Startseite

Malva moschata L.
Moschus-Malve, Malvaceae - Malvengewächse
Ende Frühsommerblüher, VIII–IX, immergrün, mehrjährig, kurzlebig

Die Moschus-Malve ist ein wärmeliebender Sommerblüher, der wahrscheinlich nicht ursprünglich aus Mitteleuropa stammt, sondern schon vor 1500 n. Chr. hier eingebürgert wurde. Solche Arten, die sich vor der Entdeckung Amerikas und der Renaissance (etwa um 1500 n. Chr.) in einem Gebiet neu ansiedelten, werden Archeophyten genannt. Malva moschata besiedelt gerne submediterrane Trocken- und Halbtrockenrasen, Fettwiesen und Staudenfluren an trockenen, auch ruderalen Standorten. Sie ist sehr lichtbedürftig.


Abb. 1 Malva moschata mit mehreren Blüten pro Blattachsel, Friedrichsfeld bei Wesel, Niederrhein, 27 m, 51° 37' 56 N, 06° 41' 11 O Abb. 2 Bestand von Malva moschata am Wegesrand,   Friedrichsfeld bei Wesel, Niederrhein, 27 m, 51° 37' 56 N, 06° 41' 11 O

Abb. 3 Malva moschata auf der Südseite des Dammes der Dörpevorsperre, Wupper-Talsperre in Remscheid, 30.09.2012, 272 m, 51° 10' 32 N, 07° 18' 14 O Abb. 4 Malva moschata auf einem Halbtrockenrasen, Grind, gegenüber von Düsseldorf-Benrath, 35 m, 51° 09' 39 N, 06° 50' 50 O

Die hübschen, rosa-farbenen Blüten können bis 5 cm Größe erreichen. Sehr ähnlich ist die Rosen-Malve, Malva alcea L. Beide Malvenarten sind am einfachsten durch die Anordnung der Blüten zu unterscheiden. Bei M. alcea stehen die mittleren Blüten einzeln in den Blattachseln, während es bei M. moschata mehrere Blüten pro Blattachsel sind. Zudem duftet M. moschata leicht, Name. Es werden innere und äußere Kelchblätter unterschieden. Die 5 inneren sind rundlich bis dreieckig und liegen der Krone an. Unterhalb befinden sich 3 lineal-lanzettliche Außenkelchblätter, während diese bei M. alcea eiförmig bis breit-lanzettlich sind. Hat man eine Lupe zur Hand, kann man die Unterscheidung auch anhand der Behaarung sicher treffen, denn M. moschata hat einfache Haare, während es bei der Rosen-Malve Sternhaare sind.

Der Gattungsname Malva L. stammt von gr. "malache" (= Malve) und bezog sich auf die als Wildgemüse genutzte Art M. neglecta Wallr., die Weg-Malve. Das Epitheton moschata stammt ursprünglich vom altindischen "muskah" (= Hoden), später zu gr. "moschos" (= Bisam, Moschus) und lat. "muscatus" (= moschusartig riechend). Es bezieht sich auf Duft der Blüten.



Abb. 5 Blüten der Malva moschata auf dem Damm der Dörpevorsperre, Wupper-Talsperre in Remscheid, 30.09.2012, 272 m, 51° 10' 32 N, 07° 18' 14 O Abb. 6 Blüte der Malva moschata am Rhein bei Stürzelberg, gegenüber von Düsseldorf-Benrath, 13.07.2012, 35 m, 51° 09' 39 N, 06° 50' 50 O

Abb. 7 Malva moschata mit mehreren Blüten je Blattachsel, Rhein bei Stürzelberg, 13.07.2012, 35 m, 51° 09' 39 N, 06° 50' 50 O Abb. 8 Verwilderte Kultursorte der Malva moschata mit gefurchten und dunkel-rosa-farbenen Kronblättern an der Schrebergarten-Siedlung auf Langeoog, 16.07.2012, 3 m, 53° 44' 23 N, 07° 28' 29 O

Abb. 9 Kelchblätter der Malva moschata. Es gibt 3 äußere, lineal-lanzettliche und 5 innere, dreieckige, Privatgarten, 01.10.2015


Als Gartenpflanze eignet sich Malva moschata sehr gut. Eine lange Blütezeit und die dekorativen Blüten versprechen eine Bereicherung des Gartens. Es gibt zahlreiche Kultursorten mit unterschiedlichen Blütenfarben, von weiß bis bläulich, sowie unterschiedlich gefüllte Kultivare. Im englischen Sprachraum werden sowohl Blätter als auch Frucht als essbar angegeben.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Malva moschata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/malva-moschata.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de