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Ulex europaeus
L.
Gewöhnlicher Stechginster, Gaspeldorn, Heckensame, Fabaceae - Hülsenfrüchtler
Frühlingblüher, V–VI, 60–120 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Gewöhnliche Stechginster stammt ursprünglich aus dem südwestlichen Europa, ist inzwischen aber auf fast allen Kontineten eingebürgert. In Mitteleuropa tritt er zumeist synathrop in Siedlungsnähe, Heiden, Waldrändern und Ruderalflächen auf. Es sind aufrechte oder aufsteigende, sparrige, sommergrüne Sträucher mit graubrauner, rissiger Rinde und verdornenden Blattstielen, Nebenblättern und Kurztrieben. Junge Zweige, Kelche, Blütenstiele und Hülsen sind abstehend behaart. Die Blüten sind gelb, achselständig zu 1–3 an den Zweigenden, haben eine 1,5–2 cm lange Krone, deren Flügel länger als das Schiffchen sind. Die Kelche sind 2-klappig und gelblich.

In wärmeren Regionen kann die Art zu einem problematischen Neophyten werden, zumal die Pflanzen einerseits relativ leicht entflammbar sind und andererseits einen hohen Deckungsgrad mit Verdrängung der Krautschicht aufweisen. Etablierte Bestände in Mitteleuropa ähneln prima vista niedrigen Exemplaren des Juniperus communis L.


Abb. 1 Blüten und Früchte des Ulex europaeus an einem Wegrand nahe des Dörfchens Erjos auf Teneriffa, 09.04.2009, 1.030 m, 28° 19' 02 N 16° 48' 36 W Abb. 2 Ulex europaeus an den Pedra Amarela in der Serra de Peninha, Westportugal, 338 m, 38° 45' 39 N, 09° 26' 08 W, 17.10.2005

Abb. 3 Braune und längsrissige Rinde von Ulex europaeus, vor der Mutter-Kind-Klinik auf Langeoog, 27.07.2017, 3 m, 53° 44' 33 N, 07° 28' 27 O Abb. 4 Behaarte Hülsen von Ulex europaeus, vor der Mutter-Kind-Klinik auf Langeoog, 27.07.2017, 3 m, 53° 44' 33 N, 07° 28' 27 O

Abb. 5 Sträucher des Ulex europaeus, vor der Mutter-Kind-Klinik auf Langeoog, 27.07.2017, 3 m, 53° 44' 33 N, 07° 28' 27 O Abb. 6 Die Blüten von Ulex europaeus stehen an den Enden der Zweige. In der Garrigue der Coto de Donana, 15.10.2010, 32 m, 37° 03' 03 N, 06° 37' 27 W

Abb. 7 Blüte von Ulex europaeus. In der Garrigue der Coto de Donana, 15.10.2010, 32 m, 37° 03' 03 N, 06° 37' 27 W Abb. 8 Nach schweren Frostschäden regeneriert Ulex europaeus nicht immer. Dieser Strauch starb trotz Bildung von Wasserreisen letztlich ab, 20.06.2009

Abb. 9 Blühende Sträucher des Ulex europaeus an einem Wegrand nahe des Dörfchens Erjos auf Teneriffa, 09.04.2009, 1.030 m, 28° 19' 02 N 16° 48' 36 W Abb. 10 Terminale, dornige Sprossachsen von Ulex europaeus, vor der Mutter-Kind-Klinik auf Langeoog, 27.07.2017, 3 m, 53° 44' 33 N, 07° 28' 27 O


Der Gattungsname Ulex L. wurde schon vorlinnäisch genutzt, lat. "ulex" (= rosmarinähnlicher Strauch), ohne dass Benennungsmotiv und etymologische Wurzel gesichert sind. Das Epitheton europaeus bezieht sich auf die Herkunft der Art.

Gewöhnliche Stechginster sind prächtige Frühlingblüher für bodensaure und sonnige Standorte im Garten. Die Winterhärte reicht bis Z 8. Manchmal sterben einzelne Zweige nach kältere Wintern ab, dies ist in der Regel kein Problem. Verholzte Pflanzen, die stark zurückfrieren sterben meist ab. Nach der Blüte ist ein vorsichtiges Ausputzen der Pflanzen ratsam, um die Architektur zur Geltung zu bringen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer. und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Ulex europaeus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ulex-europaeus.html am Tg.Mo.Jahr.

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