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Suaeda vera Gmel.
   synonym: Suaeda fruticosa auct., Salsola fruticosa L.
Strauchige Sode, Chenopodiaceae - Gänsefußgewächse
Frühsommerblüher, V–VI, 30–60(–120) cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Strauchige Sode tritt stellenweise sehr häufig im gesamten Mittelmeerraum an den Felsküsten und Salzhabitaten der Marismas und Strände auf. In gestörten Küstenabschnitten mit Badebetrieb oder Urbanisationen wird sie oft verdrängt oder verschwindet ganz. Es sind Halbsträucher, die durch spiralig angeordnete, sitzende, sukkulente Blätter auffallen, die auf dem ersten Blick unserem einheimischen Sedum album L. ähnlich sind. Zeitweise werden die graugrünen Blätter gelblich, dann rötlich, manchmal tiefrot. Die Blüten sind unscheinbar, bilden eine krautige, rundliche Blütenhülle, erscheinen im Frühsommer, sitzen in den Blattachseln und bilden eine Ähre an terminalen Sprossen (bei einer Ähre sitzen die Blüten ungestielt an einer Hauptachse).

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Abb. 1 Suaeda vera im Marisma del Duque, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 12' 02 N, 07° 20' 47 W Abb. 2 Rötliche und grüne Sprosse der Suaeda vera, Marisma del Duque, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 12' 00 N, 07° 20' 37 W

Abb. 3 Suaeda vera im Marisma del Duque, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 12' 02 N, 07° 20' 11 W Abb. 4 Länglich fleischige Blätter von Suaeda vera, Marisma del Duque, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 12' 02 N, 07° 20' 01 W

Abb. 5 Rot verfärbter Halbstrauch der Suaeda vera, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 20.10.2010, 3 m, 37° 10' 37 N, 07° 22' 25 W Abb. 6 Blüten der Suaeda vera im Marisma del Duque, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 12' 10 N, 07° 20' 30 W


Die Abgrenzung der Suaeda vera von den anderen sukkulenten Arten im Salzhabitat ist recht einfach, da sie die einzige Art mit rundlichen, sukkulenten Blättern ist.

Der Gattungsname Suaeda Forssk. stammt von arab. "suda" (= Kopfschmerz) und zielt wohl auf die Heilwirkung des in den Pflanzen enthaltenen Na-Karbonats ab. Ähnlich der Salsola kali L. wurden auch Suaeda-Arten zur Gewinnung von Pottasche (Kaliumkarbonat) und Wasch-Soda (Natriumkarbonat) genutzt. Das Epitheton vera ist die weibliche Deklination von lat. "verus" (= wahr, echt) und bezieht sich darauf, dass die Strauchige Sode wohl die Haupt-Quelle zur Gewinnung von Soda innerhalb der Gattung war.


Abb. 7 Rundliche, fleischige Laubblätter von Suaeda vera an der Lagune bei San Giovanni, Muravera, Sardinien, 0 m, 39° 23' 30 N 09° 36' 30 O, 17.10.2016 Abb. 8  Fast mannshoher Halbstrauch der Suaeda vera im Marisma del Duque, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 11' 35 N, 07° 20' 51 W

Abb. 9  Rötlich verfärbte Sämlinge der Suaeda vera auf der Ilha Tavira, Portugal, 12.10.2010, 0 m, 37° 06' 25 N, 07° 37' 54 W Abb. 10 Suaeda vera Sämlinge mit Limonium ovalifolium (Poir.) Kuntze im oberen Marisma der Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 20.10.2010, 3 m, 37° 10' 40 N, 07° 22' 31 W

Abb. 11 Suaeda vera im Jardin Botanico bei Mazagon, Südwestspanien, 14 m, 37° 09' 18 N, 06° 52' 35 W Abb. 12 Strauchige Pflanze der Suaeda vera an der Lagune bei San Giovanni, Muravera, Sardinien, 0 m, 39° 23' 30 N 09° 36' 30 O, 17.10.2016


Suaeda vera dürfte als halophiler Exot nicht einfach zu kultivieren sein, zumal die Frosttoleranz wohl kaum für Mitteleuropa reicht. Eventuell ist sie für experimentierfreudige Gärtner eine Herausforderung. Alternativ könnte man auf die heimische S. maritima (L.) Dumort. oder eine der osteuropäischen Soden zurückgreifen, die architektonisch ähnlich der S. vera sind.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Suaeda vera. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/suaeda-vera.html am Tg.Mo.Jahr.

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