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Yucca linearifolia Clary
Schmalblättrige Palmlilie, Agavaceae - Agavengewächse
                            oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, IV–VI, 60–410 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Yucca linearifolia stammt aus Nord-Mexiko (Nuevo León) in Strauchgesellschaften der (Halb-)Wüsten auf Tonschiefer in schattigen Canyons auf Höhen von 1.100–1.300 m. Es sind meist einstämmige Pflanzen mit Stämmen bis 2–5 m Höhe und Rosetten mit zahlreichen linearen, grau-grünen bis blau-grauen Blättern die randständig fein gezähnt sind. Der Blütenstand ist 60–80 cm hoch, wenig verzweigt, mit 3,3 cm großen, weißen Blüten. Die Früchte sind fleischige, nicht aufreißende Beeren, asymmetrisch, schmal oval bis 7 cm Länge.


Abb. 1 Yucca linearifolia in einem Privatgarten in Tecklenburg, 15.08.2005 Abb. 2 Yucca linearifolia mit "geputztem" Stamm, im Vordergrund Y. filamentosa 'Golden Sword', Privatgarten, 15.08.2005

Abb. 3 Yucca linearifolia im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, Spanien, 15.10.2008 Abb. 4 Blätter der Yucca linearifolia, wie Abb. 3, Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, Spanien, 15.10.2008

Abb. 5 Yucca linearifolia mit Blütenstand, selbe Pflanze wie Abb. 2, Privatgarten, 30.06.2004 Abb. 6 Schmalblättrige Hybride von Yucca linearifolia × thompsoniana in einem Privatgarten in Gols, Neusiedler See, Österreich, 19.09.2014

Abb. 7 Früchte einer manuellen Kreuzung Yucca linearifolia × torreyi Shafer, 16.07.2010 Abb. 8 Blaublättrige Sorte der Yucca linearifolia in einem Gewächshaus in den Niederlanden, 07.03.2015

Yucca linearifolia ist nahe verwandt zur Yucca rostrata (Engelm.) Trel., die deutlich längere und breitere Blätter hat. Ebenfalls nahe verwandt ist Y. queretaroensis Pina Lujan, die nur an der Typus-Lokalität bekannt ist und einen deutlich höheren Stamm bis 5 m entwickelt, sowie etwas längere Blätter hat; zur Gattung Yucca.

Der Gattungsname Yucca L. existierte schon vor Linné und ist wahrscheinlich aus einer Altsprache der karibischen Insel Hispaniola entlehnt. Das span. "yuca" (= Maniok) stammt daher und wurde wohl auf die ebenso essbaren Blüten und Samen der Y. aloifolia L. übertragen. Das Art-Epitheton linearifolia stammt von lat. "linearis" (= linienförmig) und lat. "-folius" (= blättrig) in Referenz auf die linearen, sehr schmalen Laubblätter.


Abb. 9 Blaublättrige Sorte der Yucca linearifolia in einem Gewächshaus in den Niederlanden, 07.03.2015 Abb. 10 Hybride von Yucca linearifolia × torryei Shafer in einem Gewächshaus in den Niederlanden, 07.03.2015

Abb. 11 Links eine Yucca linearifolia und rechts die Hybride von Y. linearifolia × torryei, Gewächshaus in Holland, 07.03.2015 Abb. 12 Cristatform der Yucca linearifolia in einem Gewächshaus in den Niederlanden, 07.03.2015

Abb. 13 Etwa 8-jährige Topfpflanze 30–40 cm der Yucca linearifolia mit einem Schopf im 1L-Topf Abb. 14 Etwa 8–9-jährige Topfpflanze 30–40 cm der Yucca linearifolia mit zwei Schöpfen im 5L-Topf

Abb. 15 Etwa 10-jährige Topfpflanze 50–60 cm der Yucca linearifolia mit zwei Schöpfen im 8L-Topf Abb. 16 Dekorative Yucca linearifolia mit zahlreichen Schößlingen in einem Privatgarten in Rheinstetten, 14.03.2015



Die Schmalblättrige Palmlilie wird in Mitteleuropa nur mit mäßigem Erfolg im Freiland angebaut. Das Gros der vor vielen Jahren ausgepflanzten Exemplare existiert nicht mehr und ist im Yucca-Himmel. Eine handvoll Belegexemplare die mit Schutz überlebt hat, deutet an, dass die Art nur etwas für den experimentierfreudigen Gärtner ist. Eventuell bestehen bessere Chancen in wärmebegünstigten Weinbaulagen, geschützten urbanen Gärten in der Rheinschiene oder sommerwarmen Klimazonen im Südosten Mitteleuropas. Kann eine Garten diese Bedingungen nicht bieten, wäre zu empfehlen, die Pflanzen im abgesenkten Container zu halten und im Winter vollkommen trocken im Kaltgewächshaus oder kühlen Wintergarten zu überwintern.

Hybriden mit anderen Arten, besonders den winterharten Yuccae, wären für Y. linearifolia eine neue interessante Option für den Exotengarten, siehe auch Yucca-Hybriden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Yucca linearifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/yucca-linearifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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