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Vincetoxicum hirundinaria Medik.
Weiße Schwalbenwurz, Asclepiadaceae - Seidenpflanzengwächse
                          oder auch Apocynaceae, Hundsgiftgewächse
Beginn Frühsommerblüher, V–VIII, 30–150(–200) cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Weiße Schwalbenwurz ist in Mitteleuropa relativ selten und kommt auf kalkhaltigem Boden, an trockenen Standorten wie Krautsäumen, Schuttfluren oder in wärmeliebenden Wäldern vor. Die Stängel sind rund, die Blätter gegenständig, ganzrandig, länglich eiförmig und an der Basis herzförmig. Die Blüten sind weiß, fünfzählig und stehen doldenähnlich zu 3–15. Mit ihrem etwas unangenehmen, fischähnlichen Geruch locken die Blüten Insekten an. Die Ausbreitung der Weißen Schwalbenwurz erfolgt vegetativ über Wurzelausläufer und (bevorzugt) mit dem Wind (Anemochorie), da die Samen kleine Anhängsel tragen. Die Pflanzen sind giftig, enthalten Glykoside und werden daher nur noch in der Komplementärmedizin verwendet.

Abb. 1 Vincetoxicum hirundinaria in der Galmeiflur, Schlangenberg bei Aachen, 04.06.2011, 266 m, 50° 44' 15 N, 06° 14' 37 O Abb. 2 Fruchtende Vincetoxicum hirundinaria auf dem Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 266 m, 50° 44' 14 N, 06° 14' 38 O

Abb. 3 Massenbestand der Vincetoxicum hirundinaria in der Galmeiflur auf dem Schlangenberg bei Aachen, 04.06.2011, 266 m, 50° 44' 13 N, 06° 14' 39 O Abb. 4 Blüten von Vincetoxicum hirundinaria, Galmeiflur, Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 269 m, 50° 44' 13 N, 06° 14' 46 O

Abb. 5 Vincetoxicum hirundinaria an einem Südhang auf Kalk im Strunde-Tal, Bergisches Land, 21.05.2014, 158 m, 50° 59' 48 N, 07° 09' 39 O Abb. 6 Blüten von Vincetoxicum hirundinaria, Galmeiflur, Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 269 m, 50° 44' 13 N, 06° 14' 46 O

Abb. 7 Vincetoxicum hirundinaria auf einer Trockenwiese in der Galmeiflur, Schlangenberg bei Aachen, 27.06.2009, 269 m, 50° 44' 13 N, 06° 14' 46 O Abb. 8 Vincetoxicum hirundinaria auf der kroatischen Insel Brac, 15.10.2012, 39 m, 43° 21' 39 N, 16° 30' 31 O

Abb. 9 Unreife Frucht der Vincetoxicum hirundinaria, am Steinbruch am Westenfelder Kalkknäppchen, Sauerland, 20.07.2014, 322 m, 51° 19' 14 N, 08° 03' 16 O Abb. 10 Blüte des Vincetoxicum hirundinaria, Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 275 m, 50° 27' 50 N, 07° 13' 14 O


Der Gattungsname Vincetoxicum Wolf leitet sich ab von lat. "vincere" (= besiege!) und lat. "toxicum" (= Gift), eine schon vorlinnäisch genutzte Bezeichnung, die wahrscheinlich auf die Nutzung der Schwalbenwurze als Antidot und Brechmittel bei Vergiftungen zurück zu führen ist. Das Epitheton hirundinaria stammt von lat. "hirundinus" (= Schwalben-) und ist ebenfalls schon vor Linné gebraucht worden. Das Benennungsmotiv bleibt aber unklar, eventuell beruht es auf den Anhängseln der Samen, die allerdings nur mit reichlich Phantasie an Schwalbenschwänze erinnern. Das deutsche Wort hat die selbe, unklare etymologische Wurzel.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Vincetoxicum hirundinaria. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/vincetoxicum-hirundinaria.html am Tg.Mo.Jahr.

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