Startseite

Salvia pratensis L.
  synonym: Gallitrichum pratense (L.) Fourr.
                 Plethiosphace pratensis (L.) Opiz
                 Sclarea pratensis (L.) Mill.
Wiesen-Salbei, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Frühsommerblüher, V–VIII, 20–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Wiesen-Salbei tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt in den Mittelgebirgen; im Norden wird er selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Er ist ein dekorativer, wärmeliebender Sommerblüher, der bevorzugt auf Trocken- und Halbtrockenrasen, sowie sonnigen Wiesen wächst, aber auch ruderal auf Dämmen, an unbefestigten Wegrändern oder Straßenböschungen vorkommt. Die Pflanzen sind sommergrün. Die Laubblätter sind größtenteils grundständig, am Stängel finden sich nur vereinzelte, im Gegensatz zum ähnlichen Steppen-Salbei, Salvia nemorosa L., der überwiegend Blätter am Stängel aufweist. Die Stängel sind unten kurz borstig, oben drüsig behaart und deutlich 4-kantig, was durch die kreuzgegenständigen Blätter verursacht wird. Auffällig sind die violetten oder rosafarbigen (manchmal weißen) Blüten, die an kräftigen, sich verzweigenden Blütenständen erscheinen. Mit bis zu 3 cm Größe sind die Blütenkronen durchaus imposant. Sie stehen in 6–12 Scheinquirlen und haben anliegend an der Oberlippe einen markanten Griffel, der deutlich über die Oberlippe hinaus ragt und in 2 kleinen Narbenlappen endet.


Abb. 1 Salvia pratensis auf einem Halbtockenrasen am Bahlinger Eck im Kaiserstuhl, 28.05.2018, 441 m, 48° 06' 32 N, 07° 41' 58 O Abb. 2 Salvia pratensis mit deutlich erkennbaren Griffeln, die über die Oberlippe hinaus reichen, Friedrichsfeld bei Wesel, Niederrhein, 51° 37' 55 N, 06° 41' 12 O

Abb. 3 Salvia pratensis in den artenreichen Wiesen des Ahbach-Tals am Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2914, 382 m, 50° 19' 42 N, 06° 46' 13 O Abb. 4 Blüten der Salvia pratensis, Wiese im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 453 m, 50° 30' 01 N, 06° 37' 16 O

Abb. 5 Salvia pratensis auf dem Mittelstreifen der Universitätsstraße Düsseldorf, 23.05.2015 Abb. 6 Ein 4-kantiger Stängel der Salvia pratensis, Wiese im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 453 m, 50° 30' 01 N, 06° 37' 16 O

Abb. 7 Drüsig behaarte Stängel der Salvia pratensis, Wiese im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 453 m, 50° 30' 01 N, 06° 37' 16 O Abb. 8 Individuenreicher Bestand der Salvia pratensis in den Wiesen des Botanischen Gartens Düsseldorf, 23.05.2015

Abb. 9 Pflanze der Salvia pratensis im Trockenrasen am Bollenberg, Elsass, Frankreich, 30.05.2018, 292 m, 47° 56' 29 N, 07° 15' 29 O Abb. 10 Rosafarbene Pflanze der Salvia pratensis im Trockenrasen am Bollenberg, Elsass, Frankreich, 30.05.2018, 290 m, 47° 56' 25 N, 07° 15' 28 O


Die Verwendung der Gattung Salbei als Heilpflanzen erschließt sich auch etymologisch, lat. "salvare" (= retten, heilen). Das Epitheton pratensis stammt von lat. "pratum" (= Wiese) und verweist auf den bevorzugten Standort auf Wiesen.

Als Gewürzpflanze eignet sich Salvia pratensis weniger, da sie kaum aromatisch ist. Im Garten jedoch ist der Wiesen-Salbei eine echte Bereicherung für warme, sonnige Standorte, am besten leicht sandig, basen- oder kalkhaltig. Pflanzen benötigen nach der Keimung bis zur ersten Blüte meistens 2–4 Jahre. Als mehrjährige Pflanze ist S. pratensis über lange Zeit hinweg eine dekorative Bereicherung des Gartens.

Referenzen
Guenther, K. 1942: Naturbuch vom Schwarzwald. Südlicher Schwarzwald, Baar und oberes Donautal. – Herder & Co. Verlagsbuchhandlung, Freiburg, 178 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Salvia pratensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/salvia-pratensis.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de