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Amaranthus retroflexus L.
Zurückgekrümmter Fuchsschwanz, Rauhaariger Amarant, Amaranthaceae - Fuchsschwanzgewächse
Hochsommerblüher, VII–IX, 20–120 cm hoch, sommergrün, einjährig

Der Zurückgekrümmte Fuchsschwanz stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist vom Menschen mittlerweile fast weltweit verbeitet worden. In Mitteleuropa ist er als eingebürgert zu betrachten und tritt verstreut und unbeständig an Ruderalstandorten, entlang von Verkehrsböschungen, in Krautfluren, an Wegesrändern, Weinbergen oder entlang von Fließgewässern auf. Die Pflanzen vertragen keinen Frost und daher sind einjährig. Durch massenhafte Samenproduktion ist ein Überleben gesichert. Der Zurückgekrümmte Fuchsschwanz ist grünlich weiß, oben dicht kraushaarig mit aufrechten Stängeln. Im unteren Bereich sind die Stängel oft rötlich gefärbt. Die Laubblätter sind wechselständig, bis 10 cm lang, gestielt, elliptisch oder rhombisch mit auffällig stark eingesenktem Adernetz. Die Blütenstände sind Scheinähren mit mehreren Teilblütenständen, meist aufrecht, lediglich an der Spitze etwas zurück gekrümmt. Die Blüten haben 5 Hüllblätter, die bei weiblichen Blüten spatelig mit Stachelspitze sind. Später bildet sich eine Deckkapselfrucht, die kürzer als die Blütenhülle ist und quer aufreißt. Die Samen sind glänzend, dunkelbraun bis schwarz.



Abb. 1 Blütenstand des Amaranthus retroflexus in einem Weinberg bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 157 m, 49° 55' 54 N, 07° 52' 39 O Abb. 2 Blütenstand und deutlich gestielte Laubblätter des Amaranthus retroflexus, auf einer gestörten Fläche an der Meierei auf Langeoog, 29.07.2017, 3 m, 53° 45' 00 N, 07° 35' 37 O

Abb. 3 Die Blütenhüllblätter sind beim Amaranthus retroflexus länger als die Frucht; auf einer gestörten Fläche an der Meierei auf Langeoog, 29.07.2017, 3 m, 53° 45' 00 N, 07° 35' 37 O Abb. 4 Pflanze des Amaranthus retroflexus in einem Weinberg bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 157 m, 49° 55' 54 N, 07° 52' 39 O

Abb. 5 Pflanze des Amaranthus retroflexus an einem Straßenrand bei Costa Rei, Sardinien, 15.10.2016, 9 m, 39° 14' 24 N, 09° 33' 40 O Abb. 6 Glänzend schwarze Samen, einzelne Deckel und Kapselfrüchte mit 5 längeren Blütenhüllblättern beim Amaranthus retroflexus, Straßenrand bei Costa Rei, Sardinien, 15.09.2016, 9 m, 39° 14' 24 N, 09° 33' 40 O

Der Gattungsname Amaranthus L. stammt von gr. "amarantos" (= unverwelklich) zu lat. "amarantus (= eine Pflanze, die zu Kränzen geflochten wird), ein Motiv, welches womöglich auf die als Trockenblumen genutzte Gattung verweist, letztlich aber nicht eindeutig geklärt ist. Das Epitheton retroflexus stammt von lat. "retro" (= zurück) und lat. "flexus" (= gebogen), zu zurückgebogen, nach den mehr oder weniger zurück gebogenen, rispigen Blütenständen, gleichwohl dies eher selten der Fall ist. Grund für diese Benennung dürfte sein, dass die Erstbeschreibung an einem Typusexemplar im Topf erfolgte, welches wohl dieses Merkmal aufwies. In der Natur sind die Blütenstände meist aufrecht und allenfalls an der Spitze etwas zurück gekrümmt, beziehungsweise geneigt.

Bei den Fuchsschwänzen kommen gerne spontane Hybriden vor. Diese sind manchmal kaum zuzuordnen. Die Unterscheidung erfolgt am besten anhand der Früchte. Beim Amaranthus retroflexus sind die Blütenhüllblätter länger als die Kapselfrüchte, die Kapselfrüchte reißen quer auf und es sind 5 Hüllblätter vorhanden. Hybriden bilden meist keine oder nur wenige reife Samen aus.


Abb. 7 Amaranthus retroflexus noch ohne ausgebildete Blüten- und Fruchtstände am Rande eines Spargelackers am NSG Dulbaum an der A 5 bei Alsbach, Hessen, 11.09.2015, 94 m, 49° 44' 54 N, 08° 35' 21 O Abb. 8 Kolonie des Amaranthus retroflexus oberhalb eines Strandes auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 11 m, 42° 39' 48 N, 18° 03' 53 O


Amaranthus retroflexus ist sicherlich ein dekorativer Fuchsschwanz, der einen sonnigen Standort mag. Ein offener Boden garantiert spontane, erfolgreiche Selbstaussaat. Anderenfalls sammelt man die Samen im Herbst ab und sät diese im Frühjahr in den Garten oder zieht Pflanzen im Gewächshaus vor.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Amaranthus retroflexus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/amaranthus-retroflexus.html am Tg.Mo.Jahr.

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