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Sanguisorba minor Scop.
Kleiner Wiesenknopf, Kleine Bibernelle, Rosaceae - Rosengewächse
Ende Vollfrühlingblüher, V–VIII, 15–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Kleine Wiesenknopf tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf . Im nördlichen Flachland wird er selten oder fehlt ganz, da er bevorzugt auf basen-, beziehungsweise kalkreichen Böden siedelt. Standorte des Kleinen Wiesenknopfs sind Felsfluren, Halbtrockenrasen oder sandige Ruderalstellen entlang von Wegen oder Böschungen. Die Stängel sind rund bis kantig, aufsteigend, stark verzweigt und kahl oder nur unten behaart. Die Grundblätter stehen in dichter Rosette, sind bis 20 cm lang, unpaarig gefiedert, mit 4–12 Paaren eiförmig elliptischer Fiedern. Stängelblätter sind regelmäßig verteilt, nach unten kleiner werdend mit abnehmender Fiederzahl. Die Blütenköpfe sind fast kugelig, bis 3 cm im Durchmesser, anfangs grün, später rötlich, unten finden sich die männlichen, in der Mitte zwittrige und oben die weiblichen Blüten. Die 20–30 Staubblätter sind hellgelb und rot, lang und schlaff herabhängend. Die 1–2 Griffel sind karmesinrot und haben pinselförmige Narben. Später bilden sich Früchte mit schmalen Leisten.



Abb. 1 Blütenköpfchen der Sanguisorba minor in der "weiblichen Phase" mit karmesinroten 1–2 Griffeln je Blüte. Trockener Waldsaum im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 443 m, 50° 30' 44 N, 06° 37' 04 O Abb. 2 Die unpaarigen, 1-fach gefiederten Grundblätter von Sanguisorba minor in einem trockenen Waldsaum im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 443 m, 50° 30' 44 N, 06° 37' 04 O

Abb. 3 Blütenköpfchen der Sanguisorba minor in der "männlichen Phase" mit herabhängenden Staubfäden. Halbtrockenrasen an einem Wegesrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 83 m, 50° 58' 16 N, 06° 38' 50 O Abb. 4 Die Stängel von Sanguisorba minor sind in den unteren Bereichen manchmal behaart, 1-fach gefiedertes Stängelblatt. Halbtrockenrasen an einem Wegesrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 83 m, 50° 58' 16 N, 06° 38' 50 O

Abb. 5 Köpfchen der Sanguisorba minor mit noch unreifen Früchten. In den unteren Köpfchenbereichen finden sich noch Reste der Staubfäden. Halbtrockenrasen an einem Wegesrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 83 m, 50° 58' 16 N, 06° 38' 50 O Abb. 6 Blütenköpfchen der Sanguisorba minor mit weiblichen Blüten, die eine pinselförmige, karmesinrote Narbe haben. Halbtrockenrasen im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 15.06.2016, 426 m, 50° 30' 41 N, 06° 35' 47 O

Der Gattungsname Sanguisorba L. leitet sich ab von lat. "sanguis" (= Blut) und lat. "sorbere" (= Flüssigkeiten aufnehmen), nach der arzneilichen Nutzung der Pflanzen als zusammenziehendes Mittel, wobei der Verweis auf das Blut aus der Signaturenlehre stammt, nach den blutroten Blütenköpfchen. Das Epitheton minor stammt von lat. "minor" (= kleiner, geringer) und bezieht sich auf den Vergleich mit dem Großen Wiesenknopf, Sanguisorba officinalis L., der größer ist. Im Deutschen wird die Pflanze als Bibernelle, gelegentlich als Pimpinelle bezeichnet, was nicht zu verwechseln ist mit der gleichnamigen Kleinen Pimpinelle, Pimpinella saxifraga L:, die ähnliche Grundblätter besitzt, welche mithin ein Grund für die Namensgleichheit sind.

Sanguisorba minor wird häufiger als Gartenpflanze angebaut und eignet sich gut für warme, sonnige Standorte im Garten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Sanguisorba minor. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sanguisorba.minor.html am Tg.Mo.Jahr.

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