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Retama raetam (Forssk.) Webb & Berthel.
  synonym: Genista raetam Forssk.
                 Lygos raetam (Forssk.) Heywood
                 Spartium raetam (Forssk.) Spach
Ruten-Retama, Fabaceae - Hülsenfrüchtler
Frühlingblüher, II–VI, 250–350cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Die Ruten-Retama stammt aus dem südlichen Mittelmeergebiet und den Kanaren, wo die Pflanzen küstennah entlang von Gewässern, in den Dünen und trockeneren Bereichen der Marsch-Gebiete (spanisch "Marisma") vorkommen. Siehe auch Mediterrane Ginster.  

Retama raetam ist ein Strauch oder kleiner Baum mit rutenförmigen Zweigen, kaum höher als 3 m, selten bis 4 m. Die Rinde junger Äste ist glatt. An älteren Ästen oder Stämmen bildet sich eine tief längsfurchige, dunkelbraune Borke. Die Zweige sind fast blattlos. Lediglich an den silbrigen, jungen Zweigen sind 3–7 mm lange, lineare bis linear-lanzettliche Blättchen vorhanden, die bald abfallen. Später werden die Zweige hellgrün und überhängend. Die Blüten erscheinen in hängenden Trauben, sind duftend, weiß, 15–17 mm lang, mit behaarter Fahne; die Flügel sind so lang wie das stumpfe Schiffchen oder kürzer; die Kelche sind karmesinrot. Zum Herbst bilden sich 7–18 mm lange, aufgeblasene, nicht aufspringende Schoten mit zu einem Schnabel verschmälerter Spitze, die jeweils nur 1, selten bis zu 3 Samen enthalten.

Die Abgrenzung der Retama raetam von der sehr ähnlichen R. monosperma (L.) Boiss. kann schwierig sein. Letztere hat ebenfalls weiße Blüten, unterscheidet sich nur durch geringfügige Merkmale wie die kleineren, 9–13 mm langen Blüten, das zugespitzte Schiffchen und die Hülse mit kurzer, gekrümmer Spitze. Das ähnliche Spartium junceum L. hat gelbe Blüten. Retama sphaerocarpa (L.) Haywood blüht ebenfalls gelb.


Abb. 1 Weiße Blüten der Retama raetam oberhalb des Dörfchens Erjos auf Teneriffa, 10.04.2009 Abb. 2 Blühende Sträucher der Retama raetam oberhalb des Dörfchens Erjos auf Teneriffa, 10.04.2009

Abb. 3 Blühende Sträucher der Retama raetam oberhalb des Dörfchens Erjos auf Teneriffa, 10.04.2009 Abb. 4 Profuse, weiße Blüten der Retama raetam oberhalb des Dörfchens Erjos auf Teneriffa, 10.04.2009

Abb. 5 Blühende Sträucher der Retama raetam oberhalb des Dörfchens Erjos auf Teneriffa, 10.04.2009


Der Gattungsname Retama Raf. leitet sich ab aus span. und port. "retama" (= Ginster), was wahrscheinlich auf hebr. "Retham" (= strauchiges Hülsenfruchtgewächs) zurück zu führen ist. Das Epitheton raetam hat die selbe etymologische Wurzel.

Retama raetam ist eine äußerst dekorative, mediterrane Art mit langen, überhängenden Ästen und Zweigen. Die Blüten sind weiß und duften sehr angenehm. Die Winterhärte reicht wahrscheinlich nur bis –9 °C, was Z 8b bis 9 entsprechen dürfte. Langfristerfahrungen liegen nicht vor. Der bizarre Wuchs und die leuchtend weiße Blüte sind ornamental sehr wertvolle Merkmale.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Retama raetam. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/retama-raetam.html am Tg.Mo.Jahr.

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