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Lamium purpureum L. s. l.
Purpurrote Taubnessel, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Vorfrühlingblüher, III–X, 10–40 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Purpurrote Taubnessel ist in Mitteleuropa häufig und besiedelt gerne nährstoffreiche Biotope an Äckern, Wegesrändern, Gärten und Weinbergen. Ursprünglich stammt die Art aus dem Mittelmeerraum und wurde schon im Alterum nach Mitteleuropa eingeschleppt. Sie ist sehr formenreich und es sind zahlreiche Unterarten oder Arten beschrieben. Die Purpurrote Taubnessel im weiteren Sinne (sensu lato = s. l.) hat weiche, kahle, oft rotviolett unterlaufene Stängel. Die Laubblätter sind länglich eiförmig, 3-eckig, herzförmig am Grunde, 1–2 mal so lang wie breit und stumpfkerbig bis grob gezähnt. Die Blüten sitzen 6–10 in 3–7 Scheinquirlen (2 oder mehr gegenüberliegende Blütenstände bilden scheinbar einen Blütenstand, der wie ein Quirl = Wirtel aussieht), sind karminrosa oder selten weiß. Die Tragblätter sind kurz gestielt, eventuell sitzend, aber nicht stängelumfassend. Die Kronröhre hat innen einen deutlichen Haarring. Der Kelch ist glockig-röhrig, kahl oder leicht behaart mit lanzettlichen Zähnen.



Abb. 1 Blüten des Lamium purpureum mit den rotviolett unterlaufenen Laubblättern, am Rheinufer bei Duisburg-Hüttenheim, 23.04.2916, 28 m, 51° 22' 17 N, 06° 42' 17 O Abb. 2 Individuenreicher Bestand des Lamium purpureum in einem Gebüschstreifen bei Dorsten-Rhade, 16.04.2016, 55 m, 51° 45' 26 N, 06° 56' 13 O

Abb. 3 Blütenstand des Lamium purpureum in einem Gebüschstreifen bei Dorsten-Rhade, 16.04.2016, 55 m, 51° 45' 26 N, 06° 56' 13 O Abb. 4 Vorfrühlingsblüte des Lamium purpureum in einem Weinberg bei Altvogtsburg Kaiserstuhl, 31.03.2016, 387 m, 48° 05' 15 N, 07° 41' 34 O

Abb. 5 Massenbestand des Lamium purpureum von der Seite, in einem Weinberg bei Altvogtsburg Kaiserstuhl, 31.03.2016, 387 m, 48° 05' 15 N, 07° 41' 34 O Abb. 6 Lockere Scheinquirle beim Lamium purpureum, Weinberg bei Altvogtsburg Kaiserstuhl, 31.03.2016, 385 m, 48° 05' 13 N, 07° 41' 30 O

Abb. 7 Blüten und rot unterlaufene Laubblätter beim Lamium purpureum, Weinberg bei Altvogtsburg Kaiserstuhl, 31.03.2016, 385 m, 48° 05' 13 N, 07° 41' 30 O Abb. 8 Pflanzen des Lamium purpureum in einem sandigen Rasen auf der Büdericher Insel, Wesel, 30.04.2016, 24 m, 51° 38' 34 N, 06° 36' 44 O


Die Abgrenzung des Lamium purpureum von den anderen Arten der Gattung ist recht einfach. Lediglich die Gefleckte Taubnessel, L. maculatum L., hat gewisses Verwechselungspotential. Diese hat deutlich größere Blüten, behaarte Stängel und die Laubblätter sind nicht rot unterlaufen.

Die Etymologie des Gattungsnamens Lamium ist nicht gesichert, lat. "lamium" (= Taubnessel). Möglicherweise spielt das Motiv der schlundförmigen Blüte eine Rolle, lat. "lamia" (= Vampir). Das Epitheton purpureum leitet sich ab von lat. "purpureus" (= purpurfarben) und bezieht sich auf rot unterlaufenen Laubblätter.

Lamium purpureum ist nur sehr selten als Gartenpflanze zu sehen, da ihm wohl die Konnatation eines Unkrautes anhaftet. Dabei können blühende Bestände durchaus attraktiv sein, besonders in der blütenarmen Zeit des Vorfrühlings den Garten mit Farbe bereichern.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S..
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Lamium purpureum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lamium-purpureum.html am Tg.Mo.Jahr.

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