Empetrum nigrum L.
Schwarze Krähenbeere, Empetraceae - Krähenbeerengewächse
Beginn Erstfrühlingblüher, II–V, 15–40 cm hoch, (halb-)immergrün, mehrjährig
Die Schwarze Krähenbeere tritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt im Norden und in montanen bis subalpinen Standorten. Das Verbreitungsgebiet ist zirkumpolar. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in bodensauren Heiden, Mooren, lichten Nadelwäldern und Felshabitaten.
Es sind flache, mattenbildende, (halb-)immergrüne Zwergsträucher. Junge Triebe sind rötlich, ältere rotbraun. Die Laubblätter sind 3–4 mal so lang iwe breit, parallelrandig, mit umgerolltem Rand und unterseits einer schmalen, weißen Rinne.
Die Blütenknospen sind rot; die Einzelblüten stehen einzeln an den Sprossenden, sind 3-zählig, rötlich bis purpurfarben; die Staubblätter ragen weit heraus. Später bilden sich schwarze, kugelige, 5–7 mm im Durchmesser große Beeren, die essbar sind und in den Kulturen des Nordens eine wichtige Nahrungsquelle waren und sind.
Normalerweise sind Schwarze Krähenbeeren zweihäusig, mit weiblichen und männlichen Pflanzen. Besonders in den Alpen gibt es Standorttypen, die einhäusig, zwittrig sind und von manchen Autoren als eigenständige Art Empetrum hermaphroditum Hagerup gesehen werden. Übergänge zur Schwarzen Krähenbeere sind fließend und oft lassen sich beide Arten morphologisch nicht klar voneinander trennen.
Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Empetrum L., welcher schon vorlinnäisch gebraucht wurde. Wahrscheinlich ist er griechischen Ursprungs, gr. "empetros" (= auf Felsen wachsend), von gr. "petra" (= Stein). Dieses Motiv dürfte womöglich auf die arzneiliche Nutzung gegen Steinleiden zurück führbar sein, da der Standort der Art kaum infrage kommt. Das Epitheton nigrum stammt von lat. "niger" (= schwarz, dunkelfarbig) und bezieht sich auf die schwarzen Steinfrüchte der Art.
Empetrum nigrum sind dekorative, (halb-)immergrüne Bodendecker, die auf saurem Boden und an sonnigem Standort gedeihen. Auch der Arzneigarten oder als Pflanze fürs Alpinum kommt die Art infrage. Bei gustatorischem Motiv sollte man auf nordeuropäische Sorten zurück greifen, die größere Früchte haben. Dafür pflanzt man männliche und weibliche Exemplare oder greift auf die hermaphroditen Sorten zurück.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Empetrum nigrum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/empetrum-nigrum.html am Tg.Mo.Jahr.