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Chamaespartium sagittale
(L.) P. Gibbs
  synonym: Genista sagittalis L.
                 Genistella sagittalis (L.) Gams
                 Pterospartum sagittale (L.) Willk.
Flügelginster, Erdpfriemen, Fabaceae - Hülsenfrüchtler
Frühsommerblüher, V–VI, immergrün, 15–25 cm, mehrjährig

Der Flügelginster tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet im Südwesten auf, ansonsten ist die Art selten oder fehlt in vielen Regionen ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt werden trockene Magerrasen, Felsbänder, lichte Trockenwälder und Wegränder besiedelt, meist auf kalkfreien Böden. Die Pflanzen sind immergrüne Zwergsträucher, die eine Pfahlwurzel und sich bewurzelnde Legtriebe bilden. Die Stängel sind kriechend mit aufsteigenden bis aufrechten Zweigen. Typischerweise sind Stängel und Zweige breit geflügelt und dornenfrei, die Zweige gegliedert. Die Laubblätter stehen 2-zeilig, sind oval, 8–25 mm breit, bis 8 mm breit, rauhaarig und rasch hinfällig. Die Blüten stehen in wenigblütigen, endständigen Trauben und haben gelben Kronen. Später bilden sich behaarte, meist waagerecht abstehende Hülsenfrüchte.

Viele Autoren sehen gegenwärtig Genista sagittalis als das gültige Binomen an.


Abb. 1 Blühende Zweige von Chamaespartium sagittale, Wiese am Katharinenpfad nahe dem Katharinenberg, Kaiserstuhl, 28.05.2018, 444 m, 48° 06' 40 N, 07° 41' 54 O Abb. 2 Geflügelte und gegliederte Zweige des Chamaespartium sagittale in einem Halbtrockenrasen an der Rheinbrohler Ley, 23.06.2018, 198 m, 50° 29' 10 N, 07° 20' 23 O

Abb. 3 Freigelegte Pfahlwurzel eines Chamaespartium sagittale in einem Felsband an der Rheinbrohler Ley, 23.06.2018, 186 m, 50° 29' 11 N, 07° 20' 21 O Abb. 4 Strauch des Chamaespartium sagittale in der Fruchtphase, Felsband an der Rheinbrohler Ley, 23.06.2018, 185 m, 50° 29' 10 N, 07° 20' 21 O

Abb. 5 Aufrechte, geflügelte Zweige von Chamaespartium sagittale mit behaarten Hülsen, Felsrasen auf dem Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 291 m, 49° 49' 01 N, 07° 50' 08 O Abb. 6 Zweige mit Laubblättern des Chamaespartium sagittale, Waldrand am Katharinenpfad nahe dem Katharinenberg, Kaiserstuhl, 28.05.2018, 449 m, 48° 06' 38 N, 07° 41' 57 O

Abb. 7 Aufrechte, blühende Zweige von Chamaespartium sagittale im Felsrasen auf dem Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 291 m, 49° 49' 01 N, 07° 50' 08 O


Der Gattungsname Chamaespartium Adans. leitet sich ab von gr. "chamai" (= am Boden) und dem Binsenginster, Spartium L., die beide durch aufrechte Zweige gekennzeichnet sind. Das Epitheton sagittale leitet sich ab von lat. "sagitta" (= Pfeil), nach den pfeilähnlichen, geflügelten Zweigen.

Der Flügelginster wird gelegentlich als Zierstrauch angebaut. Er bevorzugt einen freien, sonnigen und warmen Standort, am besten auf kalkfreiem Grund im Steingarten, Yuccabeet oder dem Alpinum.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Chamaespartium sagittale. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/chamaespartium-sagittale.html am Tg.Mo.Jahr.

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