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Medicago sativa L.
Luzerne, Alfalfa, Fabaceae - Hülsenfruchtgewächse, Hülsenfrüchtler
Sommerblüher, VI–IX, 30–80 cm hoch, immergrün, mehrjährig (kurzlebig)

Die Luzerne stammt ursprünglich aus dem südöstlichen eurasischen Raum und ist in Mitteleuropa aingeführt. Ursprünglich ist eine Kulturpflanze die besonders als Tierfutter genutzt wurde und heutzutage vielerorts eingebürgert ist. Meist sind es keine reinen Bestände der Luzerne, sondern Hybriden mit dem einheimischen Sichel-Schneckenklee, Medicago falcata L., die sich in den Beständen finden. In den Bundesländern sind die Pflanzen selten bis verbreitet, oft unstet. Reine Luzerne-Bestände blühen blau, während Bastard-Bestände bunter sind. Bevorzugt wachsen Luzerne am trockenen und warmen Stellen, gerne Ruderal, aber auch in Wiesen, an Weg- und Ackerrändern, sowie Gebüschsäumen.

Luzerne sind immergrün, meist aufrecht wachsend und bilden eine tiefe Pfahlwurzel. In der Regel sind die Pflanzen kurzlebig, wachsen rasch und tolerieren aufgrund der tiefreichenden Wurzeln lange Trockenphasen. Die Blüten sind blau bis dunkelviolett, die Hüksen glatt und 2–3,5-fach gewunden.

Vielfach finden sich Übergangsformen zur Medicago falcata, die kaum einer Art zugeordnet werden können. Es können zudem auch Rückkreuzungen vorliegen, insbesondere bei buntkronigen Sippen. Manche Autoren sehen die M. sativa daher eher als Hybridkomplex M. ×varia Martyn an.


Abb. 1 Dunkelviolette Blüten der Medicago sativa auf einem Ruderalstandort am Sportplatz Im Höfchen, Saarbrücken, 18.09.2016, 190 m, 49° 14' 29 N, 06° 55' 54 O Abb. 2 Typische, aufrecht wachsende Pflanze der Medicago sativa, Sportplatz Im Höfchen, Saarbrücken, 18.09.2016, 190 m, 49° 14' 29 N, 06° 55' 54 O

Abb. 3 Frucht der Medicago sativa mit nur 1–1,5 Windungen, die zum Hybridkomplex M. ×varia gehört. An einem Straßenrand bei Costa Rei, Sardinien, 22.10.2016, 9 m, 39° 14' 24 N, 09° 33' 40 O Abb. 4 Noch unreife Früchte von Medicago sativa mit 2–2,5 Windungen. Sportplatz Im Höfchen, Saarbrücken, 18.09.2016, 190 m, 49° 14' 29 N, 06° 55' 54 O

Abb. 5 Dunkelviolette Blüten der Medicago sativa. Ruderalstandort am Sportplatz Im Höfchen, Saarbrücken, 18.09.2016, 190 m, 49° 14' 29 N, 06° 55' 54 O Abb. 6 Die Laubblätter von Medicago sativa sind dunkelgrün bis grünblau und 3-teilig. Ruderalstandort am Sportplatz Im Höfchen, Saarbrücken, 18.09.2016, 190 m, 49° 14' 29 N, 06° 55' 54 O

Abb. 7 Sprossachse der Medicago sativa, an einem Straßenrand bei Costa Rei, Sardinien, 22.10.2016, 9 m, 39° 14' 24 N, 09° 33' 40 O Abb. 8 Blüten von Medicago sativa, Straßenrand bei Costa Rei, Sardinien, 22.10.2016, 9 m, 39° 14' 24 N, 09° 33' 40 O

Abb. 9 Blüten der Medicago sativa in den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 29.10.2016, 127 m, 50° 32' 57 N 07° 10' 12 O Abb. 10 Eher nur sichelförmig gebogene Früchte der Medicago sativa die zum Hybridkomplex M. ×varia gehören, in den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 29.10.2016, 127 m, 50° 32' 57 N 07° 10' 12 O


Der Gattungsname Medicago L. stammt von gr. "Medike" (= medisches Gras), dem Eigennamen für die als Viehfutter und Bienenwiede genutzte Art, die in Vorder- bis Mittelasien verbreitet war und mit den Perserkriegen nach Griechenland gelangte. Das Suffix "-ago" dient dabei als Abgrenzung zum ähnlichen, vorlinnäisch als Medica lunata bezeichneten Sichelklee, heute Medicago falcata. Das Epitheton sativa geht zurück auf lat. "sativus" (= angepflanzt), ein Adjektiv welches hauptsächlich für Arten genutzt wird, die schon eine sehr lange Anbau-Tradition haben.

Medicago sativa sind dekorative Pflanzen für sonnige und trockene Stellen im Staudenbeet, Steingarten oder der mediterranen Pflanzung. Sie werten den Garten mit spätsommerlicher bis herbstlicher Blüte auf.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Medicago sativa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/medicago-sativa.html am Tg.Mo.Jahr.

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