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Yucca aloifolia L.
Aloeblättrige Palmlilie, Spanisches Bajonett, Agavaceae - Agavengewächse
                                                      oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühsommerblüher, IV–VI, bis 8 m hoch, immergrün, mehrjährig

Yucca aloifolia ist eine baumförmige Palmlilie die wahrscheinlich nur in Mexiko (Yucatan und Veracruz) heimisch ist, aber zu den weltweit am häufigsten kultivierten Arten und somit am weitesten verbreiteten gehört und zusätzlich eine der am längsten in Kultur befindlichen Arten ist. Dies bringt mit sich, dass eine fast unüberschaubare Zahl von Kultivaren, Sorten, Ökotypen und Hybriden existiert. Ursprünglich stammt die Art aus tropischen, laubabwerfenden Wäldern in Höhen bis 1.800 m, hat sich mittlerweile aber in den Anbauländern an zahlreichen Standorten etabliert. Als eine der wenigen Arten der Gattung bildet sie sogar recht häufig Früchte mit keimfähigen Samen außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes. Beispielsweise Ameisen werden als Pollinatoren angenommen.

Die Pflanzen wachsen aufrecht, haben einen schlanken Habitus, sind einfach oder mehrfach verzweigt, gelegentlich mit basalen Schößlingen. Die Blätter sind steif, flach oder leicht konkav, bis 60 cm lang, leuchtend grün mit kräftigem, terminalem Dorn, die Ränder gezähnt. An der traubigen Blütenstandsachse finden sich eine flaumige Behaarung, rundliche, bis 10 cm messende, weiße Blüten, manchmal rötlich oder grün an der Basis gefärbt. Die Früchte sind fleischig, elliptisch, bis 5 cm groß, schwarz mit purpurrotem Fruchtfleisch; zur Gattung Yucca.



Abb. 1 Blattschopf einer kultivierten Yucca aloifolia im Cape Florida State Park auf Key Biscayne, Florida, USA, 05.02.2009 Abb. 2 Exemplare der Yucca aloifolia im Unterwuchs auf Key Biscayne, Florida, USA, 05.02.2009

Abb. 3 Grasartig wachsende Schößlinge der Yucca aloifolia im Unterwuchs auf Key Biscayne, Florida, USA, 05.02.2009 Abb. 4 Fein gesägte Blattränder der Yucca aloifolia, Key Biscayne, Florida, USA, 05.02.2009

Abb. 5 Immergrüne Grenzhecke aus unterschiedlichen Yucca aloifolia-Sorten bei Olhos de Aqua, Algarve, Portugal, 17.05.2001 Abb. 6 Dreifach-Hybride Yucca aloifolia × stricta × baccata in einem Privatgarten in Gols, Neusiedler See, Österreich, 18.09.2014

Abb. 7 Blatt der Yucca aloifolia × stricta × baccata mit gut erkennbaren Merkmalen der Y. aloifolia und Y. baccata, wie Abb. 6, Gols, Neusiedler See, Österreich, 18.09.2014 Abb. 8 Yucca aloifolia × filamentosa Kreuzung, deren Morphologie an die Y. recurvifolia Salisb. erinnert. Privatgarten am Neusiedler See, Ungarn, 19.09.2014


Der Gattungsname Yucca L. existierte schon vor Linné und ist wahrscheinlich aus einer Altsprache der karibischen Insel Hispaniola entlehnt. Das span. "yuca" (= Maniok) stammt daher und wurde wohl auf die ebenso essbaren Blüten und Samen der Y. aloifolia übertragen. Das Art-Epitheton aloifolia stammt von lat. "aloe" (= Aloe) und lat. "-folius" (= blättrig) und beschreibt die Ähnlichkeit der Laubblätter der Art mit denen einiger Aloe-Arten. Im englischen Sprachraum hat sich die Bezeichnung "Spanish Dagger" eingebürgert, von der der deutsche Name "Spanisches Bajonett" abgeleitet ist - eine durchaus passende Beschreibung der Wehrhaftigkeit der Pflanzen.

Neben der Art existieren in Kultur eine ganze Reihe von Sorten oder Morphotypen der Yucca aloifolia. Die wichtigste ist wohl die panaschierte Sorte, auch als Yucca aloifolia f. marginata Hort. bezeichnet. Gelegentlich findet sich die mehrfarbige Y. tricolor Hort. ex Baker mit gelblichen, grünen oder weißen Mittelstreifen auf den Laubblättern und basisnaher Rotfärbung - eine dekorative Kübelpflanze.

Abb. 9 Laubblatt der Yucca aloifolia × filamentosa, Privatgarten am Neusiedler See, Ungarn, 19.09.2014 Abb. 10 Yucca tricolor als Kübelpflanze, Privatgarten, Runkel, Lahntal, Sommer 2003

Abb. 11 Exemplare der Yucca aloifolia im Botanischen Garten der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015 Abb. 12 Fruchtbildung ist bei Yucca aloifolia oft außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes zu beobachten. Botanischer Garten der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015

Abb. 13 Fruchtende Exemplare der Yucca aloifolia f. marginata im Botanischen Garten Cagliari, Sardinien, 19.10.2016

Leider ist die Aloeblättrige Palmlilie kaum für das mitteleuropäische Klima geeignet, da die Frosttoleranz nur bis –15 °C oder gar –18 °C reicht. Langfristige Freilandkultur ist deshalb bisher auch nicht belegt. Vereinzelte Versuche mit Pflanzen, die als mächtige Containerexemplare gesetzt wurden und über längere Zeiträume erfolgreich angebaut wurden, dabei aber zunehmend an Substanz verloren, nach dem Zurückfrieren noch mit basalen Schößlingen aus dem Rhizom austrieben, bis sie schließlich im Yucca-Himmel landeten, sind sicherlich nicht als aussagefähiger Beleg zu werten. Vielmehr bietet sich bei dieser tropischen Yucca-Art die Kultur von Hybriden mit anderen Arten als Alternative an, gleichwohl es damit noch nicht so lange Erfahrungen gibt. Es wird sogar angenommen, dass manche der winterharten Pflanzen aus dem "Gloriosa-Recurvifolia-Komplex" auf Kreuzungen mit Yucca aloifolia zurück zu führen sind. Siehe Yucca-Hybriden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Yucca aloifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/yucca-aloifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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