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Thalictrum minus L.
Kleine Wiesenraute, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Ende Frühsommerblüher, V–VII, 20–150 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Kleine Wiesenraute ist in Mitteleuropa mäßig häufig und siedelt gerne auf kalkhaltigen, sandigen oder humosen Böden, in thermophilen Saumgesellschaften, sonnigen Lagen der Gebirge oder entlang von Waldrändern und Strauchgesellschaften. In Mitteleuropa wächst sie bevorzugt in den großen Stromtälern, höheren Mittelgebirgen, Alpen und ostwärts. Richtung Nordwesten wird sie selten.

Die wechselständigen Laubblätter stehen an aufrechten Stängeln, sind mehrfach gefiedert, teils rundlich, teils gefurcht oder keilförmig eingeschnitten, grünlich, manchmal bläulich, oft bereift. Hier gibt es eine enorme Spannbreite an Formen, auch von Hybriden mit anderen Arten oder Übergängen zwischen den zahlreichen Ökotypen. Selbiges gilt für die Blütenstände. Sie bestehen aus kleinen, gelben, aufrechten oder nickenden, 4–5-zähligen Blüten mit langen Staubfäden und -beuteln die gut an die Windbestäubung angepast sind. Später bilden sich längliche, bis 5 mm lange Nussfrüchte.


Abb. 1 Spätsommerlicher Laubblattaspekt beim Thalictrum minus auf einem Schuttfächer im Tal des Unteren Grindelwaldgletschers, Grindelwald, Schweiz, 15.10.2014, 1.567 m, 46° 36' 10 N 08° 03' 22 O Abb. 2 Laubblätter beim Thalictrum minus im Tal des Unteren Grindelwaldgletschers, Grindelwald, Schweiz, 15.10.2014, 1.595 m, 46° 36' 09 N 08° 03' 23 O

Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Thalictrum L., welcher schon vorlinnäisch gebraucht wurde. Wahrscheinlich ist er griechischen Ursprungs, gr. "thaliktron", bleibt aber ein Name mit unklarem Benennungsmotiv. Das Epitheton minus ist Neutrum und stammt von gr. "minor" (= kleiner, geringer). Wahrscheinlich spielt es auf die Pflanzengröße in Abgrenzung zum größeren T. major Crantz an, das mittlerweile als T. minus ssp. majus (Crantz) Hook. f. firmiert.

Die zahllosen Ökotypen werden von manchen Autoren als eigenständige Unterarten gesehen, gleichwohl die Abgrenzung der Sippen oft schwieirg bis unmöglich ist. Hinzu kommt die Neigung zu stabilen Hybriden, die eine sichere Bestimmung nur noch dem akademischen Interesse überlassen.

Thalictrum minus sind Stauden mit attraktivem, zierlichem Laub, welche problemlos mit den Frauenhaarfarnen, Adiantum L., konkurrieren können und prima vista architektonische Ähnlichkeiten aufweisen. Hinzu kommt der sommerliche Blütenflor. Im Garten bietet sich ein sonniger bis halbschattiger Platz an, am besten kalkhaltig

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Thalictrum minus. – http://www.tropengarten.de/Pflanze/thalictrum-minus.html am Tg.Mo.Jahr.

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