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Lamium maculatum L.
Gefleckte Taubnessel, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Frühlingblüher, III–X, 15–60(–100) cm hoch, (winter-) sommergrün, mehrjährig

Die Gefleckte Taubnessel ist in Mitteleuropa mäßig häufig und siedelt gerne in Staudenfluren, Gebüschen, Wegesrändern und nährstoffreichen Ruderalflächen. Oft sieht man sie vergesellschaftet mit der Weißen Taubnessel, Lamium album L., und der Gewöhnlichen Brennnessel, Urtica dioica L., ist aber nicht so häufig wie beide. Ähnlich des L. album ist beim L. maculatum der Stängel hohl und deutlich vierkantig, die Blüten stehen in Scheinquirlen (zwei gegenüberliegende Blütenstände bilden scheinbar einen Blütenstand, der wie ein Quirl = Wirtel aussieht), wie es typisch für viele Lamiaceae ist. Charakteristisch ist die karminrote Lippenblüte mit der gefleckten Unterlippe; Name. Selten sind die Blüten weiß. Lamium maculatum bildet kurze unter- und oberirdische Ausläufer.


Abb. 1 Lamium maculatum an einem Wegesrand auf dem Bausenberg, Niederzissen, 17.04.2015, 286 m, 50° 27' 51 N, 07° 13' 14 O Abb. 2 Größerer Bestand des Lamium maculatum an einem Wegesrand im Sulzbachtal, mittlerer Schwarzwald, 21.04.2014, 48° 14' 39 N, 08° 15' 51 O

Abb. 3 Lamium maculatum an einem Wegesrand auf dem Bausenberg, Niederzissen, 17.04.2015, 295 m, 50° 27' 55 N, 07° 13' 07 O Abb. 4 Lamium maculatum, Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 11.05.2013, 41 m, 51° 07' 09 N 06° 52' 34 O

Abb. 5 Kolonie des Lamium maculatum am Rheinufer bei Duisburg-Hüttenheim, 23.04.2916, 28 m, 51° 22' 19 N, 06° 42' 17 O Abb. 6 Die Krupp-Mannesmann Hüttenwerke (HKM) am Rheinufer bei Duisburg-Hüttenheim, 23.04.2916, direkt am Standort des Lamium maculatum


Die Abgrenzung des Lamium maculatum von den anderen Arten der Gattungen der Lamiaceae und Urticaceae ist manchmal schwierig, besonders bei nicht blühenden Exemplaren. Hier hilft meist nur ein Bestimmungsbuch oder das Warten auf die Blüte. Von den rötlichen blühenden Arten der Gattung ist L. purpureum L. ähnlich, dieses bleibt aber wesentlich kleiner, 10–25 cm hoch, ist am Stängel behaart und hat eine nicht so feine Zeichnung auf der Unterlippe.

Die Etymologie des Gattungsnamens Lamium ist nicht gesichert, lat. "lamium" (= Taubnessel). Möglicherweise spielt das Motiv der schlundförmigen Blüte eine Rolle, lat. "lamia" (= Vampir). Das Epitheton maculatum leitet sich ab von lat. "maculatus" (= gefleckt) und bezieht sich auf die gefleckte Unterlippe der Blüten.

Lamium maculatum wird nur selten als Gartenpflanze kultiviert, da ihm wie anderen Arten der Gattung wohl die Konnatation der Unkräuter anhaftet. Dabei können blühende Bestände durchaus attraktiv sein oder eine Ergänzung im naturnahen Garten darstellen. Eine flache Rhizomsperre und regelmäßige Ausläuferkontrolle bewahrt vor unerwünschter Ausbreitung.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S..
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Lamium maculatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lamium-maculatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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