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Corydalis solida (L.) Clairv.
Gefingerter Lerchensporn, Fumariaceae - Erdrauchgewächse
Erstfrühlingblüher, III–V, 10–30 cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Der Gefingerte Lerchensporn ist in Mitteleuropa eher selten, tritt hauptsächlich im zentralen Mitteleuropa auf und ist wesentlich seltener als der ähnliche Hohle Lerchensporn, Corydalis cava (L.) Schweigg. & Körte. Bevorzugt siedelt er in nährstoffreichen, lichten Buchen- und Laubmischwäldern oder Gebüschen. Gelegentlich sind in Siedlungsnähe aus Gärten verwilderte Bestände zu finden. Er ist eine niedrige, bis 30 cm hohe, ausdauernde Staude, wächst meist in Horsten und blüht noch vor dem Laubaustrieb des Waldes. In der Regel ziehen die Pflanzen im Sommer wieder ein, wenn die Lichtmenge am Waldboden geringer wird. Die Pflanzen überdauern als kräftige, rundliche Knolle, aus denen im Frühjahr unverzweigte, kahle Stängel mit einem schuppigen Niederblatt wachsen. Die Blütenstände sind traubig und tragen rötliche, blau bis blassrote, selten weiße Blüten mit fingerförmig (-> deutscher Name) eingeschnittenen Tragblättern. Später bilden sich bis 2 cm lange Schoten, die wenige glänzend schwarze, rundliche bis nierenförmige Samen mit einem weißen Anhängsel (Elaiosom) enthalten. Das Anhängsel ist fettreich und lockt Ameisen an, die zur Verbreitung beitragen.


Abb. 1 Traubiger Blütenstand der Corydalis solida in einem Buchenwald, Wupperaue, Leverkusen, 09.03.2014, 62 m , 51° 04' 57 N, 07° 00' 24 O Abb. 2 Corydalis solida wie Abb. 1, Wupperaue, Leverkusen, 09.03.2014, 62 m , 51° 04' 57 N, 07° 00' 24 O

Abb. 3 Asplenium adiantum-nigrum zusammen mit A. trichomanes L. und Corydalis solida am Rotenfels, Bad Münster am Stein, Nahe-Tal, 21.03.2014, 267 m, 49° 49' 01 N, 07° 50' 31 O Abb. 4 Corydalis solida, Wupperaue, Leverkusen, 09.03.2014, 62 m , 51° 04' 56 N, 07° 00' 24 O

Abb. 5 Kleine Kolonie der Corydalis solida, Wupperaue, Leverkusen, 12.03.2014, 62 m , 51° 04' 55 N, 07° 00' 26 O Abb. 6 Corydalis solida zusammen mit Polypodium vulgare am Rotenfels, Bad Münster am Stein, Nahe-Tal, 21.03.2014, 238 m, 49° 48' 58 N, 07° 50' 33 O


Die Abgrenzung der Corydalis solida von der ähnlichen C. cava ist recht einfach. Die Tragblätter letzteren Lerchensporns sind ganzrandig, die von ersterem fingerförmig eingeschnitten, zudem sind die Knollen bald hohl werdend (-> deutscher Name), während der Gefingerte Lerchensporn solide Knollen (-> lateinischer Name) hat.

Die Ableitung des Gattungsnamens Corydalis DC. stammt von gr. "korys" (= Helm), als Anspielung auf die Ähnlichkeit der gespornten Blüte mit der Federhaube des Singvogels Galerida cristata L., der Haubenlerche. Das Epitheton solida stammt von lat. "solidus" (= fest) und bezieht sich auf die solide Wurzelknolle in Abgrenzung zur meist hohlen Wurzelknolle bei C. cava.

Abb. 7 Blüten der Corydalis solida, Wupperaue, Leverkusen, 12.03.2014, 61 m , 51° 04' 58 N, 07° 00' 24 O Abb. 8 Ein Kolibrischwärmer, oder Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum L.), besucht die Blüten der Corydalis solida am Rotenfels, Bad Münster am Stein, Nahe-Tal, 21.03.2014, 238 m, 49° 48' 58 N, 07° 50' 33 O

Abb. 9 Früchte von Corydalis solida am Rotenfels, Bad Münster am Stein, Nahe-Tal, wie Abb. 3, 21.03.2014, 267 m, 49° 49' 01 N, 07° 50' 31 O Abb. 10 Hübscher Bestand der Corydalis solida am Rotenfels, Bad Münster am Stein, Nahe-Tal, 21.03.2014, 198 m, 49° 48' 53 N, 07° 50' 23 O

Abb. 11 Corydalis solida am Rotenfels, Bad Münster am Stein, Nahe-Tal, 21.03.2014, 210 m, 49° 48' 55 N, 07° 50' 27 O Abb. 12 Kultursorte Corydalis solida mit karmin-roten Blüten, Privatgarten, 29.03.2014

Abb. 13 Knollen der Corydalis solida nachdem die Pflanzen bei sonnig trockenem und warmem Vollfrühlingwetter eingezogen sind, Privatgarten 06.05.2016 Abb. 14 Spontan geöffnete Schote der Corydalis solida mit 3 schwarzen Samen und deren fettreiche Anhängsel (Elaiosome), Privatgarten 06.05.2016


Corydalis solida sind dekorative Frühjahrblüher, die Farbe mit den ersten Frühlingstagen in den Garten bringen. Ideal sind Standorte mit neutralen bis sauren, leicht feuchten Böden, auch unter Bäumen oder Sträuchern. Frisch versetzte Knollen benötigen oft einige Jahre bis zur ersten Blüten, hier ist manchmal Geduld gefordert, bis die ersten prächtigen Kolonien im Garten entstanden sind. Im Pflanzenhandel gibt es eine Reihe unterschiedlicher Kultivare mit verschiedenen Blütenfarben, Größen und Wuchseigenschaften.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Corydalis solida. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/corydalis-solida.html am Tg.Mo.Jahr.

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