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Campanula rapunculus L.
Rapunzel-Glockenblume, Campanulaceae - Glockenblumengewächse
Sommerblüher, VI–VIII, 50–80 cm hoch, immergrün, zwei-, mehrjährig, kurzlebig

Die Rapunzel-Glockenblume Glockenblume tritt in der Mitte und im Westen Mitteleuropas verbreitet auf, ansonsten selten bis zerstreut. Die Bestände im Norden sind abnehmend. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt besiedelt sie Halbtrockenrasen, trockene Strauchsäume oder Ruderalstandorte an Wegen, Straßen oder Bahnanlagen, meist auf basen- oder kalkhaltigen Böden. Die Pflanzen sind immergrün, bilden eine Rübenwurzel und wurden früher als Wurzelgemüse gegessen. Die Stängel sind aufrecht, kantig, kahl oder locker behaart. Grund- und Stängelblätter sind verkehrt eiförmig, kurz gestielt oder sitzend und schwach gezähnt. Der Blütenstand ist eine reichblütige, aufrechte, schmale, lange, traubenartige Rispe mit aufgerichteten Ästen. Die Blüten sind 5-teilig, 15–25 mm lang, gestielt, hell blau-violett, schmal trichterförmig bis glockig mit bis zu einem Drittel eingeschnittenen Kronzipfeln. Seitliche Blütenstiele haben nahe dem Grund 2 Vorblätter.



Abb. 1 Aufgerichtete Äste im Blütenstand von Campanula rapunculus in den Weinbergen bei Amoltern, Kaiserstuhl, 30.05.2018, 289 m, 48° 07' 49 N 07° 40' 48 O Abb. 2 Blütenstand von Campanula rapunculus in den Weinbergen bei Amoltern, Kaiserstuhl, 30.05.2018, 289 m, 48° 07' 49 N 07° 40' 48 O


Abb. 3 Blühende Pflanze der Campanula rapunculus in den Wiesen der Wahner Heide bei Altenrath, 30.06.2013, 108 m, 50° 51' 28 N, 07° 10' 58 O Abb. 4 Verkehrt eiförmige Stängelblättter von Campanula rapunculus in den Weinbergen bei Amoltern, Kaiserstuhl, 30.05.2018, 289 m, 48° 07' 49 N 07° 40' 48 O


Abb. 5 Kantiger, kahler Stängel von Campanula rapunculus in den Weinbergen bei Amoltern, Kaiserstuhl, 30.05.2018, 289 m, 48° 07' 49 N 07° 40' 48 O Abb. 6 Blüte der Campanula rapunculus in den Wiesen der Wahner Heide bei Altenrath, 30.06.2013, 108 m, 50° 51' 28 N, 07° 10' 58 O


Abb. 7 Oberer Blütenstand der Campanula rapunculus mit etwas nickenden Einzelblüten, Wiesen der Wahner Heide bei Altenrath, 30.06.2013, 108 m, 50° 51' 28 N, 07° 10' 58 O


Der Gattungsname Campanula L. leitet sich von lat. "campana" (= Glocke) ab und beschreibt die Form der Blüte. Das Epitheton rapunculus ist abgeleitet von lat. "rapum" (= Speiserübe); die Art wurde vorlinnäisch als "Rapunculus esculentus" bezeichnet und ähnlich dem Hahnenfuß (Ranunculus) mit einem Suffix transformiert.

Campanula rapunculus ist ein hübscher Sommerblüher mit attraktiven, architektonisch auffälligen, schlanken Blütenständen. Der Standort sollte offen, warm und sonnig sein, gerne in einer Wildblumenwiese oder im Staudenbeet.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Campanula rapunculus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/campanula-rapunculus.html am Tg.Mo.Jahr.

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