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Thalictrum minus L.
  synonym: Thalictrum caffrum Eckl. & Zeyh.
                 Thalictrum kochii Fr.
                 Thalictrum transsilvanicum Schur
Kleine Wiesenraute, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Ende Frühsommerblüher, V–VII, 20–150 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Kleine Wiesenraute tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf, besonders im Nordosten, der Mitte, dem bayrischen Jura, sowie Mittel- und Niederrheintal mit Nebentälern. Ansonsten ist die Art selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Trockenwäldern und - gebüschen, Xerothermrasen und Mähwiesen. Die Pflanzen sind sommergrün, bilden gelegentlich unterirdische Ausläufer und haben ein langlebiges Rhizom, mithin sind sie sehr standortstabil falls Störungen ausbleiben. Die wechselständigen Laubblätter stehen an aufrechten Stängeln, sind 2–3-fach gefiedert, grünlich, manchmal bläulich, oft bereift und haben rundiche bis rundlich-keilförmige Fiederblätter, die gekerbt bis gelappt sind. Hier gibt es eine enorme Spannbreite an Formen, auch von Hybriden mit anderen Arten oder Übergängen zwischen den zahlreichen Ökotypen. Selbiges gilt für die Blütenstände. Sie bestehen aus kleinen, gelben, aufrechten oder nickenden, 4–5-zähligen Blüten mit langen Staubfäden und -beuteln die gut an die Windbestäubung angepasst sind. Später bilden sich längliche, bis 5 mm lange, gerippte Nussfrüchte.


Abb. 1 Blüten vom Thalictrum minus in einem Halbtrockenrasen auf dem Badberg, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 381 m, 48° 05' 52 N, 07° 41' 04 O Abb. 2 Früchte des Thalictrum minus in einem Trockenwald am Steilhang des Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 275 m, 49° 48' 56 N, 07° 50' 18 O

Abb. 3 Spätsommerlicher Laubblattaspekt beim Thalictrum minus auf einem Schuttfächer im Tal des Unteren Grindelwaldgletschers, Grindelwald, Schweiz, 15.10.2014, 1.567 m, 46° 36' 10 N 08° 03' 22 O Abb. 4 Laubblätter vom Thalictrum minus in einem Halbtrockenrasen auf dem Badberg, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 381 m, 48° 05' 52 N, 07° 41' 04 O

Abb. 5 Blütenstand des Thalictrum minus in einem Halbtrockenrasen auf dem Badberg, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 381 m, 48° 05' 52 N, 07° 41' 04 O Abb. 6 Laubblätter des Thalictrum minus in einem Trockenwald am Steilhang des Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 275 m, 49° 48' 56 N, 07° 50' 18 O


Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Thalictrum L., welcher schon vorlinnäisch gebraucht wurde. Wahrscheinlich ist er griechischen Ursprungs, gr. "thaliktron", bleibt aber ein Name mit unklarem Benennungsmotiv. Das Epitheton minus ist Neutrum und stammt von gr. "minor" (= kleiner, geringer). Wahrscheinlich zielt es auf die Pflanzengröße in Abgrenzung zum größeren T. major Crantz ab, welches mittlerweile als T. minus ssp. majus (Crantz) Hook. f. firmiert.

Die zahllosen Ökotypen werden von manchen Autoren als eigenständige Unterarten gesehen, gleichwohl die Abgrenzung der Sippen oft schwierig bis unmöglich ist. Hinzu kommt die Neigung zu stabilen Hybriden, die eine sichere Bestimmung nur noch dem akademischen Interesse überlassen.

Thalictrum minus sind Stauden mit attraktivem, zierlichem Laub, welche problemlos mit den Frauenhaarfarnen, Adiantum L., konkurrieren können und prima vista architektonische Ähnlichkeiten aufweisen. Hinzu kommt der sommerliche Blütenflor. Im Garten bietet sich ein sonniger bis halbschattiger Platz an, am besten kalkhaltig oder basenreich.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Thalictrum minus. – http://www.tropengarten.de/Pflanze/thalictrum-minus.html am Tg.Mo.Jahr.

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