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Yucca periculosa Baker
Palmillo Palmlilie, Agavaceae - Agavengewächse
                            oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, III–V, bis 15 m hoch, immergrün, mehrjährig

Yucca periculosa stammt aus Mexiko (Veracruz, Tlaxcala, Puebla, Oaxaca) in Höhen von 1.300–1.600 m, bevorzugt auf Ebenen mit tiefgründigem Wüstenboden, Halbwüsten oder Strauchgesellschaften arider Hügellandschaften. Es sind Pflanzen, die aufrechte Stämme bilden welche sich anfangs nur sporadisch verzweigen, später reichlich und an dessen Enden sich Schöpfe aus steifen, bis 50 cm langen, mit feinen Fäden besetzten Blätter befinden. Die Blattspitze ist stechend. Der Blütenstand ist relativ klein bis 30 cm hoch, kompakt, befindet sich in den Blattschöpfen (intrafoliar) und besteht aus weißen, flaumhaarigen Blüten. Die Früchte sind fleischige, hängende, länglich-runde Beeren bis 8 cm Länge; zur Gattung Yucca.


Abb. 1 Yucca periculosa im Freiland des Botanischen Gartens Bochum, 17.01.2015 Abb. 2 Photo der Yucca periculosa in einer Arbeit von William Trelease, in den Bergen von Tehuacan, 1907

Abb. 3 Photo der Yucca periculosa von William Trelease in den Bergen von Tehuacan, 1907


Der Gattungsname Yucca L. existierte schon vor Linné und ist wahrscheinlich aus einer Altsprache der karibischen Insel Hispaniola entlehnt. Das span. "yuca" (= Maniok) stammt daher und wurde wohl auf die ebenso essbaren Blüten und Samen der Y. aloifolia L. übertragen. Das Art-Epitheton periculosa stammt von lat. "periculosus" (= gefährlich) und beschreibt wohl die stechenden Blattspitzen. Der Vernikularname Palmillo entstammt der Benennung durch die indigene Bevölkerung in Oaxaca und Puebla und bedeutet "kleine Palme".

Die Palmillo Palmlilie ist eine sehr dekorative, stammbildende Yucca mit kräftigen, steifen Blättern. Leider toleriert sie Fröste nur bis –12 °C oder geringfügig mehr. Die Berichte aus den USA mit noch besserer Frosttoleranz sind nach zahlreichen Erfahrungen nicht auf Mitteleuropa übertragbar und es gibt keinen einzigen Bericht einer erfolgreichen Langfristauspflanzung nördlich der Alpen von > 20 Jahren. Eines der wenigen, seit einigen Jahren im Freiland erfolgreich angebauten Exemplare findet sich im Botanischen Garten Bochum (2015, direkt am Steppengewächshaus). Yucca periculosa ist mit Sicherheit im Freiland nicht oder nur sehr eingeschränkt tauglich, was sehr schade ist, da es sich um eine prächtige Yucca mit eindrucksvoller Architektur handelt; nicht umsonst wird diese Palmlilie von der indigenen Bevölkerung als Palmillo bezeichnet. Lediglich an den allermildesten Standorten könnte ein Auspflanzversuch langfristig erfolgreich sein. Innenstadtlagen der Rheinschiene oder bevorzugte Kleinklimate in Weinbaugebieten wären solche Plätze, wahrscheinlich dürfte aber auch an solchen Standorten Winterschutz ratsam sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Yucca periculosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/yucca-periculosa.html am Tg.Mo.Jahr.

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