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Yucca ×schottii Engelm. pro. sp.
Schotts Palmlilie, Agavaceae - Agavengewächse
                            oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühsommerblüher, IV–VI, 180–600 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Yucca ×schottii stammt aus einem Gebiet im Süden der USA bis Nord-Mexiko, in Höhen von 1.200–2.800 m. Bevorzugt werden Felsgesellschaften auf Vulkan- oder Kalkgestein besiedelt, sowie lichte Eichen- und Kiefern-Eichenwälder. Es sind stammbildende Yuccae mit einer ganzen Reihe von Erscheinungsformen, die letztlich dazu geführt haben, dass dieses Taxon wohl am ehesten als ein Hybridkomplex von Y. baccata Torr., Y. elata Engelm. und Y. madrensis Gentry betrachtet werden kann. In diesem Sinne werden auch Y. thornberi McKelvey und Y. arizonica McKelvey gänzlich dem Y. ×schottii Komplex zugezählt; zur Gattung Yucca.


Abb. 1 Yucca ×schottii zusammen mit Yucca baccata Torr. und Dasylirion wheeleri S. Watson ex Rothrock nach Raureif am frühen Morgen, bei Globe, Arizona, USA, 05.02.2008 Abb. 2 Zwei Pflanzen der Yucca ×schottii im Freiland des Botanischen Gartens Basel, 11.10.2014 

Abb. 3 Blattschöpfe der Yucca ×schottii im Freiland des Botanischen Gartens Basel, 11.10.2014  Abb. 4 Yucca ×schottii im Gewächshaus des Botanischen Gartens Düsseldorf, 17.05.2003 

Abb. 5 Yucca ×schottii im Schneetreiben, Buschland bei Sonoita, Arizona, USA, 04.02.2008 Abb. 6 Pflanzen des Yucca ×schottii-Komplexes im Buschland bei Sonoita, Arizona, USA, 04.02.2008

Abb. 7 Yucca ×schottii im Freiland eines Privatgartens in Flörsheim am Main, 19.09.2008 Abb. 8 Blatt einer Yucca ×schottii, Privatgarten in Flörsheim am Main, 19.09.2008


Die Stämme der Yucca ×schottii sind braun, messen 20–30 cm im Durchmesser und sind im Alter frei von abgestorbenen Blättern. Die Blätter sind blau-grün bis grün-grau, fühlen sich bei Berühung weich an, glänzen leicht, sind bis 1 m lang, gerade, nur geringfügig gedreht und tragen einen terminalen, hellbraunen Dorn. Der Blütenstand ist relativ kurz, bis 90 cm lang, nickend, leicht oberhalb der Blätter, manchmal intrafoliar (innerhalb des Blattschopfes).

Der Gattungsname Yucca L. existierte schon vor Linné und ist wahrscheinlich aus einer Altsprache der karibischen Insel Hispaniola entlehnt. Das span. "yuca" (= Maniok) stammt daher und wurde wohl auf die ebenso essbaren Blüten und Samen der Y. aloifolia L. übertragen. Das Art-Epitheton schottii wurde zu Ehren des Pflanzensammlers Arthur Schott (1814–1875) etabliert, der unter anderem auch mit Georg Engelmann, dem Autor der Y. ×schottii, zusammen arbeitete.


Abb. 9 Zwei Pflanzen der Yucca ×schottii im Freiland des Botanischen Gartens Basel, wie Abb. 2 und 3, 08.04.2010  Abb. 10 Yucca baccata var. thornberi oder neuerdings als Y. ×schottii firmierender, eher schmalblättriger Ökotyp bei Sedona, Arizona, USA, 06.02.2008

Abb. 11 Weitere Pflanze der Yucca baccata var. thornberi oder Y. ×schottii, Sedona, Arizona, USA, 06.02.2008 Abb. 12 Pflanze des Yucca ×schottii-Komplexes im Gras-Buschland bei Sonoita, Arizona, USA, 04.02.2008

Abb. 13 Blattschöpfe von Pflanzen des Yucca ×schottii-Komplexes bei Sonoita, Arizona, USA, 04.02.2008 Abb. 14 Yucca ×schottii im Gewächshaus des Botanischen Gartens Düsseldorf, wie Abb. 4, 21.01.2015

Abb. 15 Basaler Stammbereich von Yucca ×schottii, Gewächshaus des Botanischen Gartens Düsseldorf, 21.01.2015 Abb. 16 Exemplar der Yucca ×schottii in einem Gewächshaus in den Niederlanden, 07.03.2015

Abb. 17 Freilandexemplar einer Yucca ×schottii in einem Privatgarten in Tecklenburg, 09.07.2016


Die relativ weite Verbreitung des Taxons Yucca ×schottii bedingt auch eine weite Spanne der Frosttoleranz, bis –23 °C findet sich in amerikanischer Literatur. Da das Verbreitungsgebiet überwiegend nicht so winterkalt ist wie beispielsweise bei Y. baccata Torr. dürfte die Winterhärte nicht ganz so gut sein. Für die Freilandkultur benötigt man, da die Basis verholzt, einen relativ trockenen Standort. Erfolgreiche Langzeitberichte über mehr als 20 Jahre Anbau ohne Schutzmaßnahmen sind sehr rar - wenn überhaupt, dann aus besonders geschützten oder innerstädtischen Gärten mit geringem Jahresniederschlag. Das Exemplar im Botanischen Garten Basel erhält übrigens vorübergenden Nässeschutz. Von daher ist Schotts Palmlilie sicherlich eher etwas für den erfahrenen und experimentierfreudigen Exotengärtner. Nur langsamer Blattzuwachs pro Jahr im Freiland in Mitteleuropa.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Yucca ×schottii. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/yucca-schottii.html am Tg.Mo.Jahr.

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