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Chelidonium majus L.
Schöllkraut, Papaveraceae - Mohngewächse
Beginn Vollfrühlingblüher, III–V, 20–80 cm hoch, halbimmergrün, mehrjährig

Das Schöllkraut ist in Mitteleuropa häufig und siedelt in Krautfluren, Säumen, lichten Mischwäldern, Parks, Gärten und urban beeinflussten Standorten. Es sind stark verzweigte, aufrecht wachsende Stauden, die in milden Wintern immergrün bleiben und dann mit einer Rosette überdauern. Die Pflanzen sind behaart und haben einen orangegelben Milchsaft. Die Blätter sind gefiedert bis fiederteilig mit abgerundeten Einbuchtungen, oberseits grün und unterseits graugrün. Die Blüten sind gelb, 4-zählig, mit 2 Kelch- und 4 Kronblättern in 2–8-blütigen Scheindolden. Die Früchte sind 2–5 cm lange, meist aufrecht stehende Schoten, die schwarze Samen enthalten.


Abb. 1 Überwinternde Blattrosette des Chelidonium majus in einem Mischwald im unteren Rurtal, zwischen Glimbach und Kofferen, 22.02.2015, 92 m, 50° 59' 44 N 06° 18' 02 O Abb. 2 Chelidonium majus vor einer Lösswand im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 14.03.2015, 312 m, 48° 04' 11 N, 07° 40' 28 O

Abb. 3 Blüte des Chelidonium majus, Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 20.05.15, 59 m, 51° 05' 00 N, 07° 00' 09 O Abb. 4 Chelidonium majus im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 07.04.2015, 315 m, 48° 04' 24 N, 07° 53' 28 O

Abb. 5 Früchte des Chelidonium majus, Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 20.05.15, 56 m, 51° 04' 50 N, 07° 00' 20 O Abb. 6 Blüten und Früchte des Chelidonium majus, Wupperauen, Leverkusen-Opladen, 20.05.15, 59 m, 51° 05' 00 N, 07° 00' 09 O



Der Gattungsname Chelidonium Mill. leitet sich ab von gr. "chelidon" (= Schwalbe), wobei das Benennungsmotiv unklar bleibt. Der Name wurde schon im Altertum genutzt und bezog sich auf mehrere Gattungen, die botanisch nah verwandt sind, beispielsweise einschließlich der Gattungen Cyclamen Mill. oder Ranunculus L. Das Epitheton majus stammt von lat. "maior" (= größer) und beschreibt die Größe der Pflanzen im Vergleich zum Gewöhnlichen Scharbockskraut, Ranunculus ficaria L., das deutlich kleiner ist, früher in der selben Gattung stand und als Chelidonium minus Garsault firmierte.

Das Schöllkraut ist eine dekorative Blütenstaude, die sonnige bis schattige Standorte toleriert. Der Boden sollte durchlässig sein, leicht feucht, auch nährstoffarm. Das Schöllkraut breitet sich gerne aus. Ungewollt aufkommende Pflanzen entfernt man. Die Anwendung als Medizinalpflanze beschränkt sich heutzutage weitgehend auf äußerliche Anwendungen gegen Warzen und als innerliches Mittel bei "Galleleiden".

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Chelidonium majus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/chelidonium-majus.html am Tg.Mo.Jahr.

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