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Yucca treculiana Carr.
Tréculs Palmlilie, Agavaceae - Agavengewächse
                            oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, III–IV, 130–600 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Yucca treculiana stammt aus den südöstlichen USA und Nordmexiko, in Höhen von 100–1.600 m, bevorzugt auf Ebenen mit tiefgründigem Wüstenboden auf Kalkstein der (Halb-)Wüsten oder Strauchgesellschaften arider Hügellandschaften. Es sind Pflanzen, die aufrechte Stämme bilden welche sich nur sporadisch verzweigen und an dessen Enden sich Schöpfe aus steifen, bis 1 m langen, nur wenig oder gar nicht mit Fäden besetzten Blätter befinden. Die Blattspitze ist sehr steif und stechend. Der Blütenstand ist bis 120 cm hoch, traubenförmig, mit Teilblütenständen und steht 1/2 bis 3/4 seiner Länge suprafoliar (oberhalb der Blätter). Im unteren Bereich des Blütenstandes finden sich große, dunkelbraune Hochblätter, die mit dem Aufblühen abfallen. Die Einzelblüten stehen dicht, sind (halb-)rund und haben 29–45 × 11–21 mm große, weiße oder gelegentlich violett tingierte Pergione. Später bilden sich zylindrische, fleischige, bis 10 cm lange Beerenfrüchte; zur Gattung Yucca.


Abb. 1 Yucca treculiana im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, Spanien, 15.10.2008 Abb. 2 Yucca treculiana in einem priaten Yuccagarten in Bocholt, 20.03.2003

Abb. 3 Prächtiger Schopf der Yucca treculiana (wie Abb. 1), Malaga, Spanien, 15.10.2008 Abb. 4 Exemplar der Yucca treculiana im Winter 2002/03. Inzwischen nicht mehr existent. Privatgarten

Abb. 5 Juveniles Exemplar der Yucca treculiana wie in Abb. 4, Privatgarten, 17.05.2003 Abb. 6 Etwa 3-jährige Jungpflanze 10–20 cm der Yucca treculiana im 0,5L-Topf

Abb. 7 Yucca treculiana in einem Garten in den Niederlanden, es handelt sich um Zone 8b, 07.03.2015 Abb. 8 Yucca treculiana auf dem Stresemannplatz in Düsseldorf. Die einzige kleine Yucca im Exotenarrangement des Platzes. 05.07.2015

Abb. 9 Weiße Blüten der Yucca treculiana mit den großen, dunkelbraunen Hochblättern in den unteren Partien des Blütenstandes, Stresemannplatz in Düsseldorf, 25.05.2016 Abb. 10 Die Blüten der Yucca treculiana sind rund-kugelig. Im oberen Bereich sind nur kleine, rasch verwelkende Hochblätter vorhanden, Stresemannplatz in Düsseldorf, 25.05.2016

Abb. 11 Der Blütenstand der Yucca treculiana steht 1/2 bis 3/4 seiner Länge oberhalb des Blattschopfes, Stresemannplatz in Düsseldorf, wie Abb. 8, 25.05.2016 Abb. 12 An den Spitzen der Perigone von Yucca treculiana findet sich öfters eine violettfarbene Färbung, Stresemannplatz in Düsseldorf, 25.05.2016

Abb. 13 Stempel und 6 Staubfäden der Yucca treculiana sind nur wenig anders als beim Gros der Yucca-Arten, Stresemannplatz in Düsseldorf, 25.05.2016 Abb. 14 In den unteren Blüten von Yucca treculiana finden sich öfters rot-violett tingierte Staubfäden und verwachsene, christatähnliche Karpelle, Stresemannplatz in Düsseldorf, 25.05.2016

Abb. 14 Weißes, äußeres, an der Spitze leicht violett tingiertes Perigonblatt von Yucca treculiana, Privatgarten, 25.05.2016 Abb. 15 An schattiger Stelle wachsende Yucca treculiana im Botanischen Garten Cagliari, Sardinien, 19.10.2016


Der Gattungsname Yucca L. existierte schon vor Linné und ist wahrscheinlich aus einer Altsprache der karibischen Insel Hispaniola entlehnt. Das span. "yuca" (= Maniok) stammt daher und wurde wohl auf die ebenso essbaren Blüten und Samen der Y. aloifolia L. übertragen. Das Art-Epitheton treculiana wurde zu Ehren von Auguste-Adolphe-Lucien Trécul (1818–1896), einem französischen Botaniker, etabliert. Gelegentlich findet sich noch die Schreibweise treculeana.

Tréculs Palmlilie ist eine sehr dekorative, stammbildende Yucca mit großen, breiten Blättern, die einen prächtigen Schopf bilden. Leider toleriert sie Fröste nur bis –12 °C oder geringfügig mehr. Die Berichte aus den USA mit noch besserer Frosttoleranz sind nach zahlreichen Erfahrungen nicht auf Mitteleuropa übertragbar und es gibt keinen einzigen Bericht einer erfolgreichen Langfristauspflanzung ohne Schutz nördlich der Alpen von > 20 Jahren. Daher ist Yucca treculiana mit Sicherheit im Freiland nicht oder nur sehr eingeschränkt tauglich, was sehr schade ist, da es sich um eine prächtige Yucca mit eindrucksvollen Blättern und einem herrlichen Schopf handelt. Lediglich an den allermildesten Standorten der Z 8b könnte ein Auspflanzversuch langfristig erfolgreich sein. Innenstadtlagen der Rheinschiene oder bevorzugte Kleinklimate in Weinbaugebieten wären solche Plätze, wahrscheinlich ist aber auch an solchen Standorten Winterschutz ratsam.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Yucca treculiana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/yucca-treculiana.html am Tg.Mo.Jahr.

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