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Dictamnus albus L.
  synonym: Dictamnus fraxinella Pers.
                 Dictamnus himalayanus Royle
Gewöhnlicher Diptam, Rutaceae - Rautengewächse
Vollfrühlingblüher, V–VI, 60–120 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Gewöhnliche Diptam tritt in den mitteleuropäischen Trockengebieten von Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, sowie dem bayrischen Jura, in Franken und Ostösterreich zerstreut auf. Ansonsten ist die Art selten oder fehlt beispielsweise im Norden ganz. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an thermophilen Standorten auf Kalk in Begleitung von Sträuchern und Bäumen. Daher findet man sie überwiegend an Trockengebüschsäumen und in Trockenwäldern. Es sind sommergrüne Pflanzen mit einer Rübenwurzel, an dessen Hals sich Erneuerungsknospen finden (Pleiokormstaude). Die Stängel sind meist unverzweigt, drüsig behaart und aufrecht. Die Laubblätter sind 1-fach gefiedert, aromatisch zitronenartig, mit 3–5 Fiederpaaren und länglich eiförmigen, bis 8 cm langen Fiederblättern. Die Blütenstände sind vielblütige Trauben. Die Einzelblüten sind 4–6 cm breit, 5-zählig, mit rosafarbenen, selten weißen Kronblättern, die dunkel geadert sind. Das kleine Kronblatt ist nach unten gerichtet, die 4 großen sind nach oben gerichtet. Es finden sich 10 nach oben gerichtete Staubfäden. Später bilden sich klebrige Kapselfrüchte.


Abb. 1 Blüten des Dictamnus albus, mit 5 Kronblättern, im Flaumeichen-Wald am Büchsenberg, Kaiserstuhl, 30.05.2018, 216 m, 48° 04' 10 N, 07° 36' 26 O Abb. 2 Blütenstand von Dictamnus albus, im Flaumeichen-Wald am Büchsenberg, Kaiserstuhl, 30.05.2018, 216 m, 48° 04' 10 N, 07° 36' 26 O

Abb. 3 Dictamnus albus mit Fruchtständen in einem thermophilen Saum in den Weinbergen oberhalb von Laubenheim, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 150 m, 49° 55' 39 N, 07° 53' 35 O Abb. 4 Dictamnus albus mit Fruchtständen in einem Trockenwald am Steilhang des Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 274 m, 49° 48' 57 N, 07° 50' 16 O

Abb. 5 Die 5-zähligen Früchte des Dictamnus albus, thermophiler Saum in den Weinbergen oberhalb von Laubenheim, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 150 m, 49° 55' 39 N, 07° 53' 35 O Abb. 6 Drüsig behaarter Stängel von Dictamnus albus, im Flaumeichen-Wald am Büchsenberg, Kaiserstuhl, 30.05.2018, 216 m, 48° 04' 10 N, 07° 36' 26 O


Der Gattungsname Dictamnus L. wurde durch Linné von Origanum dictamnus L. übertragen, nach der vergleichbaren medizinalen Verwendung der weißen Diptamwurzel und den Laubblättern des O. dictamnus. Das Epitheton albus stammt von lat. "albus" (= weiß), nach der weißen Wurzel.

Dictamnus albus wird schon lange in der Gartenkultur angebaut, sei es als Medizinalpflanze oder zu ornamentalen Zwecken. Die Pflanzen benötigen einen warmen, trockenen Standort, am besten auf Kalk und in Begleitung von Gehölzen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Dictamnus albus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/dictamnus-albus.html am Tg.Mo.Jahr.

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