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Tussilago farfara L.
Huflattich, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Spätwinterblüher, II–IV, 5–40 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Huflattich gehört zu den am frühesten im Jahr blühenden, mitteleuropäischen Pflanzen. Er ist häufig an Wegrändern und gut an der gelben Blüte zu erkennen, die noch vor den Blättern erscheint, zeitig im Frühjahr, manchmal noch während des Winters. Gerne besiedelt Tussilago farfara Ufersäume, Krautfluren und typischerweise urbane Flächen wie Schutthalden, Bodenanrisse oder sonstige Störungsflächen. Auf letzteren Flächen kann T. farfara Massenbestände bilden, solange die Sukzessionsfolge noch nicht weit fortgeschritten ist. Tussilago farfara bildet lange unterirdische Ausläufer. Die Stängel sind mit Schuppenblättern besetzt. Nach der Blüte nicken die Stängel deutlich. Blätter sind unterseits weißlich, filzig mit kaum sichtbaren Adern, oberseitig grün und randständig mit braunen Zähnchen besetzt. Wie typisch für Asteraceae bildet auch der Huftlattich Samen (Nüsschen) mit "Fallschirmen" aus. Diese Pappi dienen der Windverbreitung (Anemophilie).


Abb. 1 Die Ausläufer von Tussilago farfara können über 1 m lang werden und sind am Ende oft rötlich unterlaufen, Gartenbestand Abb. 2 Tussilago farfara an einem Wegrand, Lauterbach, Schwarzwald, 727 m, 48° 14' 02 N, 08° 20' 03 O

Abb. 3 Tussilago farfara-Massenbestand auf Bauland im Zentrum von Triberg, Schwarzwald, heute nicht mehr existent, 685 m, 48° 07' 46 N, 08° 13' 49 O Abb. 4 Tussilago farfara im Schnee, am Triberger Wasserfall, Schwarzwald, 01.04.2010, 774 m, 48° 07' 40 N, 08° 13' 38 O

Abb. 5 Tussilago farfara fruchtende Pflanze, Marscheider Wald, Wuppertal, 283 m, 51° 14' 51 N, 07° 15' 53 O Abb. 6 Tussilago farfara, wie Abb. 1, neu austreibendes Blatt mit filzig weißer Unterseite und braunen Randzähnchen


Die Abgrenzung der Tussilago farfara von den Pestwurzarten Petasites hybridus und P. albus ist ohne Blüte etwas schwierig. Petasites hybridus hat wesentlich größere Blätter, bis 90 cm im Durchmesser oder selten mehr, ebenso P. albus bis 40 cm, während bei T. farfara die Blätter kaum über 20 cm im Durchmesser erreichen.

Der Gattungsname Tussilago leitet sich von lat. "tussis" (= Husten) ab. Nicht eindeutig ist die Herkunft des Epithetons farfara. Einerseits könnte es sich auf die grauweiße Unterseite der Blätter beziehen, lat. "far" (= Mehl) und lat. "-fer" (= tragend). Eine andere Deutungsmöglichkeit erwähnt Bruch (1917), der es als Transkription des oskisch-umbrischen "farfa" (= Bart) sieht, was den unterseits behaarten Blättern entspräche. Das erste Auftreten dieses Wortstammes im Lateinischen als "farferus" findet sich beim römischen Komödiendichter Titus Maccius Plautus, der aus Umbrien stammte.



Abb. 7 Unterhalb der Blüenköpfchen von Tussilago farfara finden sich rotbraune, zungenförmige Tragblätter, am Triberger Wasserfall, Schwarzwald, 08.04.2015, 756 m, 48° 07' 42 N, 08° 13' 40 O Abb. 8 Nach einem Hanganriss breitet sich Tussilago farfara rasch auf der gestörten Fläche aus. Am Triberger Wasserfall, Schwarzwald, 08.04.2015, 756 m, 48° 07' 42 N, 08° 13' 40 O

Abb. 9 Blütenkörbchen von Tussilago farfara mit den hellgelben Zungenblüten und orange-gelben Röhrenblüten, Wegesrand in Rottweil, Schwäbische Alb, 29.03.2016, 771 m, 48° 10' 08 N, 08° 37' 45 O Abb. 10 Tussilago farfara auf gestörter Fläche an einem Wegesrand in Rottweil, Schwäbische Alb, 29.03.2016, 771 m, 48° 10' 08 N, 08° 37' 45 O

Tussilago farfara ist wegen der frühen Blüte durchaus im Garten einsetzbar. Lichte Unterwuchsstellen ohne große Wurzelkonkurrenz oder der Steingarten wären passende Standorte. Die später erscheinenden Blätter sind dekorativ und können als Sommerflor genutzt werden. Der Ausbreitungsdrang ist trotz der Windausbreitung und unterirdischer Ausläufer nicht sehr stark, weil T. farfara nicht sehr konkurrenzstark ist und eher zur Pionierflora gehört.

In der Naturmedizin findet der Huflattich schon lange Anwendung. Traditionell wird er gegen Husten eingesetzt. Heutzutage werden fast ausschließlich nur homöopathische Mittel mit Auszügen von Huflattich eingesetzt, da Präparate in therapeutischen Dosierungen zu hohe Mengen giftige Alkaloide enthalten können.

Referenzen
Bruch, J. 1917: Lat. farfarus 'Huflattich'. – Glotta, 8, 238–240.
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Tussilago farfara. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/tussilago-farfara.html am Tg.Mo.Jahr.

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