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Silene latifolia Poir.
   synonym: Lychnis alba Mill.
                  Melandrium album (Mill.) Garcke
                  Melandrium dioicum ssp. album (Mill.) D. Löve
                  Silene alba (Mill.) E. H. L. Krause
                  Silene latifolia ssp. alba (Mill.) Greuter & Burdet
                  Silene pratensis (Rafn) Gren. & Godr.
Weiße Lichtnelke, Caryophyllaceae - Nelkengewächse
Beginn Frühsommerblüher, VI–IX, 30–100 cm hoch, immergrün, mehrjährig, kurzlebig

Die Weiße Lichtnelke tritt im Norden Mitteleuropas gemein auf, ansonsten verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet ist eurasisch, in Amerika ist sie eingebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf Äckern, in Strauchsäumen und Ruderalstandorten wie Wegrändern, Bahndämmen oder Schuttflächen. Die Pflanzen sind immergrün und bilden unterirdische Ausläufer, so dass sich im Laufe der Zeit größere Kolonien bilden können. Die Stängel wachsen aufsteigend bis aufrecht, sind verzweigt und behaart. Die Laubblätter sind 3–10 cm lang, eiförmig bis lanzettlich. Die Pflanzen sind zweihäusig, getrenntgeschlechtig. Die Krone ist weiß, selten hellrosa, bis cm im Durchmesser und weist eine Nebenkrone auf. Die Blüten duften und öffnen sich erst nachmittags oder abends. Weibliche Blüten sind 20-nervig, männliche 10-nervig. Später bilden sich 10-zähnige Kapselfrüchte.


Abb. 1 Blühende Pflanze der Silene latifolia in einem Gehölzstreifen im Dorf auf Spiekeroog, 13.07.2015, 5 m, 53° 46' 18 N, 07° 41' 45 O Abb. 2 Blüten von Silene latifolia in einem Grasstreifen an einer Weide auf Langeoog, 28.07.2017, 0 m, 53° 44' 56 N, 07° 30' 30 O


Abb. 3 Blühende Pflanze der Silene latifolia in einer Grasflur im Rheinbogen bei Stürzelberg, 16.05.2010, 35 m, 51° 09' 35 N, 06° 50' 46 O Abb. 4 Zumeist noch geschlossene Blüten der Silene latifolia am frühen Nachmittag. Deich am Flughafen auf Baltrum, 26.07.2016, 3 m, 53° 43' 36 N, 07° 22' 20 O


Abb. 5 Blüte mit behaartem und aufgeblasenem Kelch von Silene latifolia an einem Wegrand auf Langeoog, 29.07.2017, 1 m, 53° 44' 03 N, 07° 29' 33 O Abb. 6 Blüten mit zentralen, kleinen Nebenkronen bei Silene latifolia an einem Wegrand auf Langeoog, 29.07.2017, 1 m, 53° 44' 03 N, 07° 29' 33 O


Abb. 7 Zumeist noch geschlossene Blüten der Silene latifolia am frühen Nachmittag. Deich am Flughafen auf Baltrum, 26.07.2016, 3 m, 53° 43' 36 N, 07° 22' 20 O


Der Gattungsname Silene L. soll der griechischen Mythologie entlehnt worden sein und zielt auf die Ähnlichkeit des fettbäuchigen Begleiters des Dionysos (Bacchus), Silen, mit den aufgeblasenen Kelchen der S. vulgaris (Moench) Garcke ab. Manche Autoren sehen die Art der Gattung Cucubalus L. wegen der Beerenfrüchte zugehörig; lat. "cucubalus" beschreibt ein Nachtschattengewächs und umfasste wohl die Tollkirsche und den Hühnerbiss; die eytmologische Wurzel bleibt unklar. Das Epitheton latifolia stammt von lat. "latus" (= breit, weit) und lat. "folium" (= Blatt) zu "breitblättrig", nach dem Umriss der Laubblätter.

Silene latifolia ist ein hübscher Sommerblühe für Staudenpflanzungen und Strauchrabatte. Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Silene latifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/silene-latifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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