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Viola riviniana Rchb.
Hain-Veilchen, Violaceae - Veilchengewächse
Ende Erstfrühlingblüher, III–VI, 10–25 cm hoch, sommergrün, ein-, zwei-, mehrjährig, kurzlebig

Viola riviniana tritt in Mitteleuropa überwiegend verbreitet auf, im Nordwesten eher zerstreut. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedelt sie in lichten Laubmischwäldern, thermophilen Säumen und Magerrasen. Im Winter ziehen die Pflanzen meist ein, manchmal sind sie kurzlebig. Das Hain-Veilchen hat grundständige, herzförmige, mehr als 2 cm lange, kahle Laubblätter. Die Stängelblätter sind etwa so lang wie breit. Die Blüten sind bis 2,5 cm groß, im Umriss quadratisch, hellviolett bis blauviolett und haben einen weißen, breit länglichen Sporn.


Abb. 1 Viola odorata am Wegesrand in einem Buchenwald zusammen mit Mercurialis perennis L. Möglich erscheint auch eine Hybride, eventuell mit V. riviniana, da der Sporn relativ hell ist, Bausenberg, Niederzissen, Eifel, 17.04.2015, 328 m, 50° 27' 55 N, 07° 13' 21 O Abb. 2 Viola riviniana mit dem weißlichen Sporn. Wegesrand in einem Laubmischwald der Hildener Heide bei Düsseldorf, 81 m, 51° 11' 25 N, 06° 57' 39 O, 01.05.2015

Abb. 3 Ausläuferbildende Sippe einer Viola odorata auf Vulkangestein, wahrscheinlich eine Hybride mit V. riviniana, da der Sporn relativ hell ist, Bausenberg, Niederzissen, Eifel, 17.04.2015, 325 m, 50° 28' 03 N, 07° 13' 25 O Abb. 4 Viola riviniana mit Stängelblättern, die etwa so lang wie breit sind, Laubmischwald der Hildener Heide bei Düsseldorf, 81 m, 51° 11' 25 N, 06° 57' 39 O, 01.05.2015

Abb. 5 Krone einer Viola ×bavarica, der Hybride von V. riviniana mit V. reichenbachiana Boreau, Laubmischwald im Neandertal bei Hochdahl, 01.04.2017, 110 m, 51° 13' 03 N, 06° 59' 20 O Abb. 6 Der Sporn einer Viola ×bavarica (Viola riviniana × reichenbachiana) ist hellviolett mit dunklem Streifen (gefurcht) unterseits, Laubmischwald im Neandertal bei Hochdahl, 01.04.2017, 110 m, 51° 13' 03 N, 06° 59' 20 O


Die Abgrenzung der Viola riviniana von den anderen Arten der Gattung ist oft schwierig, insbesondere bei möglichen Hybriden und in Anbetracht der nicht geklärten Systematik der Gattung. Ein wichtiges Merkmal sind die vorhandenen Stängelblätter, die fehlenden Ausläufer und der weiße Sporn. Das Hain-Veilchen blüht meist etwas später als das ähnliche Duftveilchen, Viola odorata L.

Häufig treten Hybriden mit dem Wald-Veilchen, Viola reichenbachiana Boreau, auf, manchmal sogar sind die Hybriden dominant oder bilden ausschließlich einen Bestand, besonders hier im westlichen NRW. Sie sind meist steril. Die V. riviniana trägt einen weißlichen Blütensporn, während die Hybriden V. ×bavarica Schrank einen hellblauen bis blauvioletten tragen, der jedoch heller als jener der V. reichenbachiana ist und einen deutlichen, dunklen, gefurchten Strich auf der Unterseite aufweist.

Der Gattungsname Viola ist von Linné aus dem Lateinischen übernommen worden und bedeutete schon im Altertum Veilchen. Das Epitheton riviniana wurde zu Ehren des deutschen Botanikers Augustus Quirinus Rivinus (1652–1723) etabliert.

Viola riviniana sind hübsche, sommergrüne Bodendecker mit ausgesprochen früher Blüte, wenn sonst kaum etwas im Garten blüht. Sie bleiben niedrig und vertragen auch schattige Standorte. Ansonsten sind die Ansprüche gering. In manchen englischen Gärten ist das Hain-Veilchen wegen der Ausbreitungstendenz eine Problemart.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Viola riviniana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/viola-riviniana.html am Tg.Mo.Jahr.

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