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Diplotaxis tenuifolia (L.) DC.
Schmalblättriger Doppelsame, Rucola, Brassicaceae - Kreuzblütler
Beginn Frühsommerblüher, VI–IX, 20–80 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Schmalblättrige Doppelsame stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist in Mitteleuropa eingebürgert (Neophyt). Er besiedelt ruderale Standorte entlang von Wegen, Böschungen, Schuttplätzen, Äckern und tritt besonders in den großen Stromtälern und den östlichen Mittelgebirgen auf. Die Pflanzen bilden eine Pfahlwurzel und im ersten Jahr nach der Keimung oft eine Blattrosette, die sich später verliert. Im Winter überdauern sie mit den Grundblättern. Die Stängel können etwas verholzen, sind verzweigt und kahl. Meist finden sich 3–6 Laubblätter am Stängel, die fiederteilig sind, mit länglichen bis linealen Abschnitten. Die Kelchblätter sind 4–7 mm lang, die 4 Kronblätter 8–15 mm. Letztere sind schwefelgelb. Die Schoten sind 2–5 mm lang, haben 12–35 mm lange Fruchstiele und sind zudem zwischen Kelchansatz und Schote nochmals kurz, 0,8–3 mm lang gestielt. In den Schoten befinden sich zahlreiche, hellbraune Samen in 2 Reihen.

Diplotaxis tenuifolia wird in der Küche als Rucola verwendet, da der senfähnliche Geschmack etwas Schärfe und Würze gibt. Es ist eine der wenigen in Mitteleruopa vorkommenden Pflanzen, die einen "jüngeren" C4-Stoffwechsel haben.

Abb. 1 Blütenstand der Diplotaxis tenuifolia am Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 08.10.2015, 25 m, 42° 39' 46 N, 18° 04' 19 O Abb. 2 Blüten von Diplotaxis tenuifolia oberhalb eines Strandes auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 08.10.2015, 11 m, 42° 39' 48 N, 18° 03' 53 O

Abb. 3 Pflanze der Diplotaxis tenuifolia am Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 08.10.2015, 25 m, 42° 39' 46 N, 18° 04' 19 O Abb. 4 Junge Pflanze der Diplotaxis tenuifolia im ersten Jahr mit Grundblättern, die eine Rosette bilden, Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 08.10.2015, 27 m, 42° 39' 45 N, 18° 04' 22 O

Abb. 5 Pflanze der Diplotaxis tenuifolia am Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 08.10.2015, 23 m, 42° 39' 47 N, 18° 04' 12 O Abb. 6 Bestand von Diplotaxis tenuifolia auf dem Parkplatz am Hauptbahnhof von Cagliari, Sardinien, 21.10.2016, 2 m, 39° 12' 57 N, 09° 06' 22 O

Abb. 7 Pflanze der Diplotaxis tenuifolia im ersten Jahr mit noch angedeuteter grundständiger Rosette an einem Weg am Rheinufer bei Düsseldorf-Hamm, 20.09.2009, 32 m, 51° 12' 06 N, 06° 44' 05 O Abb. 8 Stängelblätter von Diplotaxis tenuifolia, auf dem Parkplatz am Hauptbahnhof von Cagliari, Sardinien, 21.10.2016, 2 m, 39° 12' 57 N, 09° 06' 22 O

Abb. 9 Blüten und Schoten der Diplotaxis tenuifolia am Wegesrand im Dorf-Zentrum von Langeoog, 04.08.2010, 7 m, 53° 45' 02 N, 07° 28' 41 O Abb. 10 Pflanze der Diplotaxis tenuifolia am Wegesrand im Dorf-Zentrum von Langeoog, 04.08.2010, 7 m, 53° 45' 02 N, 07° 28' 41 O



Der Gattungsname Diplotaxis stammt von gr. "diploos" (= doppelt) und gr. "taxis" (= Reihe), zu Doppelreihe, nach den in 2 Reihen angeordneten Samen in den Schoten. Auch der deutsche Name referiert darauf. Das Art-Epitheton tenuifolia stammt von lat. "tenuis" (= dünn, fein) und lat. "-folius" (= -blättrig), zu schmalblättrig, als Hinweis auf die Form der schmalen Abschnitte der Laubblätter.

Im Gartenbau wird Diplotaxis tenuifolia kaum als Zierpflanze angebaut, eher als Nutzpflanze für den Gewürz- und Salatgarten. Ein stickstoffreicher und basenhaltiger Boden mit sonnigem Stand sind ideal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Diplotaxis tenuifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/diplotaxis-tenuifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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