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Iris pseudacorus L.
Sumpf-Schwertlilie, Iridaceae - Irisgewächse (Schwertliliengewächse)
Frühsommerblüher, V–VII, 80–100 cm hoch, sommer-/wintergrün, mehrjährig

Die Sumpf-Schwertlilie ist in Mitteleuropa häufig und besiedelt feuchte Biotope, Überschwemmungszonen, sumpfige Bereiche oder Gewässer, an deren Rändern oder in flachen Wasserzonen. Auenwälder oder Erlenbrüche sind ebenfalls typische Habitate. Manche Populationen, besonders an künstlichen Teichen oder in Siedlungsnähe sind vom Menschen ausgebrachte Pflanzen. Pflanzen an trockeneren Plätzen ziehen im Winter ein, während jene an feuchten oder nassen Stellen manchmal wintergrün bleiben können. Die schwertförmigen Blätter sind schmal, bis 3 cm breit, aufrecht und ähneln dem Indischen Kalmus, Acorus calamus L., ebenfalls eine Wasserpflanze die das gleiche Habitat besiedelt (Name). Auch die Rhizome beider Arten sind sehr ähnlich. Die Blüte der Sumpf-Schwertlilie ist rein gelb, das Rhizom horizontal spreitend.


Abb. 1 Leuchtend gelb und dekorativ ist die Blüte der Iris pseudacorus, Privatgarten Abb. 2 Blätter von Iris pseudacorus (re.) im Vergleich mit Blättern des Acorus calamus (li.), Botanischer Garten Münster, 67 m, 51° 57' 48 N, 07° 36' 31 O

Abb. 3 Iris pseudacorus im Moor der Wahner Heide, 87 m, 50° 52' 17 N, 07° 09' 46 O Abb. 4 Iris pseudacorus im Sumpf des Eller-Forstes, Düsseldorf, 47 m, 51° 12' 17 N, 06° 52' 51 O

Abb. 5 Iris pseudacorus am Eselsbach, Eller-Forst, Düsseldorf, 46 m, 51° 11' 41 N, 06° 52' 32 O Abb. 6 Früchte der Iris pseudacorus in einer Feuchtwiese auf Langeoog, 03.08.2010, 1 m, 53° 45' 05 N, 07° 33' 58 O


Die Abgrenzung der Iris pseudacorus von den anderen drei Arten der Gattung ist recht einfach, da sie die einzige mit rein gelber Blüte ist. Ähnlich sind gelb blühende Sorten der Holunder-Schwertlilie, Iris sambucina L., deren gelbes Perigon (Perigon deshalb, weil sich Kelch- und Kronblätter nicht unterscheiden lassen) zumeist heller ist und von dunklen Adern durchzogen. Pflanzen der I. sambucina sind meist kleiner, bis 70(–90) cm, blühen später und besiedeln trockene Standorte wie Felsfluren, (Halb-)Trockenrasen oder Mauern.

Der Gattungsname Iris L. leitet sich von gr. "iris" (= Regenbogen) ab und deutet auf den Farbenreichtum der Blüten der Schwertlilien hin. Das Epitheton pseudacorus bezieht sich auf die Ähnlichkeit mit dem Acorus calamus L. Obwohl die Gattung weiblich gebeugt wird, beispielsweise Iris pallida Lam. oder Iris foetidissima L., bleibt die -us Endung des Art-Epithetons erhalten, da es von Acorus abgeleitet wird.

Iris pseudacorus sind hübsche einkeimblättrige Pflanzen, die schon lange in Kultur sind. Sowohl als Wasserpflanzen als auch im trockenen Beet können Sumpf-Schwertlilien eingesetzt werden. Je feuchter der Boden desto besser gedeihen sie. Kombinationen mit anderen Iridis oder schwertblättrigen Pflanzen wie Yuccae sind reizvoll.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Iris pseudacorus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/iris-pseudacorus.html am Tg.Mo.Jahr.

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