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Acinos arvensis (Lam.) Dandy
  synonym: Acinos sschizodontus Klokov
                 Acinos ymoides Moench
                 Calamintha acinos (L.) Clairv.
                 Satureja acinos (L.) Scheele
Feld-Steinquendel, Gewöhnlicher Steinquendel, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Sommerblüher, VI–IX, 10–30 cm hoch, immergrün, ein-, zweijährig, kurzlebig

Der Feld-Steinquendel tritt in Mitteleuropas zerstreut bis verbreitet auf, im Nordenwesten ist er selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch, in Nordamerika ist die Art eingebürgert. Bevorzugt besiedeln die Pflanzen Halbtrockenrasen und trockene Ruderalstandorte wie Wegränder, Mauern, Äcker und Industrieflächen.

Die Pflanzen sind ein- oder zweijährig, manchmal kurzlebig und riechen nach Minze. Die Stängel sind niederliegend bis aufsteigend, verzweigt, etwas verholzend, behaart und oft violett tingiert. Die Laubblätter sind kreuzgegenständig, bis etwa 1 cm lang, rhombisch bis eiförmig, kurz gestielt, ganzrandig oder mit 1–3 Zähnen auf jeder Seite. Die Blüten stehen zu 1–5 in 6–20 Scheinquirlen (2 oder mehr gegenüberliegende Blütenstände bilden scheinbar einen Blütenstand, der wie ein Quirl = Wirtel aussieht), wie es typisch für viele Lamiaceae ist. Die Einzelblüten sind 0,7–1 cm lang, blauviolett bis hell rosaviolett. Typischerweise schließt sich der Kelch mit der Fruchtreife.


Abb. 1 Sprossachsen von Acinos arvensis in einer Felsflur am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 21.06.2019, 388 m, 47° 57' 49 N, 07° 16' 13 O Abb. 2 Scheinquirle von Acinos arvensis in einer Felsflur am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 21.06.2019, 388 m, 47° 57' 49 N, 07° 16' 13 O

Abb. 3 Blauviolette Blüte des Acinos arvensis in einer Felsflur am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 21.06.2019, 388 m, 47° 57' 49 N, 07° 16' 13 O Abb. 4 Laubblätter von Acinos arvensis mit randständigen Zähnchen, in einer Felsflur am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 21.06.2019, 388 m, 47° 57' 49 N, 07° 16' 13 O

Abb. 5 Sprossachse von Acinos arvensis in einer Felsflur am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 21.06.2019, 388 m, 47° 57' 49 N, 07° 16' 13 O Abb. 6 Niederliegende Stängel von Acinos arvensis in einer Felsflur am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 21.06.2019, 388 m, 47° 57' 49 N, 07° 16' 13 O


Der Gattungsname Acinos Mill. stammt von gr. "akinos", möglicherweise die Bezeichnung von Bergminzen-Arten (Calamintha Mill.), mit nicht eindeutigem Benennungsmotiv. Das Epitheton arvensis stammt von lat. "arva" (= Ackerland), nach dem bevorzugten Standort.

Acinos arvensis wird nur selten im Garten als Zierpflanze angebaut, dabei handelt es sich. Meist handelt es sich nicht um die Nominalform, sondern Hybriden mit anderen Arten oder Sorten mit besonderen Farben der Blütenkronen. Die Pflanzen sind robust, bevorzugen einen offenen, sonnigen und warmen Platz im Garten und gedeihen am besten auf kalkhaltigen Standorten im Alpinum, Steingarten oder auch Sukkulentenbeet. Anders als die kleine Braunelle neigt die Großblütige Braunelle meist nicht zur Ausläuferbildung und hat daher nicht die Konnotation als Unkraut.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Acinos arvensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/acinos-arvensis.html am Tg.Mo.Jahr.

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