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Cytisus scoparius
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  synonym: Sarothamnus scoparius (L.) W. D. J. Koch<

                 Spartium scoparium L.
Besenginster, Fabaceae - Hülsenfrüchtler
Frühsommerblüher, V–VI, sommergrün, 20–250 cm, mehrjährig

Der Besenginster kommt in fast ganz Mitteleuropa verbreitet vor, in den mitteldeutschen Trockengebirgen zerstreut. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedelt er in lichten Laubwäldern, auf Waldlichtungen, Wegböschungen oder bodensauren Brachstellen, gerne mit frischen Böden. Cystisus scoparius ist die Charakterart der Besenginsterheide; diese ist gekennzeichnet als artenarme Magerrasen-Gesellschaft mit Dominanz des Cytisus scoparius als Folge der Bewirtschaftung, zumeist als Weide.

Die jungen, aufrechten, rutenförmigen Zweige des Cytisus scoparius sind 5-kantig und tragen meist im Frühjahr 3-teilige Blätter mit Stiel oder 1-teilige Blätter ohne Stiel. Während der Blütezeit, von Mai bis Juni, erscheinen in den Achseln der Stängelblätter meist 1–2 goldgelbe, 20–25 mm lange, kahle Blüten. Die Hülsenfrüchte erscheinen ab Sommer, sind meist dicht behaart, bis zu 6 cm lang und werden zur Reife hin schwarz. Viele Jahrzehnte bleiben die Samen keimfähig und können bei idealen Bedingungen (beispielsweise Kahlschlag) keimen.


Abb. 1 Unreife Früchte des Cytisus scoparius mit deutlicher Behaarung, Arboretum Burgholz, Wuppertal 180 m, 51° 12' 29 N, 07° 06' 31 O Abb. 2 Die Blüte des Cytisus scoparius wird bis 2,5 cm lang. Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 275 m, 50° 27' 57 N, 07° 13' 36 O

Abb. 3 Bestand von Cytisus scoparius in einer Besenginsterheide mit Pferdebeweidung, Sulzbachtal, Schwarzwald, 754 m, 48° 15' 38 N, 08° 18' 56 O Abb. 4 Die jungen rutenförmigen Zweige des Cytisus scoparius sind kahl oder nur wenig behaart und 5-kantig. Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 275 m, 50° 27' 57 N, 07° 13' 36 O

Abb. 5 Exemplar des Cytisus scoparius auf einer Düne auf Langeoog, 6 m, 53° 45' 01 N, 07° 28' 39 O Abb. 6 Blühender Strauch des Cytisus scoparius in einem Adlerfarn-Bestand im Leuchter Wald zwischen Issum und Alpen, 57 m, 51° 32' 41 N 06° 30' 02 O

Abb. 7 Fruchtbildung von Cytisus scoparius, wie Abb. 3 Arboretum Burgholz, Wuppertal, 180 m, 51° 12' 29 N, 07° 06' 31 O Abb. 8 Blüten von Cytisus scoparius, Lauterbach, Schwarzwald, 777 m, 48° 14' 08 N, 08° 18' 53 O

Abb. 9 Blühender Bestand Cytisus scoparius auf einer Waldlichtung, Eicherscheid, Rur-Tal, 485 m, 50° 33' 57 N, 06° 18' 06 O Abb. 10 Blühender Cytisus scoparius in reinem Calluna vulgaris-Bestand, Nationalpark De Meinweg, Niederlande, 59 m, 51° 10' 14 N, 06° 07' 04 O

Abb. 11 Cytisus scoparius auf einer Lichtung in einem Wald bei Lorsch, 13.03.2015, 98 m, 49° 38' 44 N, 08° 32' 56 O Abb. 12 Rinde älterer Zweige des Cytisus scoparius. Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 275 m, 50° 27' 57 N, 07° 13' 36 O


Der Gattungsname Cytisus Desf. wurde schon vorlinnäisch für eine Futterpflanze aus der Familie der Hülsenfruchtgewächse genutzt, wahrscheinlich ist primär Medicago sativa L. damit gemeint gewesen; lat. "cytisus" (= Sichelklee, Sichel-Luzerne). Der Besenginster wurde entsprechend der in der Antike üblichen, weit fassenden Benennung wohl ebenfalls schon dazu gezählt. Das Epitheton scoparius leitet sich ab von gr. "skoupa" (= Besen), später zu lat. "scopae" (= Besen), was Ausdruck für die frühere Verwendung der langen Ruten als Besen ist.

Cytisus scoparius wird zwar als Besenginster bezeichnet, gehört nach heutiger Auffassung aber nicht mehr zur Gattung Genista L., sondern zum Geißklee (Cytisus). Beides sind ähnliche Gattungen mit vielen gemeinsamen Merkmalen und bilden zusammen mit einigen anderen ähnlichen Gattungen die Tribus Genisteae.
  - Cytisus: Mehrteilige Laubblätter, Blütenstiele länger oder so lang wie der Kelch
  - Genista: Einfache Laubblätter, Blütenstiele deutlich kürzer als der Kelch.

Im Garten mag Cytisus scoparius einen sonnigen und warmen Standort auf kalkfreien Böden. Es gibt unterschiedliche Kultursorten mit verschiedenen Blühfarben oder Wuchsformen. Leider sind die Pflanzen nicht sehr langlebig. Leichter Schnitt und das Einbringen der Samen in offenen Boden können die Lebensdauer verlängern, beziehungsweise den Gartenbestand gewährleisten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Cytisus scoparius. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cytisus-scoparius.html am Tg.Mo.Jahr.

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