen.


Abb. 1 Rasenartig wachsende Stellaria pallida auf einer gestörten Fläche der Büdericher Insel bei Wesel, 30.04.2016, 23 m, 51° 38' 40 N, 06° 36' 31 O Abb. 2 Kronblattlose oder mit rudimentären Blüten versehene Stellaria pallida auf einer gestörten Fläche der Büdericher Insel bei Wesel, 30.04.2016, 23 m, 51° 38' 40 N, 06° 36' 31 O

Abb. 3 Hellbraune, rundliche Samen der Stellaria pallida auf einer gestörten Fläche der Büdericher Insel bei Wesel, 30.04.2016, 23 m, 51° 38' 40 N, 06° 36' 31 O Abb. 5 Zymöser Blütenstand der Stellaria pallida auf einer gestörten Fläche der Büdericher Insel bei Wesel, 30.04.2016, 23 m, 51° 38' 40 N, 06° 36' 31 O

Der Gattungsname Stellaria L. leidet sich ab von lat. "stellaris" (= sternfömirg) und beschreibt die sternenförmige Krone. Das Epitheton pallida ist die weibliche Form von lat. "pallidus" (= blass) und bezieht sich auf den blass-grünen Gesamtaspekt der Pflanzen. Dieser etymologische Stamm findet sich auch im engl. "pale" (= blass) oder den deutschen Adjektiven "fahl" oder "falb".

Bei den Sternmieren sind die Kronblätter in der Regel fast bis zum Grund 2-teilig sind oder fehlen, lediglich bei Stellaria holostea L. sind sie bis zur Hälfte geteilt. Bei den ähnlichen Hornkräutern, Cerastium L., sind die Kronblätter maximal bis zur Hälfte geteilt. Für S. pallida ist diese Regel nicht anwendbar, da sie keine oder nur rudimentäre Kroblättern besitzt.

Stellariae pallidae sind Pflanzen, die womöglich im einen oder anderen Garten spontan aufgetreten sind. Mancherorts werden sie als Unkräuter empfunden und entfernt. Der naturnahe Garten wäre ein idealer Platz, um diese Art zu kultivieren; auch im Steingarten oder alpinen Beet ist sie durchaus passend. Der Boden sollte kalk- oder basenhaltig sein und der Standort sonnig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Stellaria pallida. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/stellaria-pallida.html am Tg.Mo.Jahr.

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