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Sambucus nigra L.
  synonym: Sambucus graveolens Willd.
                 Sambucus peruviana Kunth
Schwarzer Holunder, Adoxaceae - Moschuskrautgewächse
Sommerblüher, VI–VII, 300–700 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Schwarze Holunder ist in Mitteleuropa gemein und der häufigste aller 3 heimischen Holunderarten. Er findet sich in Wäldern, Strauchgesellschaften, Säumen und Ruderalstandorten. Die Pflanzen sind Sträucher oder kleine Bäume mit verholzenden Sprossachsen. Frische Stängel und junge Zweige haben ein weißes Stängelmark. Die Laubblätter sind gefiedert, mit Zipfeln oder Drüsen am Grund. Die Blüten stehen in flachen Doldenrispen, haben weiße Kronblätter und gelbe Staubbeutel, die später schwarz werden. Unreife Früchte sind grün, reife Früchte schwarz.


Abb. 1 Unreife, grüne Fruchtstände von Sambucus nigra in einem Gehölzstreifen am Ruhrstadion, Bochum, 26.08.2016, 117 m, 51° 29' 33 N, 07° 14' 18 O Abb. 2 Reife, schwarze Früchte von Sambucus nigra in einem Gehölzstreifen am Ruhrstadion, Bochum, 26.08.2016, 117 m, 51° 29' 33 N, 07° 14' 18 O

Abb. 3 Die Laubblätter von Sambucus nigra sind unpaarig gefiedert. Gehölzstreifen am Ruhrstadion, Bochum, 26.08.2016, 117 m, 51° 29' 33 N, 07° 14' 18 O Abb. 4 Abgestorbener Strauch der Sambucus nigra in den Braundünen auf Langeoog, 12.07.2015, 3 m, 53° 45' 12 N, 07° 32' 20 O

Der Gattungsnamen Sambucus L. existierte schon vorlinnäisch und bezog sich auf den Schwarzen Holunder, Sambucus nigra L., während der Rote Holunder, Sambucus racemosa L., als "ebulus" bezeichnet wurde. Letzteres wurde von Linné auf den Zwergholunder, Sambucus ebulus L., übertragen. Als Benennungsmotiv ist eine indogermanische Wurzel von "sab" oder "sap" (= Saft, Geschmack), über lat. "sapa" (= Saft), für den purpurroten Saft des Schwarzen Holunders möglich. Das Epitheton nigra stammt von lat. "niger" (= schwarz), nach dem schwarzen Früchten.

Sambucus nigra wird häufig in Mitteleuropa in Gärten angebaut, besonders in naturnahen Gärten. Er eignet sich auch bestens für die Blüten-Frucht-Ernte.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Sambucus nigra. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sambucus-nigra.html am Tg.Mo.Jahr.

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