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Salsola vermiculata L.
Wurmförmiges Salzkraut, Amaranthaceae - Fuchsschwanzgewächse
                                      (Chenopodiaceae - Gänsefußgewächse)
Frühsommerblüher, IV–VIII, 20–70(–100) cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Wurmförmige Salzkraut kommt im mediterranen Raum bis nach Südwest-Asien vor. Es besiedelt gerne die Küsten, sowohl auf Sand als auch felsigem Terrain, und kommt bis ins Gebirge auf etwa 1.000 m Höhe vor, wo es bevorzugt auf gestörten und ariden Standorten wächst. An den Küsten findet man Salsola vermiculata nur mäßig häufig, stellenweise jedoch in individuenreichen Beständen. Es sind kleinere, vorwiegend basal verzweigende Sträucher bis maximal 100 cm Höhe. Anders als viele andere sukkulente Arten der Küsten, ist S. vermiculata dicht behaart, besonders bei jüngeren Pflanzen. Ältere Exemplare können auch eine glatte Oberfläche der Blätter haben. Diese sind wechselständig, fleischig, bis maximal 1 mm Länge, in der Mitte am dicksten und tragen zahlreiche reduzierte, achselständige Blätter bis maximal 4 mm, was letztlich das "wurmförmige Aussehen" bewirkt. Die Blüten stehen meist einzeln, selten zu 2–3 und tragen große Kelchblätter, die sich während der Fruchtbildung deutlich rosa bis machmal tiefrot verfärben und zu den Flügeln der Früchte umbilden, die eine Gesamtgröße bis 1 cm erreichen können.

Salsola vermiculata tritt als Neophyt an einigen Stellen in Nordamerika auf, da sie als Futterpflanze angebaut wurde. Manche dieser Sippen werden kritisch gesehen. Ebenso dürfte der Artstatus sowie die taxonomische Behandlung der Gattung noch Änderungen in Zukunft erfahren.


Abb. 1 Dekorative Fruchtstände der Salsola vermiculata, Ilha Tavira, Portugal, 12.10.2010, 0 m, 37° 06' 25 N, 07° 37' 54 W Abb. 2 Salsola vermiculata am Übergang zum Retamal der Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 20.10.2010, 3 m, 37° 10' 37 N, 07° 22' 25 W

Abb. 3 Blätter der Salsola vermiculata, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 20.10.2010, 3 m, 37° 10' 37 N, 07° 22' 25 W Abb. 4 Früchte mit dekorativen, rötlichen Flügeln einer Salsola vermiculata, Ilha Tavira, Portugal, 12.10.2010, 0 m, 37° 06' 25 N, 07° 37' 54 W

Abb. 5 Salsola vermiculata, zusammen mit dem Strauch-Strandflieder, Limoniastrum monopetalum (L.) Boiss., im oberen Marisma der Ilha Tavira, Portugal, 18.10.2010, 1 m, 37° 06' 20 N, 07° 38' 12 W Abb. 6 Frucht- und Blütenstände der Salsola vermiculata, Ilha Tavira, Portugal, 12.10.2010, 0 m, 37° 06' 25 N, 07° 37' 54 W

Abb. 7 Strauch der Salsola vermiculata, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 20.10.2010, 3 m, 37° 10' 37 N, 07° 22' 25 W


Die Abgrenzung der Salsola vermiculata von den anderen sukkulenten Arten im Salzhabitat ist recht einfach, da sie die einzige Art mit rundlichen, sukkulenten Blättern ist, Salsola kali hat stachelspitzige Blätter und keine abgerundeten Enden wie das Wurmförmige Salzkraut.

Der Gattungsname Salsola L. leistet sich ab von ital. "salso" (= salzig). Das Suffix -la ist die Verkleinerungsform (Deminutiv). Linné zielte damit auf den halophilen Lebensraum und die ehemalige Nutzung der S. kali zur Herstellung von Pottasche (Kaliumkarbonat) und Wasch-Soda (Natriumkarbonat) ab. Salsola kali enthält nämlich hohe Mengen von Alkalisalzen mit Kalium und Natrium. Das Epitheton vermiculata ist die weibliche Deklination von lat. "vermiculus" (= Würmchen) und bezieht sich die Morphologie der Blätter.

Salsolae vermiculatae gehören zu den sehr dekorativen Halophyten, deren Fruchtstände ein hübsches Gestaltungsmerkmal sind. Wie die Mehrzahl der Halophyten, dürfte aber auch das Wurmförmige Salzkraut schwierig zu kultivieren sein. Hinzu kommt die wahrscheinlich nicht ausreichende Frosttoleranz für den mitteleuropäischen Garten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Salsola vermiculata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/salsola-vermiculata.html am Tg.Mo.Jahr.

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