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Yucca campestris McKelvey
Prärie Palmlilie, Prärie Yucca, Agavaceae - Agavengewächse
                            oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, IV–V, 50–100 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Yucca campestris ist endemisch in den Prärien des westlichen Texas, wo die Pflanzen oft in dichten Kolonien auf Sanddünen in Höhen von 800–900 m wachsen. Es sind meist stammlose, manchmal einen kurzen Stamm bis 1 m bildende Yuccae mit kleiner Blattrosette und Neigung zur Ausbreitung über das Rhizom. Die Blätter sind bis 65 cm lang, linear, oberseits flach, unterseits konvex, blau-grün, mit weißen, fädentragenden Rändern oder später fadenlos und mit stechender Spitze. Der Blütenstand steht meist intrafoliar, gelegentlich etwas suprafoliar, ist 0,5–1,5(–2,0) m hoch, mit zahlreichen Teilblütenständen. Die Blüten sind rundlich, bis 12 cm, weiß-grünlich mit leicht rötlicher Tingierung. Die Früchte sind trockene Kapseln, rötlich-braun, später grau, bis 5 cm lang; zur Gattung Yucca.

Sehr ähnlich ist die ebenfalls in Texas und Nordost-Mexiko endemische Yucca constricta Buckley, mit einem suprafoliaren Blütenstand und röhrenförmigen Blüten.


Abb. 1 Exemplar der Yucca campestris mit linearen, fädentragenden Blättern und kurzem Stamm, Privatgarten Süddeutschland, August 2014, Photo M. S. Abb. 2 Blütenstand der selben Yucca campestris wie Abb. 1 mit länglich, fast röhrenförmigen Blüten wie bei der nahe verwandten Yucca constricta, Privatgarten Süddeutschland, 05.07.2015, Photo M. S.

Abb. 3 Selben Yucca campestris wie Abb. 1. Gut möglich, dass es sich um eine Übergangsform mit Yucca constricta handelt, Privatgarten Süddeutschland, 05.07.2015, Photo M. S. Abb. 4 Yucca constricta mit eher rundlichen Blüten wie sie bei einer Yucca campestris typisch sind, Privatgarten Süddeutschland, Juli 2014, Photo M. S.


Der Gattungsname Yucca L. existierte schon vor Linné und ist wahrscheinlich aus einer Altsprache der karibischen Insel Hispaniola entlehnt. Das span. "yuca" (= Maniok) stammt daher und wurde wohl auf die ebenso essbaren Blüten und Samen der Y. aloifolia L. übertragen. Das Art-Epitheton campestris stammt von lat. "campester" (= Feld) und bezieht sich auf Naturstandort in der Prärie.

Viele Erfahrungen mit Yucca campestris beim Anbau in Mitteleuropa gibt es nicht. Die wenigen Versuche zeigen, dass die Pflanzen grenzwertig sind und hohe Temperaturen für ausreichendes Wachstum benötigen. Daher ist es interessant, dass mittlerweile erste Hybriden mit winterharten Yucca-Arten angebaut werden, von denen man sich bessere Toleranz der mitteleuropäischen Winter bei gleichzeitig schmalblättriger oder morphologisch ähnlicher Architektur verspricht. Siehe Yucca-Hybriden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Yucca campestris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/yucca-campestris.html am Tg.Mo.Jahr.

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