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Artemisia campestris L.
  synonym: Artemisia caudata Michx.
                 Oligosporus campestris (L.) Cass.<

Feld-Beifuß, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Hochsommer-, Herbstblüher, VIII–X, 30–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Feld-Beifuß tritt in Mitteleuropa gemein im Nordosten auf, wo sein Verbreitungsschwerpunkt liegt. Entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse und in den bayrischen Mittelgebirgen findet er sich verbreitet, ansonsten selten bis zerstreut oder er fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf Trockenrasen, in Felsfluren, trockenen Ruderalstellen und den Dünen. Es sind sommergrüne Halbsträucher mit einer ausdauernden Pfahlwurzel, an dessen Wurzelhals sich neue Sprossachsen bilden (Pleiokormstaude). Selten werden Wurzelsprosse gebildet. Die Pflanzen wachsen aufrecht bis niederliegend, sind verkahlend, spärlich behaart oder filzig, verzweigend und nicht duftend. Die Stängel sind meist braunrot, selten grün. Die Laubblätter sind am Zipfel stachelspitzig, 0,5–1 mm breit und 2–3-fach fiederteilig. Der Gesamtblütenstand ist sparrig rispig, oft einseitswendig, mit langen abstehenden Seitenästen. Die Blütenköpfchen sind eiförmig bis kugelig und 2–3 mm im Durchmesser.

Vom Feld-Beifuß sind zahlreiche infraspezifische Taxa beschrieben worden, deren Wertigkeit fraglich ist und oft geringfügige Merksmalsunterschiede unterschiedlicher Ökotypen etablieren sollen. Der in Mittleuropa gängigen Differenzierung wird international (so auch hier) nicht gefolgt.


Abb. 1 Teilweise freigelegte Pfahlwurzel der Artemisia campestris im Trockenrasen des Badbergs, oberhalb von Altvogtsburg, Kaiserstuhl, 31.03.2016, 406 m, 48° 05' 58 N, 07° 41' 28 O Abb. 2 Frisch austreibende, 2–3-fach fiederteilige Laubblätter der Artemisia campestris im Trockenrasen oberhalb von Altvogtsburg, Kaiserstuhl, 31.03.2016, 406 m, 48° 05' 58 N, 07° 41' 28 O

Abb. 3 Spärlich behaarte Unterart der Artemisia campestris, die von manchen Autoren als ssp. lednicensis (Spreng.) Greuter & Raab-Straube gesehen wird. Felsflur an der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 200 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 36 O Abb. 4 Einseitswendige Fruchtrispen des Vorjahres von Artemisia campestris in den Weinbergen oberhalb von Altvogtsburg, Kaiserstuhl, 31.03.2016, 400 m, 48° 05' 57 N, 07° 41' 28 O


Der Gattungsname Artemisia wurde schon in der Antike genutzt, gr. "artemisia" = Sammelbezeichnung für eine Reihe von Heilpflanzen der Gattung, die besonders zur Behandlung von Frauenleiden eingesetzt wurden und daher den Namen der Artemisia Eileithyia erhielten. Das Epitheton campestris stammt von lat. "campester" (= Feld), nach dem Standort der Pflanzen.


Artemisia campestris wird nur selten in Gärten kultiviert, dabei ist es eine architektonisch ansprechende Staude für den Steingarten oder das Xerophytenbeet

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Artemisia campestris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/artemisia-campestris.html am Tg.Mo.Jahr.

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