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Betonica officinalis L.
Heil-Ziest, Lamiaceae (= Labiatae), Lippenblütler
Hochsommerblüher, VII–VIII, 20–60 cm, mehrjährig, sommergrün

Der Heil-Ziest ist mäßig häufig in Mitteleuropa und wird nach Norden hin seltener. Eichenmischwälder, Zwergstrauchheiden und eher trockenere Wiesen sind typische Standorte des Heil-Ziests. Auch in Galmeifluren ist er zu finden. Die rötlichen Blütenstände stehen typischerweise an langen, gar nicht oder nur wenig verzweigten Stängeln mit 2–3 Paar gegenständigen Blättern. Anders als die Stängelblätter wachsen die basalen Blätter in mehr oder weniger ausgeprägten Rosettten. Anhand der Blattränder dürfte Betonica officinalis einfach zu identifizieren sein, denn diese zeigen abgerundete, konvexe Zähne (crenatus).

Manche Autoren erkennen für den Heil-Ziest die Bezeichnung Stachys officinalis (L.) Trevis. an. Zukünftig wird sich an der Nomenklatur der Gattung Stachys und verwandter Gattungen sicherlich noch einiges ändern, so dass die Linnésche Betonica den Vorzug erhält. Weniger taxonomisch als phytohistorisch und etymologisch ist der Gattungsname Betonica von Interesse, da dieser ein altes Volk auf der iberischen Halbinsel bezeichnet, die Vettones, in den heutigen westspanischen Provinzen Badajoz, Cáceres und Salamanca. Das letztendliche Benennungsmotiv bleibt allerdings unklar. "Betony" ist in angelsächsischen Ländern ein fester Begriff für die B. officinalis als Heilpflanze, was sich auch im deutschen Namen Heil-Ziest widerspiegelt.

Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der arzneilichen Nutzung der Pflanzen. Stachys bezieht sich auf die Form des Blütenstandes.

Abb. 1 Blütenstand der Betonica officinalis, Schlangenberg bei Aachen, 263 m, 50° 44' 17 N, 06° 14' 37 O Abb. 2 Basale Blätter der Betonica officinalis in der Galmeiflur, Schlangenberg bei Aachen, 263 m, 50° 44' 17 N, 06° 14' 37 O

Abb. 3 Blütenstand der Betonica officinalis am Wegesrand auf dem Bausenberg, Niederzissen 10.09.2014, 300 m, 50° 28' 00 N, 07° 13' 04 O Abb. 4 Bestand von Betonica officinalis, Schlangenberg bei Aachen, 276 m, 50° 44' 16 N, 06° 14' 53 O

Abb. 5 Pflanze der Betonica officinalis am Wegesrand auf dem Bausenberg, Niederzissen 10.09.2014, 300 m, 50° 28' 00 N, 07° 13' 04 O Abb. 6 Blütenstand der Betonica officinalis am Wegesrand auf dem Bausenberg, Niederzissen 10.09.2014, 300 m, 50° 28' 00 N, 07° 13' 04 O


Betonica officinalis ist eine dekorative Staude, die im Steingarten oder der mediterranen Pflanzung einen idealen Platz hat, zumal B. officinalis mit größeren Beständen in vielen Mittelmeerländern anzutreffen ist und von dort dem einen oder anderen Gärtner bekannt sein dürfte.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Betonica officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/betonica-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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