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Teucrium chamaedrys L.
Edel-Gamander, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Hochsommerblüher, VII–IX, 10–25(–35) cm hoch, (sommer-)immergrün, mehrjährig

Der Edel-Gamander tritt in der Mitte und im Süden Mitteleuropas selten bis verbreitet auf und fehlt im Norden. Sein Verbreitungsgebiet ist europäisch-vorderasiastisch. Er besiedelt trockene und warme, basen- und kalkreiche Standorte auf Magerrasen, in lichten Wäldern, entlang von Wegen und Böschungen, in Schotter- und Felsfluren. Es sind aromatisch riechende, verholzende, zumeist immergrüne Halbsträucher mit kriechenden Sprossen, die bewurzeln können. Die Zweige sind niederliegend oder aufsteigend, wollig und manchmal rotviolett unterlaufen. Die Laublätter sind sitzend oder kurz gestielt, oval und mit 4–8 Zähnchen am Blattrand. Die Blüten befinden sich in achselständigen, 1–6-blütigen Blütenständen, sind 10–12 mm lang, karminrot oder selten weiß. Ober- und Unterlippe sind miteinander verwachsen, die Oberlippen sind zipfelig, die Unterlippe abgerundet. Die Staubfäden sind dunkelrot bis violett, typischerweise nach vorne oben gerichtet und gebogen.

Manche Autoren unterscheiden zwei Unterarten:
Teucrium chamaedrys ssp.chamaedrys, den Breitblättrigen Edel-Gamander, mit eher dünnen und kaum gestielten Blättern
Teucrium chamaedrys ssp.germanicum (F. Herm.) Rech. F., den Schmalblättrigen Edel-Gamander, mit eher fleischigen und deutlich gestielten Blättern

Abb. 1 Blüte von Teucrium chamaedrys in einem lichten Waldsaum auf Kalk im Urft-Tal, Eifel, 10.07.2016, 443 m, 50° 30' 43 N, 06° 37' 06 O Abb. 2 Kelche des Teucrium chamaedrys nach der Blüte, Weinberge bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 137 m, 49° 55' 50 N, 07° 52' 50 O

Abb. 3 Blüten des Teucrium chamaedrys, Weinberge bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 137 m, 49° 55' 50 N, 07° 52' 50 O Abb. 4 Pflanze des Teucrium chamaedrys, Weinberge bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 137 m, 49° 55' 50 N, 07° 52' 50 O

Abb. 5 Blüte des Teucrium chamaedrys, Weinberge bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 137 m, 49° 55' 50 N, 07° 52' 50 O Abb. 6 "Eichenähnliche" Laubblätter von Teucrium chamaedrys, Weinberge bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 137 m, 49° 55' 50 N, 07° 52' 50 O

Abb. 7 Blühende Sprossachsen des Teucrium chamaedrys in einem thermophilen Saum im Urft-Tal, Eifel, 10.07.2016, 437 m, 50° 30' 50 N, 06° 36' 41 O Abb. 8 Blüten von Teucrium chamaedrys, Waldrand oberhalb der Weinberge bei Oberbergen, Kaiserstuhl, 12.09.2015, 384 m, 48° 06' 03 N, 07° 39' 46 O

Abb. 9 Blütenstand von Teucrium chamaedrys, Waldrand oberhalb der Weinberge bei Oberbergen, Kaiserstuhl, 12.09.2015, 384 m, 48° 06' 03 N, 07° 39' 46 O Abb. 10 Die "kriechende" Eigenschaft eines Teucrium chamaedrys an einem Wegesrand in den Bergen oberhalb von Soller, Mallorca, 28.07.2003, 134 m, 39° 46' 30 N, 02° 41' 14 O


Der Gattungsname Teucrium L. leitet sich wahrscheinlich von gr. "Teukros" ab, dem eponymischen König in der Troas, einer kleinasiatischen Landschaft nördlich von Troja. Das Epitheton chamaedrys stammt von gr. "chamai" (am Boden, niedrig) und gr. "drys" (= Eiche) und bezieht sich auf kriechende Wuchseigenschaft der Pflanzen mit ihren eichenähnlichen Laubblättern.

Der Edel-Gamander ist eine dekorative Pflanze für den Steingarten oder das Alpinum. Ein sonniger und warmer Standort, am besten auf Kalk, ist ideal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Teucrium chamaedrys. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/teucrium-chamaedrys.html am Tg.Mo.Jahr.

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