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Platanthera bifolia (Custer) Rchb.
  synonym: Habenaria bifolia (L.) R. Br.
                 Orchis bifolia L.
                 Platanthera metabifolia F. Maek.
                 Satyrium bifolium (L.) Wahlenb.
                 Sieberia bifolia (L.) Spreng.
Weiße Waldhyazinthe, Weiße Kuckucksblume, Zweiblättrige Kuckucksblume, Orchidaceae - Orchideen
Beginn Frühsommerblüher, V–VII, 10–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Weiße Kuckucksblume tritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt in den Mittelgebirgen und den Alpen. Ihr Verbreitungsgebiet eurasisch und reicht bis nach Sibirien und Japan. Bevorzugt siedelt sie in lichten Mischwäldern, auf Halbtrockenrasen, Wiesen und Niedermooren. Die Pflanzen bilden 2 basale, länglich eiförmige Blätter und einen ährigen, zylindrischen Blütenstand mit zahlreichen weißen Blüten. Die Blüten tragen einen 1,3–4 cm langen, fadenförmigen, spitzen Sporn; 2 seitliche, rechtwinklig abstehende Sepale und eine breit linealische Lippe.

Der Blühzeitpunkt überlappt sich mit dem der ähnlichen Grünlichen Kuckucksblume, Platanthera chlorantha (Custer) Rchb., die nur geringfügig früher aufblüht. Wegen der Gleichzeitigkeit gibt es häufig Hybriden, die oft Schwierigkeiten in der Identifizierung bieten. Die Staubbeutelfächer der Zweiblättrigen Kuckucksblume stehen eng parallel, während jene der Grünlichen Kuckucksblume weit auseinander stehen und die "Tiefe der Blüte öffnen".


Abb. 1 Blütenstand der Platanthera bifolia in einer Moorwiese der Wahner Heide am Köln-Bonner Flughafen, 30.06.2013, 91 m, 50° 52' xx N, 07° 09' xx O Abb. 2 Platanthera bifolia in einer Niedermoorwiese der Wahner Heide am Köln-Bonner Flughafen, 30.06.2013, 91 m, 50° 52' xx N, 07° 09' xx O

Abb. 3 Blüten der Platanthera bifolia mit den eng stehenden Staubbeutefächern (Pfeile). Moorwiese in der Wahner Heide, 30.06.2013, 91 m, 50° 52' xx N, 07° 09' xx O Abb. 4 Regulär finden sich bei Platanthera bifolia 2 Grundblätter, Moorwiese in der Wahner Heide, 30.06.2013, 91 m, 50° 52' xx N, 07° 09' xx O


Der Gattungsname Platanthera Rich. leitet sich ab von gr. "platys" (= flach, breit) und gr. "antheros" (= blühend), ein Verweis auf die flachen, breit ausgebildeten, fertilen Staubbeutel; im Gegensatz zur Gattung Cephalanthera Rich. mit kopfartigen Antheren, gr. "kephale" (= Kopf). Das Epitheton bifolia stammt von lat. "bifolius" (= zweiblättrig), nach den 2 Grundblättern.

Platanthera bifolia ist für den Anbau im naturnahen Garten oder den Orchideen-Experten von Bedeutung. Wie bei allen Orchideen sollten nur Pflanzen aus gärtnerischer Vermehrung, keine Naturentnahmen im Garten kultiviert werden, besonders auch weil die P. chlorantha auf der Roten Liste steht und die Bestände rückläufig sind. Ein frischer, feuchter Boden, halbschattig oder sonnig dürfte ideal sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Platanthera bifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/platanthera-bifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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