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Agave parryi Engelm.
Parrys Agave, Agavaceae - Agavengewächse
     (nach anderen Autoren Asparagaceae - Spargelgewächse)
Frühling-Sommerblüher, IV–VIII, 20–75 cm im Durchmesser, immergrün, mehrjährig

Parrys Agave kommt in einem Gebiet zwischen Zentral-Arizona, New Mexiko bis in die mexikanischen Staaten Chihuahua und Durango vor. Dort wächst sie in Höhen von 460–2.400 m. Besonders in Arizona ist sie neben Agave americana L. die am häufigsten in Gärtem angebaute Art. Die Blätter sind hellgrau bis blau-grün mit einer scharfen Spitze und zahlreichen rot-braunen Zähnen. Die Blüte kann sehr hoch werden, 3,4–6 m. Es wurden vier Unterarten beschrieben.



Abb. 1 Agave parryi var. couesii im Schnee oberhalb des East Salt River Canyon, Arizona, 05.02.2008 Abb. 2 Architektonisch schön gewachsenes Exemplar der Agave parryi in einem Privatgarten in Portugal, 03.11.1999

Abb. 3 Kräftiges Exemplar der Agave parryi in Rheinstetten, Privatgarten, 16.07.2003 Abb. 4 Agave parryi in einem Privatgarten bei Aubagne in Südfrankreich, 19.06.2003

Abb. 5 Agave parryi var. parryi am Mingus Mountain, Yavapai County, etwa auf 2.100 m über NN, Arizona, 09.02.2008 Abb. 6 Jungpflanze der Agave parryi var. huachucensis, 20–30 cm im Durchmesser, Privatgarten

Abb. 7 Blatt der Agave parryi aus Chihuahua mit langem Dorn und randständigen, gebogenen Zähnen, Privatgarten Abb. 8 Jungpflanze der Agave parryi aus Chihuahua, 10–20 cm im Durchmesser, Privatgarten

Abb. 9 Agave parryi auf sandig-lehmigem Untergrund in der Strauchschicht lichter Eichenwäldern bei Sedona, Arizona, 04.02.2008 Abb. 10 Agave parryi an vollsonniger Stelle auf einem Sandsteinschuttfächer bei Sedona, Arizona, 06.02.2008


Agave parryi var. couesii (Engelm. ex Trel.) Hearney & Peebles aus Zentral-Arizona, aus offenem Grasland und Eichen-Kiefernwäldern in Höhen von 1.100–2.100 m. Es sind Pflanzen die kleiner bleiben als die Art und im Bereich der nordwestlichen Verbreitungsgrenze wachsen.

Agave parryi var. huachucensis (Baker) Little stammt aus Süd-Arizona bis nach Chihuahua, Mexiko. Dert wächst sie auf offenen Hängen in Eichen- und Kiefernwälder, 1.550–2.150 m, eine Hochland-Variante. Es ist die größte Unterart mit Rosetten bis 85 cm Durchmesser und wurde auch als eigenständige Art A. huachucensis Baker beschrieben.

Agave parryi var. parryi deckt das allergrößte Verbreitungsgebiet der Art ab und wächst in unterschiedlichen Biotopen wie offenem Felsengelände, Grasland, Eichengehölzen, Kiefernwäldern und dem Chaparral.

Agave parryi var. truncata Gentry kommt aus einer kleinen Regionen an der Grenze der mexikanischen Staaten Durango und Zacatecas auf 2.450 m vor. Es ist eine ausgesprochen kleine Variante mit sehr kleinen Blättern, bis maximal 15 cm lang.

Der Gattungsname Agave L. leitet sich ab von gr. "agauos" (= edel, prachtvoll) und beschreibt den Habitus der Pflanzen, besonders wegen der zu Linnés Zeit häufig in Europa kultivierten A. americana L., die ja zu den größeren der Gattung gehört. Das Epitheton parryi wurde zu Ehren von Charles Christopher Parry (1823–1890) etabliert, einem britisch-amerikanischen Botaniker und Chirurgen, der extensiv Pflanzen im Südwesten der USA und Mexiko sammelte und auch einige Arten entdeckte, beispielsweise Picea engelmannii Parryi ex Engelm.



Abb. 11 Agave parryi mit zahlreichen Ableger im Unterwuchs eines lichten Eichenwaldes, wie Abb. 12 bei Sedona, Arizona, 04.02.2008 Abb. 12 Agave parryi im offenen Grasland, Nordost-Arizona bei Show Low, 06.02.2008

Abb. 13 Fruchtstände der Agave parryi und Dasylirion wheeleri S. Watson ex Rothrock an einer Felskante des East Salt River Canyon, Arizona, 06.02.2008 Abb. 14 Fruchtstand der Agave parryi var. parryi in einem Pinus-Wald auf dem Mingus Mountain, Arizona, 09.02.2008

Abb. 15 Agave parryi var. parryi mit mehreren Ableger in einer Strauchgesellschaft am Mingus Mountain, Arizona, 09.02.2008 Abb. 16 Kolonie der Agave parryi var. parryi im Schatten eines Eichenbaumes am Mingus Mountain, Arizona, 09.02.2008

Abb. 17 Etwa 6-jährige Topfpflanze, 15 cm im Durchmesser, der Agave parryi var. truncata im 1L-Topf Abb. 18 Topfpflanze, 20 cm im Durchmesser, der Agave parryi var. truncata im 1,5L-Topf



Agave parryi ist eine sehr attraktive Agave, die wegen der silbrigen, hellen Farbe der Blätter und der ausgesprochen guten Frosttoleranz in Nordamerika häufig kultiviert wird. Für den Anbau im mitteleuropäischen Exeotengarten bietet sich ein sonniger, heißer und trockener Standort an. Besonders in den Wärmelagen der Weinbaugebiete, des südlichen Rheinlands und Südost-Mitteleuropas dürfte ein Anbau an günstigen Stellen erfolgversprechend sein. Ungünstige Lagen sind zu meiden, da die Pflanzen sonst mehr oder weniger langsam absterben. Winterliches trockenes Abdecken ist sicherlich nicht verkehrt. Bietet ein Garten keine optimalen Bedingungen, kann man die Pflanzen im Topf absenken und den Winter über trocken, kühl und auch dunkel ins Gewächshaus, das ungeheizte Treppenhaus oder die Garage stellen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Agavaceae. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 5–101.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Agave parryi. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/agave-parryi.html am Tg.Mo.Jahr.

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