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Medicago falcata L.
  synonym: Medicago borealis Grossh.
                 Medicago procumbens Besser
                 Medicago quasifalcata Sinskaya
                 Medicago sativa ssp. falcata (L.) Arcang.
Sichelklee, Sichel-Luzerne, Fabaceae - Hülsenfruchtgewächse, Hülsenfrüchtler
Sommerblüher, VI–IX, 20–50 cm hoch, halbimmergrün, mehrjährig (kurzlebig)

Die Sichel-Luzerne tritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt in den kalkhaltigen Mittelgebirgen. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch, in Nordamerika ist die Art eingebürgert. Bevorzugt besiedeln die Pflanzen Trockenstandorte auf Rasen, Böschungen, in Gebüschen und Wäldern. Sichelklee ist meist immergrün, wächst niederliegend bis aufrecht und ist reich verzweigt. In der Regel sind die Pflanzen kurzlebig, wachsen rasch und tolerieren aufgrund der tiefreichenden Wurzeln lange Trockenphasen. Die Laubblätter sind 3-zählig, gestielt, mit etwa 10 mm langen, schmal elliptischen, an der Spitze etwas gesägten Blättchen. Die Blüten stehen in dichten Trauben, sind gelb, gestielt und 7–11 mm lang. Die Hülsen sind sichelförmig bis fast gerade.

In Bereichen wo die einheimische Medicago falcata auf die ursprünglich aus dem südost-eurasischen Raum eingeführte Medicago sativa L. trifft, können sich leicht Hybriden bilden. Diese zeichnen sich durch buntkronige Blütenstände aus, die von dunkelviolett bis schmutzig-gelb reichen. Die Hülsen sind 1–3,5-fach gewunden. Oft sind diese Hybriden kaum einer Art eindeutig zuzuordnen und werden von manchen Auroten als Hybridkomplex M. ×varia Martyn (Medicago sativa ssp. media (Pers.) Schübl. & G. Martens) angesehen.


Abb. 1 Typische, sichelförmig gebogene Früchte der Medicago falcata, kalkhaltiger Waldsaum im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 03.08.2016, 443 m, 50° 30' 39 N, 06° 37' 12 O Abb. 2 Gelb blühende Pflanze der Medicago falcata, kalkhaltiger Waldsaum im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 03.08.2016, 443 m, 50° 30' 39 N, 06° 37' 12 O

Abb. 3 Frucht der Medicago ×varia mit nur 1–1,5 Windungen, an einem Straßenrand bei Costa Rei, Sardinien, 22.10.2016, 9 m, 39° 14' 24 N, 09° 33' 40 O Abb. 4 Archetypische, schmutzig gelbe bis violette Kronen der Hybridsippe Medicago ×varia, kalkhaltiger Waldsaum im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 03.08.2016, 443 m, 50° 30' 39 N, 06° 37' 10 O

Abb. 5 Früchte der Hybridsippe Medicago ×varia mit 1–1,5 Windungen, kalkhaltiger Waldsaum im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 03.08.2016, 443 m, 50° 30' 39 N, 06° 37' 10 O Abb. 6 Eher nur 1-fach gewundene Früchte der Medicago ×varia, in den Weinbergen der Landskrone bei Heppingen im Ahrtal, 29.10.2016, 127 m, 50° 32' 57 N 07° 10' 12 O


Der Gattungsname Medicago L. stammt von gr. "Medike" (= medisches Gras), dem Eigennamen für die als Viehfutter und Bienenwiede genutzte Art, die in Vorder- bis Mittelasien verbreitet war und mit den Perserkriegen nach Griechenland gelangte. Das Suffix "-ago" dient dabei als Abgrenzung zum ähnlichen, vorlinnäisch als Medica lunata bezeichneten Sichelklee, heute Medicago falcata. Das Epitheton falcata geht zurück auf lat. "falcatus" (= sichelförmig gekrümmt), nach der Form der Hülsen.

Medicago falcata ist eine dekorative Art für sonnige und trockene Stellen im Staudenbeet, Steingarten oder der mediterranen Pflanzung. Sie werten den Garten mit spätsommerlicher bis herbstlicher Blüte auf.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Medicago falcata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/medicago-falcata.html am Tg.Mo.Jahr.

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