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Sedum album L.
Weiße Fetthenne, Crassulaceae - Dickblattgewächse
Sommerblüher, VI–IX, 5–20 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Weiße Fetthenne tritt im südlichen Mitteleuropa verbreitet in den Alpen und Jura-Mittelgebirgen auf, in anderen Regionen ist sie eher zerstreut bis selten zu finden. Bevorzugt besiedelt sie submediterrane Trockenrasen, Felsfluren, sandige und steinige Störungsflächen, unbefestigte Wegränder und Mauern. Die Pflanzen sind rasenbildend mit zahlreichen nicht blühenden, kahlen Sprossachsen. Die Blätter sind wechselständig, bis 2 cm lang, fleischig, im Querschnitt rund, oberseits abgeflacht, graugrün bis rotbraun, je nach Witterungsverhältnissen und Standort. Im Sommer erscheinen weiße oder blassrosa, 5-zählige Blüten mit grünen Kelchen und karmesinroten Staubbeuteln. Die Art ist formenreich und verwildert gerne aus Gärten und Parks mit ihren unterschiedlichen Zuchtsorten.


Abb. 1 Großer Bestand des Sedum album in einer Felswand des Siegmäanders bei Blankenberg, 29.06.2016, 105 m, 50° 46' 02 N, 07° 22' 08 O Abb. 2 Sedum album auf dem Rheindamm bei Düsseldorf-Hamm bei sommerlicher Trockenheit, 23.08.2009, 31 m, 51° 12' 07 N, 06° 44' 04 O

Abb. 3 Herbstliches Sedum album im Kalksteinhabitat auf dem Hundsheimer Berg bei Bad Deutsch Altenburg, Österreich, bei Blankenberg, 15.09.2011, 339 m, 48° 07' 25 N, 16° 55' 58 O Abb. 4 Rasenartiges Sedum album im kühlen Frühling auf einem südexponierten Hang des Hohenreutewalds bei Lauterbach, Mittlerer Schwarzwald, 07.04.2010, 753 m, 48° 14' 02 N, 08° 19' 26 O

Abb. 5 Sedum album zusammen mit wahrscheinlich Sedum sediforme Pau (im Hintergund) an der Abbruchkante der Serra da Arrabida zum Meer hin, Portinho da Arrabida, Westportugal, 19.10.2009, 294 m, 38° 28' 40 N, 08° 59' 35 W Abb. 6 Blüten von Sedum album in einer Felswand des Siegmäanders bei Blankenberg, 29.06.2016, 105 m, 50° 46' 02 N, 07° 22' 08 O

Abb. 7 Bestand des Sedum album in einer Felswand des Siegmäanders bei Blankenberg, 29.06.2016, 105 m, 50° 46' 02 N, 07° 22' 08 O Abb. 8 Bestand des Sedum album an der Abbruchkante der Serra da Arrabida zum Meer hin, Portinho da Arrabida, Westportugal, 19.10.2009, 294 m, 38° 28' 40 N, 08° 59' 35 W

Abb. 9 Ungewöhnlich: Das Engelsüß, Polypodium vulgare L., zusammen mit Sedum album in einer nördlich exponierten Felswand nahe Kobern, 15.08.2015, 177 m, 50° 18' 04 N, 07° 28' 01 O


Die Abgrenzung des Sedum album von den anderen drei Arten der Gattung ist recht einfach. Die weiße Blüte und die kurzen, fleischigen Laubblätter grenzen diese Fetthenne gut von anderen der Gattung ab.

Der Gattungsname Sedum war schon vorlinnäisch gebräuchlich, lat. "sedum" (= Hauswurz). Er umfasste da aber mehrere Gattungen wie beispielsweise Sempervivum L. oder Aizoon L. und nicht exklusiv die Fetthennen, beziehungsweise Mauerpfeffer. Das Epitheton album ist die neutrale Form von lat. "albus" (= weiß), eine Referenz auf die weißen Blüten.

Sedum album sind relativ häufig kultivierte, einheimische Sukkulenten, die allerdings aus der Mode gekommen sind. Dabei können schwierige, trockene Standorte gut mit dieser genügsamen Fetthenne bepflanzt werden. An sonnigen Plätzchen blühen die Pflanzen reichlich und machen im Sommer schon was her.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Sedum album. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sedum-album.html am Tg.Mo.Jahr.

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