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Iris histrioides (G. F. Wilson) S. Arn.
Kleine Zwerg-Schwertlilie, Iridaceae - Irisgewächse (Schwertliliengewächse)
Erstfrühlingblüher, II–IV, 10–50 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Kleine Zwerg-Schwertlilie stammt aus dem südöstlichen Europa. Sie gehört zu den Winter-, beziehungsweise Erstfrühlingblühern, die gleichzeitig mit den Schneeglöckchen blühen und prächtige Farbakzente in den noch "schlafenden Garten" bringen. Die Pflanzen werden bis 50 cm hoch, in der Kultur in Mitteleuropa meist kleiner bleibend bis etwa 20 cm. Die Laubblätter sind lineal, vierkantig, zur Blütezeit noch nicht voll entwickelt. Die Blüten sind dunkelblau bis violett, selten hellblau bis weiß, mit gelbem Mittelstreifen. Später bilden sich 3-kammerige Fruchtkapseln.

Iris histrioides ist Elternteil zahlreicher interessanter Iris-Hybriden, die sich im Blühzeitpunkt und den Blütenfarben unterscheiden. Manche Autoren sehen die Art als Varietät der I. reticulata Bieb. var. histriodes G. F. Wilson.



Abb. 1 Helle, gelblich-weiße Blüte der Iris histrioides 'North Star' in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, 18.02.2017 Abb. 2 Blühende Pflanze der Iris histrioides × winogradowii 'Sheila Ann Germaney' im Winter, Privatgarten, 21.01.2016

Abb. 3 Außenseite des Perigons von Iris histrioides 'North Star' in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, 18.02.2017 Abb. 4 Blühende Topfpflanzen von Iris 'Sheila Ann Germaney' im 0,3L-Topf, 28.02.2015

Abb. 5 Bodeneben oder leicht im Boden versenkt erscheinen zum Frühsommer hin die Früchte der Iris histrioides, 30.05.2015, Privatgarten Abb. 6 Blüten der Iris histrioides 'Lady Beatrix Stanley', 01.03.2015, Privatgarten

Abb. 7 Samenkapsel der Iris histrioides mit den zahlreichen hellbraunen Samen, 16.06.2015, Privatgarten Abb. 8 Schwarz-violette Blüten von Iris histrioides 'George' in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, 18.02.2017

Abb. 9 Weiß, blau und gelb gefärbte Blüten von Iris histrioides 'Eye Catcher' in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, 18.02.2017 Abb. 10 Außenseite des Perigons von Iris histrioides 'Eye Catcher' in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, 18.02.2017


Der Gattungsname Iris L. geht auf gr. "iris" (= Regenbogen) zurück und verweist auf die farbenreichen Blüten der Arten der Gattung. Auch in der Medizin wird die Regenbogenhaut des Auges Iris genannt. Das Epitheton histrioides ist nicht eindeutig, es geht auf lat. "histrio" (= Schauspieler) und gr. "-oeides" (= -ähnlich) zurück. Möglich erscheint ein Benennungsmotiv in Verweis auf die eigenwilligen Farben der Blütenblätter die sich je nach Lichteinfall deutlich verändern und zur Züchtung zahlreicher attraktiver Sorten und Kreuzungen führten.

Iris histrioides ist zusammen mit I. winogradowii Fomin Kreuzungspartner der sehr attraktiven Sorte Iris 'Sheila Ann Germaney', die sich durch wasserblaue Farbe der krone und einem Blühzeitpunkt im Spätwinter, meist schon im Februar, auszeichnet. Mithin also ein unentbehrlicher Exot für den Garten in der kalten Jahreszeit.

Ebenfalls sehr attraktiv ist die alte und eigentlich fast schon vergessene Sorte Iris histrioides 'Lady Beatrix Stanley', die sich durch eine leuchtend blaue Blütenfarbe auszeichnet und ebenfalls im Spätwinter blüht, etwa Februar bis März.

Ideale Standorte im Garten sind sonnig, neutral bis leicht alkalisch und relativ trocken mit durchlässigem Boden. Steingarten, Exotenbeete, Yucca-Arrangements wären interessante Einsatzbereiche. Im Sommer sollten die Beete ruhig mal trocken stehen. Beim Pflanzen sollte bedacht werden, dass die Zwiebeln etwa 10 cm tief gesetzt werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Iris histrioides. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/iris-histrioides.html am Tg.Mo.Jahr.

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