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Sambucus ebulus L.
Zwerg-Holunder, Attich, Adoxaceae - Moschuskrautgewächse
Hochsommerblüher, VI–VIII, 60–200 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Zwerg-Holunder tritt in Mitteleuropa verbreitet im Süden auf, Richtung Norden zerstreut bis selten oder fehlt ganz. Bevorzugt siedelt er an Ruderalstandorten, Staudenfluren oder auf Lichtungen im Wald. Die Pflanzen bilden unterirdische Ausläufer, riechen unangenehm, verholzen nicht oder nur unwesentlich (krautig) und ziehen im Winter ein. Die Stängel sind unverzweigt, gefurcht und grün, oft gefleckt oder rot unterlaufen. Die Laubblätter sind unpaarig gefiedert mit 5–9 Paaren lanzettlicher Fiedern, 1 Endfieder und mit nebenblattähnlichen, herabgerichteten Fiedern. Die Blüten stehen in Doldenrispen, sind bis 7 mm groß, haben weiße Kronblätter, rotbraune Staubeutel, die später schwarz werden. Unreife Früchte sind gefurcht und grün, reife Früchte schwarz und glatt.


Abb. 1 Blüten des Sambucus ebulus mit den braunroten Staubbeuteln. Am Rheinufer bei Duisburg-Hüttenheim, 21.08.2016, 28 m, 51° 22' 17 N, 06° 42' 17 O Abb. 2 Großer Bestand des Sambucus ebulus mit bis zu 2 m hohen Pflanzen in einer Staudenflur am Rheinufer bei Duisburg-Hüttenheim, 21.08.2016, 28 m, 51° 22' 17 N, 06° 42' 17 O

Abb. 3 Reife, schwarze beerenfrüchte des Sambucus ebulus, Rheinufer bei Duisburg-Hüttenheim, 21.08.2016, 28 m, 51° 22' 17 N, 06° 42' 17 O Abb. 4 Die Laubblätter von Sambucus ebulus sind unpaarig gefiedert. Rheinufer bei Duisburg-Hüttenheim, 21.08.2016, 28 m, 51° 22' 17 N, 06° 42' 17 O

Abb. 5 Der Stängel von Sambucus ebulus ist grün, rot und gefurcht. Rheinufer bei Duisburg-Hüttenheim, 21.08.2016, 28 m, 51° 22' 17 N, 06° 42' 17 O Abb. 6 Doldenrispiger Aufbau des Fruchtstandes von Sambucus ebulus. Rheinufer bei Duisburg-Hüttenheim, 21.08.2016, 28 m, 51° 22' 17 N, 06° 42' 17 O

Der Gattungsnamen Sambucus L. existierte schon vorlinnäisch und zog sich auf den Schwarzen Holunder, Sambucus nigra L., während der Rote Holunder, Sambucus racemosa L., als "ebulus" bezeichnet wurde. Als Bennungsmotiv ist eine indogermanische Wurzel von "sab" oder "sap" (= Saft, Geschmack), über lat. "sapa" (= Saft), für den purpurroten Saft des Schwarzen Holunders möglich. Das Epitheton ebulus wurde in der Antike für den Roten Holunder genutzt und erst von Hildergard von Bingen im Mittelalter auf den Attich umbezogen. Ein Benennungsmotiv ist unklar, ebenso die althochdeutsche Wurzel "attuh" für den deutschen Namen Attich.

Sambucus ebulus sind hübsche Sommerstauden mit dekorativen Blüten und Früchten. An idealen Standorten können sie bis 2 m Höhe errreichen und einen prächtigen Staudengarten etablieren. Hübsch sind Kombinationen mit großblättrigen Exoten, wie Paulownia tomentosa (Thunb.) Steud. oder Musa basjoo Siebold & Zucc. ex Linuma.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Sambucus ebulus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sambucus-ebulus.html am Tg.Mo.Jahr.

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