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Malva sylvestris L.
Wilde Malve, Große Käsepappel, Rosspappel, Malvaceae - Malvengewächse
Sommerblüher, VI–X, 50–100 cm, (halb-)immergrün, (zwei-)mehrjährig, kurzlebig

Die Wilde Malve ist ein ausgiebiger Sommerblüher, der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und hier eingebürgert ist = Archäophyt. Arten, die sich vor der Entdeckung Amerikas und der Renaissance (etwa um 1500 n. Chr.) in einem Gebiet neu ansiedelten, werden Archäophyten genannt. In Mitteleuropa ist die Wilde Malve zerstreut bis verbreitet. Bevorzugt siedelt die Art an xerothermen ruderalen Standorten entlang von Wegen, auf Böschungen, Schuttplätzen oder in Siedlungsnähe. Die Stängel wachsen aufrecht oder niederliegend, sind mehr oder weniger dicht behaat. Die Laubblätter haben behaarte Blattstiele, sind im oberen Stängelbereich 3–7-teilig gelappt, etwa bis zur Hälfte geteilt. Die Blüten stehen zu 2–6 in den Blattachseln, sind purpurfarben mit dunklen Längsstreifen, 15–30 mm lang und 3–4 mal so lang wie der Kelch. Die Kelch ist sternhaarig und die 3 Außenkelchblätter sind länglich eiförmig.

Manche Autoren unterscheiden eine var. mauritiana (L.) Boiss., die deutlich dunklere Kronblätter hat, wenig behaarte bis kahle Stängel und eiförmige Außenkelchblätter. Diese Varietät ist wesentlich seltener als die Art und findet sich meist unbeständig und selten an Ruderalstandorten.


Abb. 1 Blüte mit dunklen Längsstreifen bei Malva sylvestris, am Ufer des Rheins bei Düsseldorf-Volmerswerth, 09.08.2009, 31 m, 51° 11' 02 N, 06° 45' 40 O Abb. 2 Blüten der Malva sylvestris, am Ufer des Rheins bei Düsseldorf-Volmerswerth, 09.08.2009, 31 m, 51° 11' 02 N, 06° 45' 40 O

Abb. 3 Pflanzen der Malva sylvestris im Herbst an einem Wegesrand im Weinbaugebiet des Badberg, Kaiserstuhl, 11.09.2015, 381 m, 48° 05' 56 N, 07° 41' 18 O Abb. 4 Laubblätter und Blüten der Malva sylvestris auf einem Halbtrockenrasen bei Supetar, Brac, Kroatien, 18.10.2012, 31 m, 43° 22' 49 N, 16° 33' 37 O

Abb. 5 Blüte und behaarte Stängel von Malva sylvestris auf einem Halbtrockenrasen bei Supetar, Brac, Kroatien, 18.10.2012, 31 m, 43° 22' 49 N, 16° 33' 37 O Abb. 6 Laubblätter und Blüten der Malva sylvestris auf einem Halbtrockenrasen bei Supetar, Brac, Kroatien, 18.10.2012, 31 m, 43° 22' 49 N, 16° 33' 37 O

Abb. 7 Laubblätter und Blüten der Malva sylvestris an einem Wegesrand im Weinbaugebiet des Badberg, Kaiserstuhl, 11.09.2015, 381 m, 48° 05' 56 N, 07° 41' 18 O Abb. 8 Pflanze der Malva sylvestris mit Übergängen zur var. mauritiana in den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 29.10.2016, 127 m, 50° 32' 57 N 07° 10' 12 O

Abb. 9 Frucht der Malva sylvestris in den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 29.10.2016, 127 m, 50° 32' 57 N 07° 10' 12 O Abb. 10 Stängel und doppelte Kelche der möglichen Malva sylvestris var. mauritiana in den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 29.10.2016, 127 m, 50° 32' 57 N 07° 10' 12 O

Der Gattungsname Malva L. stammt von gr. "malache" (= Malve) und bezog sich auf die als Wildgemüse genutzte Art M. neglecta Wallr., die Weg-Malve. Das Benennungsmotiv bleibt unklar. Das Epitheton sylvestris stammt von lat. "silvestris" (= Wald, im Wald lebend, auch: wild lebend), nach dem häufigen Auftreten der Art entlang von Waldrändern oder auf gestörten Flächen.

Als Gartenpflanze eignet sich Malva sylvestris sehr gut. Eine lange Blütezeit und die dekorative Blüte versprechen eine Bereicherung des Gartens. Es gibt zahlreiche Kultursorten mit unterschiedlichen Blütenfarben, wobei besonders die var. mauritiana sehr hübsch ist.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Malva sylvestris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/malva-sylvestris.html am Tg.Mo.Jahr.

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