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Juncus conglomeratus L.
  synonym: Juncus communis var. conglomeratus (L.) E. Mey.
                 Juncus effusus var. conglomeratus (L.) Engelm.
                 Juncus leersii T. Marsson
                 Juncus subuliflorus Drejer
Knäuelbinse, Juncaceae - Binsengewächse
Vollfrühlingblüher, V–VII, 20–100 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Knäuselbinse tritt in Mitteleuropa in allen Bundesländern verbreitet auf. Sie findet sich auf feuchten bis nassen Wiesen, Weiden und Mooren, an Ruderalstandorten, entlang von Gräben, Wegen und Waldschlägen, sowie in Dünentälern an der Küste. Es sind immergrüne Pflanzen, die dichte Horste ohne Ausläufer mit starr aufrechten Stängeln bilden. Die Stängel sind graugrün, nur wenig glänzend, mit 15–24 etwas rauen Längsrippen, ungerieft und gestreift. Der Blütenstand ist terminal mit einem 5–15 cm langen Tragblatt, welches den Halm fortsetzt. Der Blütenstand ist eine dichte, vielblütige Spirre (Rispe, deren Seitenachsen die Hauptachse übergipfeln, so dass eine Trichterform entsteht, ähnlich wie beim Mädesüß, Filipendula ulmaria (L.) Maxim.), die kopfig zusammen gezogen ist. Die Perigonblätter sind 2,5–3,5 cm lang. Die Kapsel ist etwas kürzer als das Pergion.


Abb. 1 Kopfiger Blütenstand von Juncus conglomeratus an einem Bachrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 83 m, 50° 58' 14 N, 06° 38' 52 O Abb. 2 Vergleich der Blütenstände von Juncus conglomeratus (links) mit der Flatterbinse, J. effusus L. (rechts), Bachrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 83 m, 50° 58' 14 N, 06° 38' 52 O

Abb. 3 Blütenstand einer putativen Hybride von Juncus conglomeratus × effusus mit intermediären Merkmalen, am Fuß des Damms vom Dortmund-Ems-Kanal in der Ickerschen Heide, 15.06.2017, 70 m, 51° 36' 48 N, 07° 21' 32 O Abb. 4 Blütenstand von Juncus conglomeratus, am Fuß des Damms vom Dortmund-Ems-Kanal in der Ickerschen Heide, 15.06.2017, 70 m, 51° 36' 48 N, 07° 21' 32 O

Abb. 5 Pflanzen des Juncus conglomeratus in einer Graudünen-Grasflur am Ostende auf Langeoog, 0 m, 53° 44' 58 N, 07° 37' 22 O, 27.07.2017 Abb. 6 Fruchtstand von Juncus conglomeratus in einer Graudünen-Grasflur am Ostende auf Langeoog, 0 m, 53° 44' 58 N, 07° 37' 22 O, 27.07.2017


Der Gattungsname Juncus L. wurde von Linné aus antiker Literatur übernommen, mit unklarem Benennungsmotiv, lat. "juncus" (= Binse). Das Epitheton conglomeratus stammt von lat. "conglomertus" (= gehäuft) und bezieht sich auf die dicht gedrängten, knäuelartig angeordneten Blüten.

Die Knäuelbinse wird zwar oft als Unkraut wahrgenommen, insbesondere in der Landwirtschaft, dennoch sind es dekorative, immergrüne Pflanzen für sonnige und feuchte Lagen im Garten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Juncus conglomeratus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/juncus-conglomeratus.html am Tg.Mo.Jahr.

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