Startseite

Maianthemum bifolium (L.) F. W. Schmidt
Zweiblättriges Schattenblümchen, Convallariaceae - Maiglöckchengewächse
                                                  oder Asparagaceae - Spargelgewächse
Vollfrühlingsblüher, V–VII, 5–15(–20) cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Zweiblättrige Schattenblümchen ist in Mitteleuropa mäßig häufig und besiedelt gerne Hainsimsen-Buchenwälder, Eichenmischwälder und zwergstrauchreiche Nadelholzwälder. Es verbreitet sich unter anderem über kriechende Rhizome und bildet so größere, zusammenhängende Kolonien. Meist besitzt jeder blühende Stängel zwei parallelnervige Blätter (-> deutscher und lateinischer Name!), seltener drei. Nicht blühende Stängel haben meist nur ein Blatt. Der Blütenstand ist eine aufrechte Traube mit vierzähligen, weißen Blüten. Zum Herbst bilden sich zuerst rötlich gefleckte, grüne, später zur Reife dann vollständig rote Beeren.


Abb. 1 Kolonie des Maianthemum bifolium im Mai zum Blattaustrieb, Wuppertalsperre, 280 m, 51° 10' 31 N, 07° 18' 16 O Abb. 2 Reife Früchte des Maianthemum bifolium, wie Abb. 1, Wuppertalsperre, 280 m, 51° 10' 31 N, 07° 18' 16 O

Abb. 3 Unreife, gefleckte Früchte des Maianthemum bifolium am Rand eines Fichtenforstes in der Hildener Heide bei Düsseldorf, 27.07.2014, 88 m, 51° 10' 53 N, 06° 57' 56 O Abb. 4 Unreife, gefleckte Früchte des Maianthemum bifolium, Schrolicksee, Nettetal, 40 m, 51° 21' 08 N, 06° 14' 49 O

Abb. 5 Blütenstand von Maianthemum bifolium im Juni, wie Abb. 1, Wuppertalsperre, 280 m, 51° 10' 31 N, 07° 18' 16 O Abb. 6 Blüten des Maianthemum bifolium im Frühsommer, Privatgarten



Die Abgrenzung des Maianthemum bifolium vom Gewöhnlichen Maiglöckchen, Convallaria majalis L., ist vor der Blüte recht schwierig - Maianthemum bifolium wurde früher auch zur Gattung Convallaria L. gezählt. Bei M. bifolium sind die Blätter herzförmig, während sie bei C. majalis breit lanzettlich sind. In der Blüte sind beide kaum mehr zu verwechseln, da die Staubfäden des M. bifolium deutlich über den Blüte hinaus ragen. 

Der Gattungsname Maianthemum F. H. Wigg. setzt sich zusammen aus lat. "Maius" (= Mai) und gr. "anthemon" (= Blüte) als lateinisch-griechisches Lehnwort von Maiblume (= Maiglöckchen), unter dessen Gattung das Zweiblättrige Schattenblümchen früher eingeordnet wurde.

Abb. 7 Herzförmiges Blatt von Maianthemum bifolium links und breit lanzettliche Blätter von Convallaria majalis im Herbstlaub, bei Sankt Augustin, 06.10.2013, 116 m, 50° 44' 56 N, 07° 11' 14 O Abb. 8 Ungewöhnlich: Ein bodendeckender, vollsonniger Bestand des Maianthemum bifolium am Esterweger Moor, 17.07.2015, 14 m, 53° 00' 34 N, 07° 38' 27 O


Abb. 9 Blütenknospen von Maianthemum bifolium, Laubmischwald der Hildener Heide, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O, 01.05.2015 Abb. 10 Maianthemum bifolium breitet sich nicht nur im Boden über das Rhizom aus, sondern auch auf vermooster Borke. Laubmischwald der Hildener Heide, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O, 01.05.2015

Abb. 11 Bestand des Maianthemum bifolium in einem lichten Laubmischwald der Hildener Heide bei Düsseldorf, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O, 01.05.2015 Abb. 12 Maianthemum bifolium bildet zusammen mit Anemone nemorosa L. einen dichten Teppich im Laubmischwald der Hildener Heide, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O, 01.05.2015


Für den Garten ist Maianthemum bifolium sicherlich eine interessante Pflanze, da es schwierige Stellen unter dichtem Bewuchs oder mit Wurzeldruck besiedeln kann. Als sommerlicher Bodendecker mit Frühlingsblüte und Herbstbeeren bietet es sich geradezu an. Der Boden sollte leicht feucht und am besten frisch sein. Es gibt rötlich blühende Sorten und solche mit gefüllten Blüten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Maianthemum bifolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/maianthemum-bifolium.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de