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Yucca rostrata (Engelm.) Trel.
Schnabelfrüchtige Palmlilie, Agavaceae - Agavengewächse
                            oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, III–V, 150–360 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Yucca rostrata stammt aus Texas (Brewster-County) und Nord-Mexiko (Coahuila) in Höhen von etwa 700 m, bevorzugt in felsigen Hügellandschaften der Halbwüsten und entlang von Canyons. Es sind stammbildende Pflanzen mit 1 bis mehreren Stämmen und kompakten Blattrosetten mit mehr als 100 linearen, bis 1,7 cm breiten, grau-blauen, weichen Blättern, deren Ränder meist glatt, gelegentlich fein gezähnt, hell gelb bis braun sind. Terminal sind die Laubblätter meist nicht stechend, gelegentlich mit stechenden Dorn. Die traubigen Blütenstände sind bis 2 m hoch, dicht vielblütig mit weißen, bis 52 mm großen, zugespitzten Pergionen. Die Früchte sind oval bis elliptisch, bis 7 cm lang, selten eingeschnürt, an der Spitze mit einem starken, gebogenen Schnabel (Name!).



Abb. 1 Yucca rostrata (links) und Y. thompsoniana (rechts) im Vergleich, Privatgarten, 06.08.2007 Abb. 2 Yucca rostrata in einem Privatgarten in Südostösterreich am Neusiedlersee, 19.09.2014

Abb. 3 Jüngere Pflanze der Yucca rostrata mit schon ausgebildetem Stamm in einem Privatgarten in Rheinstetten, 15.07.2003 Abb. 4 Yucca rostrata mit Stamm in einem Privatgarten in Rheinstetten, 09.08.2003

Abb. 5 Zwei Yuccae rostratae in einem Privatgarten in Rheinstetten, 15.07.2003 Abb. 6 Blütenstand der Yucca rostrata im Hochsommer in einem Privatgarten, 18.08.2004

Abb. 7 Yucca rostrata (links) und Y. thompsoniana (rechts) im Vergleich, Privatgarten nahe Roermond, Niederlande, Sommer 1997 Abb. 8 Yucca rostrata in einem Privatgarten in Südostösterreich am Neusiedlersee, 19.09.2014

Yucca rostrata ist nahe verwandt zur Y. thompsoniana, die im Habitus deutlich kleiner ist und wesentlich kürzere, steifere und nehr stechende und deutlicher gezähnte Blätter hat. Es gibt Autoren die Y. thompsoniana als nördlichen, kleiner bleibenden Ökotypen der  Y. rostrata sehen; zur Gattung Yucca.

Der Gattungsname Yucca L. existierte schon vor Linné und ist wahrscheinlich aus einer Altsprache der karibischen Insel Hispaniola entlehnt. Das span. "yuca" (= Maniok) stammt daher und wurde wohl auf die ebenso essbaren Blüten und Samen der Y. aloifolia L. übertragen. Das Art-Epitheton rostrata leitet sich ab von lat. "rostratus" (= Schnabel-, geschnäbelt) und bezieht sich auf den schnabelartigen Fortsatz der Früchte.


Abb. 9 Yucca rostrata zusammen mit Gaura lindheimeri Engelm. & A. Gray im Botanischen Garten Wien, 26.09.2009 Abb. 10 Yucca rostrata in einem Privatgarten in Tecklenburg, 25.10.2000

Abb. 11 Mehrere Yuccae rostratae in einem Privatgarten in Südostösterreich am Neusiedlersee, 19.09.2014 Abb. 12 Yucca rostrata in einem Privatgarten in Südostösterreich am Neusiedlersee, 19.09.2014

Abb. 13 Neuaustrieb einer Yucca rostrata mit zwei Blattschöpfen, Privatgarten in Bad Deutsch Altenburg, Österreich, 16.09.2011 Abb. 14 Yucca rostrata in einem Hotelgarten an der Algarve, Portugal, 08.03.2003

Abb. 15 Yucca rostrata in einem Privatgarten in Bad Deutsch Altenburg, Österreich, 24.09.2009 Abb. 16 Blaublättrige Varietät der Yucca rostrata in einem Gewächshaus in den Niederlanden, 07.03.2015


Langfristig erfolgreiche Gartenkultur ist in Mitteleuropa mit Yucca rostrata äußerst selten, wenn überhaupt - auch wenn die Schnabelfrüchtige Palmlilie zu den robusteren der "Western-Yuccas" gehört. Idealerweise sollte beim Anbau im Freiland ein sonniger, möglichst heißer und trockener Standort gewählt werden. Wahrscheinlich sind Weinbaulagen, urbane Gärten in der Rheinschiene oder Klimazonen im Südosten Mitteleuropas Voraussetzungen einer erfolgversprechenden Gartenkultur. Kann ein Garten diese Bedingungen nicht bieten, wäre zu empfehlen, die Pflanzen im abgesenkten Container zu halten und im Winter vollkommen trocken im Kaltgewächshaus oder kühlen Wintergarten zu überwintern.

Hybriden mit anderen Arten, besonders den winterharten Yuccae, wären für Y. rostrata eine neue interessante Option für den Exotengarten, siehe auch Yucca-Hybriden. Ob Pionierpflanzungen wie beispielsweise auf dem Stresemannplatz in Düsseldorf langfristig erfolgreich sind, bleibt abzuwarten. Von den stammbildenden "Western Yuccas" dürfte Y. rostrata die erfolgversprechendste sein.


Abb. 17 Yucca faxoniana (Trel.) Sargent zusammen Y. rostrata mit auf dem Stresemannplatz in Düsseldorf, 05.07.2015 Abb. 18 Yucca faxoniana und Y. rostrata auf dem Stresemannplatz in Düsseldorf, 05.07.2015

Abb. 19 Zwei Yuccae rostratae wie Abb. 5 in einem Privatgarten in Rheinstetten, 14.03.2015 Abb. 20 Zahlreiche Yuccae rostratae auf dem Stresemannplatz in Düsseldorf, 05.07.2015

Abb. 21 Blüten der Yucca rostrata mit länglichem, zugespitzem, weißem Perigon, Stresemannplatz in Düsseldorf, 05.07.2015 Abb. 22 Blütenstand der Yucca rostrata, Stresemannplatz in Düsseldorf, 05.07.2015

Abb. 23 Etwa 3-jährige Jungpflanze derYucca rostrata 20–30 cm im 0,5L-Topf Abb. 24 Etwa 4–5-jährige Jungpflanze der Yucca rostrata 30–40 cm im 1L-Topf



Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Yucca rostrata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/yucca-rostrata.html am Tg.Mo.Jahr.

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